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22.01.2009

19:10 Uhr

Handball WM

DHB-Team gewinnt auch Final-Revanche gegen Polen

Die deutschen Handballer haben bei der WM in Kroatien die Neuauflage des Endspiels von 2007 gegen Polen 30:23 gewonnen und gehen mit der maximalen Punktausbeute in die Hauptrunde.

Pascal Hens setzt sich gegen die polnische Deckung durch . Foto: Bongarts/Getty Images SID

Pascal Hens setzt sich gegen die polnische Deckung durch . Foto: Bongarts/Getty Images

Das Spiel war noch gar nicht beendet, da reckte der überragende Carsten Lichtlein schon die Faust in die Höhe und genoss die letzten Sekunden der deutschen Handball-Party. Mit dem beeindruckenden 30:23 (14:11) über Vize-Weltmeister Polen stürmte Titelverteidiger Deutschland bei der WM in Kroatien im letzten Vorrundenspiel nicht nur zum Gruppensieg, sondern stieß auch das Tor zum Halbfinale schon weit auf.

Denn bei einer glänzenden Ausgangslage von 4:0 Punkten ist für die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand in der Hauptrunde ab Samstag in Zadar gegen Europameister Dänemark, Norwegen und Serbien alles drin.

Trainer Brand ist sehr zufrieden

"Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung. Polen war eigentlich der Favorit. Aber wir haben von Anfang an gut dagegen gehalten ich bin sehr froh, dass wir ungeschlagen in die Hauptrunde gehen", sagte Heiner Brand und musste zugeben: "Vor einer Woche hätte ich das nicht für möglich gehalten." Auch die wackligen Phasen in der Abwehr sowie manche Patzer im Angriff mochte er diesmal nicht kritisieren.

Der schier unüberwindbare Lichtlein (17 Paraden) hatte beim Frühstück von seinem Einsatz für Johannes Bitter erfahren und wurde am Ende des Arbeitstages zum "Spieler des Spiels" gewählt. Ganz artig dankte er dann seinen Vorderleuten. "Wir haben uns gegenseitig immer wieder gepusht. Ich bin stolz, dass jeder für den anderen gekämpft hat."

Deutsches Team jetzt zwölf WM-Spiel in Folge ungeschlagen

Auf den Tag genau zwei Jahre nach der bislang letzten Niederlage einer deutschen Mannschaft bei einer WM am 22. Januar 2007 in der Vorrunde gegen Polen blieben Pascal am Donnerstag im zwölften WM-Spiel nacheinander ungeschlagen. Nur im ersten Gruppenspiel in Kroatien gegen Russland reichte es nur zum Unentschieden.

"Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Die Polen haben am Ende aufgegeben. Wenn wir weiter so engagierte Leistungen zeigen, brauchen wir uns vor keinem Gegner zu verstecken", sagte Holger Glandorf und kündigte an: "Wir gehen mit viel Selbstvertrauen in die Hauptrunde." Das war auch für Michael Kraus klar: "Für die Moral und das Selbstvertrauen war der Sieg sehr wichtig. Wir gehen mit breiter Brust in die Hauptrunde."

Keeper Lichtlein "Man of the match"

Kraus (7) und Glandorf (6) waren einen Tag nach dem Kantersieg gegen Mazedonien beste deutsche Werfer gegen die Polen. Und während sich die DHB-Auswahl in ihrem letzten Spiel der Gruppe C in Varazdin erneut steigerte, enttäuschte die "Bundesliga-Auswahl" von Bogdan Wenta praktisch 60 Minuten lang und hat - da die Ergebnisse aus der Vorrunde übernommen werden - nach der Niederlage gegen Mazedonien mit 0:4 Zählern in der Hauptrunde im Grunde schon keine Chancen mehr, den Finaleinzug von 2007 zu wiederholen.

Heiner Brand setzte gegen Polen zunächst auf die sechs Feldspieler, die auch am Vortag gegen Mazedonien begonnen hatten. Nur im Tor gab es den Wechsel vom überragenden Bitter zum bärenstarken Lichtlein. Rechtsaußen Stefan Schröder (Grippe) musste dagegen weiter das Bett hüten.

Beide Teams wirken physisch und psychisch ausgelaugt

Wesentlich weniger emotional als in den vergangenen Duellen zwischen den Erzrivalen ging es dann vor 4 500 Zuschauern zunächst zu. Beide Teams wirkten in ihrem fünften Spiel innerhalb von sechs Tagen physisch und psychisch etwas ausgelaugt, sehenswerte Offensivaktionen blieben zunächst Mangelware.

Nach einer Viertelstunde hatte die deutsche Mannschaft dann erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen (7:4). Zehn Minuten lang spielten die Polen danach zwar noch einmal mit und verbuchten in der 22. Minute eine Führung (9:8) - doch danach spielte nur noch Deutschland.

Deutsche Werfer im Abschluss sicher

Hoch motiviert und endlich treffsicher spulte die Brand-Sieben ihr Programm vorne souverän ab, von den Abschluss-Schwierigkeiten der vorangegangenen Tage war nichts mehr zu sehen. Und schon vor dem Schlusspfiff probte die deutsche Fan-Kolonie in Kroatien erstmals die Welle.

© SID

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