Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.01.2007

18:48 Uhr

Handball WM

DHB-Herren verpassen den Gruppensieg

Gastgeber Deutschland geht als Tabellenzweiter in die Hauptrunde der Handball-Weltmeisterschaft. Im entscheidenden Spiel um den Sieg in Gruppe C unterlag die DHB-Auswahl Polen nach packendem Kampf mit 25:27 (12:14).

Bei ihrer "Gold-Mission" haben Deutschlands Handballer einen ersten Rückschlag erlitten und eine optimale Ausgangsposition für die Hauptrunde der Heim-WM verspielt. Auch der in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nachnominierte Christian Schwarzer konnte die 25:27 (12:14)-Niederlage im "Finale" um den Gruppensieg gegen Polen nicht verhindern.

Kehrmann bester Werfer

"Wir hatten die Möglichkeiten zum Sieg. Aber unsere Chancenverwertung war nicht gut und wir haben zu früh abgeschlossen", kritisierte Bundestrainer Heiner Brand, gab sich aber weiter zuversichtlich: "Noch ist nichts verloren. Die Mannschaft hat beherzt gekämpft, keiner wird den Kopf hängen lassen. Aber wir werden über die Fehler reden müssen."

Der Ex-Europameister startet nun als Staffelzweiter punktlos in die Hauptrunde. Dort warten Europameister Frankreich sowie Island, Tunesien und Slowenien, das am Mittwoch in Halle/Westfalen (17.30 Uhr/live in der ARD) erster Gegner ist. Die Slowenen gehen dabei wie Polen und Island mit zwei Punkten in die nächste Turnierphase.

Geburtstagskind Baur sieht "Rot"

Einen Tag nach dem Kantersieg gegen Argentinien (32:20) konnten auch Florian Kehrmann (7 Tore) und Markus Baur (6/6/beide Lemgo) an seinem 36. Geburtstag die erste Niederlage im dritten WM-Spiel nicht verhindern. Dabei hatten die Lokalmatadoren nach einer tollen Aufholjagd in der 50. Minute noch mit 23:21 geführt. Doch Rote Karten für Abwehrchef Oliver Roggisch (Magdeburg/51.) und Baur (56. ) ließen die Partie noch kippen. "Durch die Hinausstellungen haben wir uns aus der Ruhe bringen lassen", meinte Kehrmann, gab sich aber weiter kämpferisch: "Wir sind noch nicht ausgeschieden und haben weiterhin unsere Chance."

Im erneut ausverkauften Gerry-Weber-Stadion hatten die 11 000 Zuschauer den Gastgeber vor dem Anpfiff mit "Deutschland, Deutschland"-Rufe gefeiert. Doch gegen die vom Magdeburger Bundesligacoach Bogdan Wenta trainierten Polen, die mit acht deutschen "Legionären" antraten, gingen die Brand-Schützlinge durch ein Wechselbad der Gefühle.

Im Tor hatte Brand zunächst wie erwartet Johannes Bitter den Vorzug vor dem Kieler Henning Fritz gegeben. Doch in erster Linie gegen seine Magdeburger Vereinskollegen Karol Bielecki (7) und Grzegorz Tkaczyk (5) stand Bitter oft auf verlorenem Posten. Zwar übernahm der Olympia-Zweite von 2004 in der zehnten Minute erstmals die Führung (5:4), musste sich aber auch in der Folge jeden Treffer hart erarbeiten. Nicht zuletzt, weil Regisseur Baur häufig das Glück fehlte. Dagegen überwanden die Polen die deutsche 6:0-Deckung immer wieder mit platzierten Würfen aus der Distanz. Erst in der 28. Minute brachte Brand Rückkehrer Schwarzer, der sich gleich mit einem herausgeholten Siebenmeter gut einführte.

Kribbeln bei Routinier Schwarzer

Allerdings fehlte den Hausherren insbesondere im zweiten Abschnitt zeitweise die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Doch dank eines unbändigen Kampfgeistes wandelte die deutsche Mannschaft einen 17:20 (44.)-Rückstand binnen fünf Minuten in eine 22: 20-Führung um. Innerhalb von sechs Minuten verspielte die DHB-Equipe aber mit vier Gegentoren den Sieg.

Kehrmann gab dennoch bereits die Parole für die Hauptrunde aus. "Wenn wir unsere Leistung abrufen, können uns mit jedem messen und jeden schlagen. Wichtig ist es, die Begeisterung der Fans optimal zu nutzen", betonte der Lemgoer. Große Hoffnungen ruhen vor allen Dingen auf Rückkehrer Schwarzer, der erst am späten Sonntagabend von seiner kurzfristigen Nachnominierung erfahren hatte. "Jetzt müssen wir aus unseren Fehlern lernen. Es steckt noch viel Potenzial in der Mannschaft", sagte der Kreisläufer nach seinem Comeback nach rund zweieinhalbjähriger Nationalmannschafts-Abstinenz.

Der 37-Jährige lief im Trikot mit der Nummer 41 auf - als Zeichen seiner Bewunderung für Basketball-Superstar Dirk Nowitzki. Den Nationalspieler der Dallas Mavericks hatte NBA-Fan Schwarzer vor zwei Wochen in den USA besucht.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×