Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2007

08:01 Uhr

Handball WM

DHB-Team glaubt weiter an seine Chance

Laut Bundestrainer Heiner Brand warten auf die deutsche Handball-Nationalmannschaft in der WM-Hauptrunde vier Endspiele. Heute Nachmittag steht gegen Slowenien in Halle/Westfalen die erste Bewährungsprobe an.

Die Niederlage zum Abschluss der Vorrunde gegen Polen soll nur ein Ausrutscher gewesen sein. Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) hat bei der WM vor eigenem Publikum vor dem heutigen Start (17.30 Uhr/live in der ARD) in die Hauptrunde gegen Slowenien den großen Traum vom Titelgewinn noch nicht ad acta gelegt. "Das Fest geht weiter. Wir sind noch nicht ausgeschieden, und wir haben weiterhin unsere Chance", meinte Rechtsaußen Florian Kehrmann.

Als Psychologe in der ersten schwierigen Phase des Turniers versuchte sich ausgerechnet der erst am Sonntagabend nachnominierte Christian Schwarzer. Der Lemgoer erinnerte an die Vorgeschichte des EM-Titels 2004 im slowenischen Ljubljana. "Da haben wir in der Vorrunde auch ein Spiel verloren und sind trotzdem Europameister geworden", sagte der 37-Jährige.

Video vom Polen-Spiel als Schocktherapie

Bundestrainer Heiner Brand setzte am Dienstag bei der Vorbereitung auf "das erste von vier Endspielen" auf eine ganz besonders bittere Therapie. Der 54-Jährige spielte seinen Schützlingen im Hotel des Gerry-Weber-Sportparks noch einmal das Video der Niederlage gegen Polen (25:27) vom Vortag vor - und sah rundum nur geschockte Gesichter.

"Da waren sie selbst erstaunt über das, was sie da gesehen haben", erzählte Brand, der vor allen Dingen mit der schwachen Chancenverwertung und der Ungeduld im Angriffsspiel haderte. Der Weltmeister von 1978 warnte aber trotz der Enttäuschung vor Panikmache: "Es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen."

Velyky fällt für Hauptrunde aus

Der Wunsch auf Besserung erfüllte sich zumindest aus personeller Sicht aber nicht. Auch in der Hauptrunde muss der WM-Gastgeber auf Torjäger Oleg Velyky verzichten. Der Kronauer laboriert an einer Sehnenverletzung in der Fußsohle und fällt definitiv für die Hauptrunde aus, nachdem ihn Brand am Dienstagmittag nicht für den 16er-Kader nominierte. Dafür berief er Carsten Lichtlein aus Lemgo als dritten Torhüter ins Aufgebot und verzichtet dafür in der zweiten Turnierphase auf den Kronauer Spielmacher Michael Haaß.

Weiter im WM-Kader bleibt Rückkehrer Schwarzer, der am Montag erst wenige Stunden vor dem Spiel gegen Polen zur DHB-Auswahl gestoßen war. Zwar hofft Brand, dass der abwehrstarke Kreisläufer auf und abseits des Feldes Akzente setzen kann, schraubt die Erwartungshaltung aber bewusst zurück.

"Nach zweieinhalbjähriger Nationalmannschafts-Pause kann ich nicht verlangen, dass Christian Deutschland rettet", sagte Brand: "Aber er soll ein Teil des Erfolges werden." Ein gutes Omen scheint die Präsenz Schwarzers zu sein. Mit dem 302-maligen Nationalspieler gelang der Brand-Sieben vor drei Jahren trotz der Vorrunden-Rückschläge gegen Serbien/Montenegro (26:28) und Frankreich (29:29) der EM-Coup in Slowenien. "Nach dem glücklosen Start sind damals schon 30 Journalisten nach Hause gefahren. Und wir haben es trotzdem noch geschafft", meinte Kehrmann.

Slowenien will EM-Revanche

An die Slowenen, die im Gegensatz zum Olympia-Zweiten wie Island und Polen mit zwei Punkten in die Hauptrunde starten, haben die Deutschen gute Erinnerungen. Beim EM-Triumph 2004 bezwangen sie Slowenien in der Hauptrunde (31:24) und im Finale (30:25) deutlich. Doch Brand warnt vor allen Dingen vor Rückraumstar Siarhei Rutenka.

"Er ist einer der besten Handballer der Welt", lobte Brand den Torjäger, der wie sein Trainer Kasim Kamenica auf die EM-Revanche brennt. "Die Deutschen sind ein Gegner, der uns liegt. Wir werden wirklich alles dransetzen, sie zu schlagen", versprach der 52-jährige Kamenica vor der WM-Premiere gegen den Gastgeber.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×