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11.01.2009

20:50 Uhr

Handball WM

Deutschland kassiert Klatsche gegen Spanien

Die deutschen Handballer haben vier Tage vor der WM eine heftige Niederlage hinnehmen müssen. Beim Vier-Länder-Turnier in Spanien unterlagen die Deutschen dem Gastgeber mit 17:28.

Michael Kraus hat noch nicht die erhoffte Form. Foto: AFP SID

Michael Kraus hat noch nicht die erhoffte Form. Foto: AFP

Mit einer herben Niederlage im Gepäck reisen die deutschen Handballer zur WM nach Kroatien. Knapp eine Woche vor dem Auftaktspiel gegen Russland am 17. Januar verabschiedeten sich die Weltmeister mit einem 17:28 (8:15) gegen Gastgeber Spanien vom Vier-Länder-Turnier in Algeciras und haben noch einige Arbeit bis zur Bestform vor sich.

"Das war schade, denn das Ergebnis spiegelt nicht den wahren Spielverlauf wider", meinte allerdings Bundestrainer Heiner Brand, der 45 Minuten lang "unser bestes Spiel bei diesem Turnier" gesehen hatte. Einen Schrecken musste er zu Beginn der zweiten Hälfte verdauen, als Spielmacher Michael Kraus humpelnd das Feld verlassen musste und später einen dicken Verband an der Wade erhielt.

Zur Generalprobe war der Olympia-Dritte Spanien nach den beiden Erfolgen über Portugal (26:21) am Freitag und WM-Teilnehmer Argentinien (25:22) am Samstag der erwartete Topgegner.

Im Spielaufbau gibt es noch Probleme

Wie schon in den vorangegangenen Partien hatten die Deutschen auch Probleme mit der offensiven Abwehr des Gegners und schafften zu selten einen konstruktiven Spielaufbau. Vor 2000 Zuschauer trug zudem das spanische Schiedsrichter-Gespann Muro/Rodriguez mit zahlreichen Hinausstellungen zur Hektik im deutschen Team bei. So sah Linksaußen Torsten Jansen schon nach 15 Minuten die Rote Karte und aus einem 6:6 wurde schnell ein Rückstand. Bis dahin hatte der Hamburger immerhin vier Tore erzielt und blieb damit auch bester deutscher Werfer.

Auch musste Trainer Heiner Brand mit ansehen, wie im Abschluss zu viele Chancen vergeben wurden. Regisseur Michael Kraus, der nach sechswöchiger Verletzungspause wegen eines Muskelfaserrisses am Mittwoch im durchwachsenen Abschiedsspiel für Markus Baur ein starkes Comeback gegeben hatte, war die Auszeit dabei noch deutlich anzumerken. Die gewohnte Torgefahr strahlte der Lemgoer noch lange nicht aus.

Starke Abwehr um Roggisch lässt hoffen

Lichtblick waren in Algeciras die Abwehr um Oliver Roggisch sowie das gut aufgelegte Torhüter-Trio mit der Nummer eins Johannes Bitter und Carsten Lichtlein sowie Silvio Heinevetter.

Die Karten weiter noch nicht offen legen wollte Brand in Sachen endgültiger WM-Nominierung. Offen sind jeweils noch die zweiten Plätze auf Halblinks und am Kreis. Während im Rückraum noch Lars Kaufmann und Sven-Sören Christophersen um den zweiten Platz hinter Pascal Hens streiten, scheint Jens Tiedtke gegenüber Manuel Späth die besseren Karten als zweiter Kreisläufer neben Sebastian Preiß zu haben. Späth gehörte gar nicht erst zum 17-köpfigen Aufgebot in Spanien.

Bis eine Stunde vor der technischen Sitzung des Weltverbandes IHF am 16. Januar in Zagreb muss Brand mindestens 15 und höchstens 16 Akteure gemeldet haben. Nach der Vor- beziehungsweise Hauptrunde können jeweils noch zwei Spieler ausgetauscht werden. Diese müssen allerdings dem vor zwei Monaten bekannt gegebenen 28-köpfigen WM-Kader des Deutschen Handball-Bundes (DHB) angehören.

Bei der WM warten in der Vorrunde nach dem Russland-Spiel noch Tunesien (18. Januar), Algerien (19. Januar), Mazedonien (21. Januar) und Polen (22. Januar/alle 17.30 Uhr, live bei RTL).

© SID

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