Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.01.2007

18:58 Uhr

Handball WM

DHB-Herren nach Sieg gegen Argentinien weiter

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich bei der 20. Handball-WM im zweiten Gruppenspiel stark verbessert präsentiert und Argentinien 32:20 (17:11) bezwungen. Durch den Erfolg zog der Gastgeber in die Hauptrunde ein.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der Heim-WM vorzeitig den Einzug in die Hauptrunde perfekt gemacht. Beim zweiten Turnierauftritt setzte sich die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in Halle/Wetsfalen deutlich mit 32:20 (17:11) gegen Außenseiter Argentinien durch und kann in der Gruppe C nicht mehr von Platz zwei verdrängt werden. Am Montag (17.00 Uhr) spielt die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand, die sich am Freitag im Eröffnungsspiel mit 27:22 gegen Brasilien durchgesetzt hatte, erneut im Gerry-Weber-Stadion gegen den punktgleichen Tabellenführer Polen (4:0) um den Gruppensieg. Nur der Gewinner aus diesem Spiel startet mit zwei Punkten in die am Mittwoch beginnende Hauptrunde.

Trotz des Jubels um ihn herum war Heiner Brand noch nicht zufrieden. "Wir haben noch erheblichen Steigerungsbedarf", sagte der Weltmeister von 1978 und führte aus, wo es noch hapert: "In der Abwehr und bei der Beinarbeit. Im Angriff haben wir noch zu wenig Geduld."

Preiß und Zeitz treffen je fünf Mal

Vor 11 000 Zuschauern besiegelten Sebastian Preiß (5 Tore/Lemgo) und Christian Zeitz (5/Kiel) den zweiten Heimsieg bei dieser WM, nachdem der Ex-Europameister zum Auftakt in Berlin gegen Panamerikameister Brasilien gewonnen hatte (27:22). Doch ähnlich wie am Freitag tat sich die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) auch diesmal mit der unorthodoxen Spielweise der südamerikanischen Mannschaften schwer.

Zudem offenbarte die Deckung der Gastgeber, in der Oliver Roggisch (Magdeburg) trotz einer Armverletzung spielte, ungewohnte Schwächen. "Es war klar, dass es gegen die Argentinier am Anfang nicht einfach wird. Da muss man sich Zug um Zug absetzen", erklärte Brand.

Bitter sicherer Rückhalt im Tor

Im ersten Duell mit den "Gauchos"überhaupt konnte sich der erneut nervös wirkende Olympiazweite von 2004 erst Ende der ersten Halbzeit absetzen. Binnen fünf Minuten zog Deutschland dank einiger Tempogegenstöße von 13:11 auf 17:11 (29.) davon. Gute Noten verdiente sich in dieser Phase Kreisläufer Preiß, der den angeschlagenen Andrej Klimovets (Verdacht auf Muskelfaserriss in der Wade) sehr gut ersetzte.

Im zweiten Abschnitt machte sich dann vor allem der Wechsel im deutschen Tor bemerkbar. Der für Ex-Welthandballer Henning Fritz (Kiel) spielende Johannes Bitter (Magdeburg), der unter anderem einen Siebenmeter parierte, verlieh der Defensive die nötige Stabilität. Da außerdem die Argentinier bei ihrer sechsten WM-Teilnahme konditionell immer mehr einbrachen, stand dem Kantersieg nichts mehr im Weg.

Kehrmann warnt vor "Geheimfavorit" Polen

Doch schon unmittelbar nach dem Abpfiff waren die Gedanken der Lokalmatadoren beim ersten "Finale" gegen die vom Magdeburger Bundesliga-Coach Bogdan Wenta trainierten Polen, die zuvor Brasilien 31:23 (15:13) besiegt hatten. Besonders Florian Kehrmann (Lemgo) warnte vor dem ebenfalls noch verlustpunktfreien Nachbarn. "Die Polen sind ein ganz harter Brocken. Für mich gehören sie sogar zu den Geheimfavoriten", sagte der 29 Jahre alte Linkshänder über die Auswahl, deren komplette Anfangsformation aus Bundesliga-Legionären besteht.

Auf der Bank sitzt in Coach Wenta ein weiterer Insider der deutschen Handball-Szene, der nach seiner Einbürgerung mit der DHB-Auswahl 1998 sogar EM-Bronze gewann. Als Vorteil gegenüber der Brand-Sieben sieht der Coach des SC Magdeburg dies aber nicht. "Dadurch, dass viele meiner Nationalspieler in der Bundesliga spielen, sind sie auch Heiner Brand bestens bekannt."

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×