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23.01.2013

20:35 Uhr

Handball-WM

Deutschland im Viertelfinale von Spanien gestoppt

Quelle:SID

Im Viertelfinale ist Schluss: Ein deutsches WM-Wunder ist gegen Gastgeber Spanien ausgeblieben. In der ersten Halbzeit war die Heuberger-Truppe überlegt, doch dann zogen die favorisierten Spanier davon.

Deutschland scheitert an Gastgeber Spanien SID

Deutschland scheitert an Gastgeber Spanien

SaragossaHeimreise statt Halbfinale: Der Höhenflug der deutschen Handballer ist von Gastgeber Spanien im WM-Viertelfinale unsanft gestoppt worden. Die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger unterlag dem Favoriten im Hexenkessel von Saragossa mit 24:28 (14:12) und verpasste trotz langer Zeit starker Leistung die erste Medaille seit dem WM-Triumph 2007. Mit fünf Siegen aus sieben Spielen und dem Vorstoß unter die Top 8 der Welt kann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Donnerstag aber erhobenen Hauptes den Rückflug antreten.

Vor 10.801 teils fanatischen Zuschauern im ausverkauften Pabelón Prìncipe Felipe verhinderte auch der Berliner Sven-Sören Christophersen mit sechs Treffern als bester deutscher Werfer die zweite Turnierniederlage nicht. Die Spanier nahmen damit verspätet Revanche für das Viertelfinal-Aus gegen die DHB-Auswahl bei der WM 2007 in Deutschland. Der Weltmeister von 2005 trifft am Freitag in Barcelona im Halbfinale auf Slowenien.

Deutschlands Bilanz der Handball-Weltmeisterschaften - Teil 1

1938

Weltmeister

1954

Zweiter Platz

Es trat eine Gesamtdeutsche Mannschaft an.

1958

Dritter Platz

Es trat eine Gesamtdeutsche Mannschaft an.

1961

Vierter Platz

1964

Vierter Platz

1967

Sechster Platz

1970

BRD: Fünfter Platz

DDR: Zweiter Platz

1974

BRD: Neunter Platz

DDR: Zweiter Platz

1978

BRD: Weltmeister

DDR: Dritter Platz

1982

BRD: Siebter Platz

DDR: Sechster Platz

1986

BRD: Siebter Platz

DDR: Dritter Platz

Mit einem besonderen Motivationsvideo hatten diverse Größen des deutschen Sports den EM-Siebten auf die Herkulesaufgabe gegen die stolzen Spanier eingestimmt. In einem Kurzfilm mit dem Titel "Auswärtssieg" wünschte unter anderem Bundestrainer Joachim Löw Glück und Erfolg.

Die Grußbotschaft aus der Heimat konnte das deutsche Team auch gut gebrauchen. Jeder deutsche Angriff wurde von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet. Doch der Außenseiter blieb cool, ließ sich auch von drei vergebenen Großchancen des Kieler Linksaußen Dominik Klein in der Anfangsphase nicht aus dem Konzept bringen.

In der Abwehr rührte der Mittelblock um Kapitän Oliver Roggisch und Michael Haaß wieder Beton an, dahinter zeigte Torhüter Silvio Heinevetter erneut eine bärenstarke Leistung. Dem spanischen Rückraum fiel im ersten Durchgang nicht viel ein, um das deutsche Abwehrbollwerk zu knacken.

Die DHB-Auswahl spielte im Angriff erneut variantenreich und mit viel Bewegung. Als der Göppinger Spielmacher Haaß zwei Treffer zur 7:5-Führung warf, hatte der spanische Weltklasse-Keeper Arpad Sterbik erst einmal genug und machte für Jose Manuel Sierra Platz.

Deutschlands Bilanz der Handball-Weltmeisterschaften - Teil 2

1990

Qualifikation

1993

Sechster Platz

1995

Vierter Platz

1997

Qualifikation

1999

Fünfter Platz

2001

Achter Platz

2003

Zweiter Platz

2005

Neunter Platz

2007

Weltmeister

2009

Fünfter Platz

2011

Elfter Platz

2013

Fünfter Platz

Der EM-Vierte Spanien kam nach dem Torwartwechsel kurzzeitig besser ins Spiel und ging in der 18. Minute in Führung (8:7). Heuberger reagierte sofort und mahnte sein Team in der von ihm genommenen Auszeit zu "mehr Ruhe" an - mit Erfolg. Mit einer konzentrierten Leistung ohne größere Fehler zog das deutsche Team zur Halbzeit wieder in Front. Besonders sehenswert: Der Treffer von Klein zum 14:12 aus eigentlich unmöglichem Winkel.

"Wir haben gesagt, dass wir uns von der Kulisse nicht beeindrucken lassen. Wir spielen sehr clever. Wenn wir so weiterspielen, möchte ich mal sehen, was hier noch passiert", sagte Roggisch in der Halbzeitpause.

Nach dem Wechsel kam jedoch zunächst ein kleiner Bruch ins deutsche Spiel. In doppelter Unterzahl vergab Klein zunächst die mögliche Drei-Tore-Führung, dann nutzten die Spanier die Überzahlsituation mit ihren gefürchteten Tempogegenstößen zu ihrem ersten Vorsprung mit zwei Treffern (17:15/34. Minute).

Die DHB-Auswahl blieb aber dran, kämpfte verbissen gegen Gegner und Zuschauer. Rechtsaußen Patrick Groetzki vergab mit einem versuchten Trickwurf aber leichtfertig den Ausgleich (39.), dieser gelang Christophersen eine Minute später per Siebenmeter zum 18:18. Die Partie entwickelte sich zu einer Nervenschlacht. Die Entscheidung fiel, als sich die Gastgeber vom 21:21 (47.) auf 26:21 (55.) absetzten. Die deutsche Offensive biss sich in der hektischen Schlussphase an der spanischen Abwehr und Torhüter Sierra die Zähne aus.

Der Modus der Handball-Weltmeisterschaft

2013

24 Mannschaften nehmen an der Handball-WM in Spanien (11. bis 27. Januar) teil.

Vorrunde bis Finale

Die Vorrunde wurde in vier Sechsergruppen gespielt. Die jeweils besten vier Teams der Gruppen, in denen zunächst jeder gegen jeden spielt, qualifizierten sich für das Achtelfinale und ermitteln nun im K.O.-System den neuen Weltmeister.

Der Presidents-Cup

Die beiden Letztplatzierten der Gruppen spielen im Presidents-Cup um die Plätze 17 bis 24.

Deutschlands Gegner

Die deutsche Mannschaft traf in der Vorrundengruppe A auf Brasilien (33:23), Afrikameister Tunesien (23:25), Argentinien (31:27), Montenegro (29:21) sowie Titelverteidiger und Olympiasieger Frankreich (32:30). Im Achtelfinale siegte das Heuberger-Team 28:23 gegen Mazedonien, im Viertelfinale wartet Ausrichter Spanien, in einem möglichen Halbfinale der Sieger aus der Partie Russland gegen Slowenien.

Das Ziel

Bundestrainer Martin Heuberger nannte im Vorfeld das Erreichen des Achtelfinales als Ziel - das wurde inzwischen bereits übertroffen.

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