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27.01.2007

18:01 Uhr

Handball WM

DHB gewinnt nach Gala gegen Frankreich

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft meldet sich zurück im Favoriten-Kreis auf den Weltmeistertitel. Das DHB-Team zeigte beim 29:26 in Dortmund gegen Europameister Frankreich eine echte Galavorstellung.

Ein überragender Keeper Henning Fritz und eine bärenstarke Abwehr haben Deutschlands Handballer bei der Heim-WM endgültig zurück in den Favoriten-Kreis auf den Titel gebracht. Nach dem 29:26 (14:9) gegen Europameister Frankreich in Dortmund hat das Team von Bundestrainer Heiner Brand sich vorzeitig fürs Viertelfinale qualifiziert.

Auch wenn Brand noch nicht vom ersten WM-Titel nach 1978 sprechen will - seine vornehme Zurückhaltung gab der Bundestrainer nach dem Gänsehaut-Spiel gegen die "Equipe Tricolore" allemal auf: "Sensationell, wie die Mannschaft gespielt und gekämpft hat. Wir haben uns durch alle Rückschläge gekämpft und mit dem Viertelfinal-Einzug das erste große Ziel erreicht. Jetzt kann es weitergehen", meinte Brand, der die Fans in Dortmund über den grünen Klee lobte: "Was hier abgeht, ist einmalig."

DHB-Team bangt um Baur

Mit dem vierten Sieg im vierten Hauptrundenspiel will die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Sonntag in der Westfalenhalle gegen Island (15.30 Uhr/live im ZDF) ihre Ausgangsposition für das Viertelfinale weiter verbessern. Allerdings bangt der Ex-Europameister um den Einsatz von Kapitän Markus Baur (Lemgo), der mit Verdacht auf Muskelfaserriss in der rechten Wade schon früh im Spiel gegen Frankreich ausschied. Der Lemgoer ließ es sich aber nicht nehmen, kurz vor der Schlusssirene per Siebenmeter den Endstand zu erzielen.

In der Runde der letzten Acht tritt der WM-Gastgeber (6:2 Punkte) am Dienstag in der Kölnarena (17.30) an. Mögliche Gegner in der ersten K.o.-Runde sind Olympiasieger Kroatien, Weltmeister Spanien, Ungarn, Dänemark oder Russland.

"Sensationell, wie die Mannschaft gespielt und gekämpft hat. Wir haben uns durch alle Rückschlage gekämpft und mit dem Viertelfinal-Einzug das erste große Ziel erreicht. Jetzt kann es weitergehen", meinte Bundestrainer Heiner Brand, der die Fans in Dortmund über den Klee lobte: "Was hier abgeht, ist einmalig."

Vor 12 000 euphorischen Zuschauern im ausverkauften "Hexenkessel" Westfalenhalle besiegelten der groß auftrumpfende Michael Kraus (7 Tore/Göppingen), Holger Glandorf (5/Nordhorn) als beste deutsche Werfer und vor allem Keeper Fritz den 34. Sieg im 63. Duell mit den favorisierten Franzosen. Der Torwart zog den am Ende stark aufkommenden Franzosen mit zwei gehaltenen Siebenmeter in den beiden Schlussminuten endgültig den Zahn. Die mit sechs Bundesliga-Legionären angetretene "Equipe Tricolore" hatte ihren besten Torschützen in Nikola Karabatic (7) vom deutschen Meister THW Kiel.

"Das war eine sensationelle Leistung von allen"

Fritz wollte sich aber nicht in den Mittelpunkt drängen. "Das war eine sensationelle Leistung von allen", meinte der 32-Jährige, der seinen Kieler Vereinskollegen Thierry Omeyer, der sich in der Halbzeit entnervt auswechseln ließ, im Tor des WM-Dritten klar in den Schatten stellte.

Von Beginn an präsentierte sich die deutsche Deckung in herausragender Form und ließ den hochgelobten französischen Rückraum kaum zur Entfaltung kommen. Abwehrchef Oliver Roggisch (Magdeburg) konnte trotz einer Rückenverletzung auflaufen, doch das obligatorische Verletzungspech blieb dem Olympia-Zweiten erneut treu.

Bereits nach drei Minuten schied Spielmacher Baur mit einer Wadenblessur aus. Doch ausgerechnet Baurs Vertreter Kraus sprang in die Bresche und stellte die offensive 3:2:1-Abwehr des Europameisters immer wieder vor unlösbare Aufgaben.

Fritz beweist herausragende Form

Weil zudem der frühere Welthandballer Fritz wie bereits zwei Tage zuvor gegen Tunesien (35:28) seine herausragende Form bestätigte, gelang den Franzosen in der ersten Halbzeit über neun Minuten kein einziger Treffer. Ihrerseits zogen die Brand-Schützlinge angeführt vom quirligen Ersatz-Regisseur Kraus von 4:4 (9.) auf 10:5 (22.) davon.

Der 32-jährige Fritz stellte seinen Kieler Vereinskollegen Thierry Omeyer, der sich in der Halbzeit entnervt auswechseln ließ, im Tor des WM-Dritten klar in den Schatten. Wie bereits bei ihrer bis dato einzigen Turnierniederlage gegen Island (24:32) offenbarte die Equipe von Trainer Claude Onesta Schwächen im Abschluss, gab sich aber zu keiner Zeit geschlagen. Doch weil es im deutschen Team keinen Ausfall gab, erhöhten die Lokalmatadoren bis zur 40. Minute auf 20:13 und sorgten damit für eine Vorentscheidung.

© SID

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