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25.01.2007

17:49 Uhr

Handball WM

DHB-Team mischt Tunesien auf

Die Tür zum WM-Viertelfinale steht für die deutsche Handball-Nationalmannschaft wieder weit offen. Das DHB-Team gewann sein zweites Hauptrundenspiel gegen Tunesien locker 35:28. Coach Heiner Brand wechselte munter durch.

Mit einem entfesselt aufspielenden Henning Fritz zwischen den Pfosten steuern Deutschlands Handballer bei der Heim-WM auf Viertelfinalkurs und dürfen weiter vom ersten WM-Titel nach 1978 träumen. Der Torwart von Meister THW Kiel ebnete in Dortmund mit einer Weltklasseleistung den Weg zum 35:28 (19:11) gegen Afrikameister Tunesien und damit zum zweiten deutschen Hauptrundensieg. Einen Tag nach dem Befreiungsschlag gegen Slowenien (35:29) legte das Team von Bundestrainer Heiner Brand damit im "Hexenkessel" Westfalenhalle den Grundstein für den Einzug in die K.o.-Runde.

"Es war schon toll"

"Ich bin stolz, aber stolzer wäre ich, wenn wir schon im Viertelfinale ständen. Aber es war schon toll, was die Mannschaft in den beiden letzten Spielen geleistet haben", sagte Brand, der vor allem "Matchwinner" Henning Fritz lobte: "Für ihn und für die ganze Mannschaft war seine Klasseleistung sehr wichtig. Wir brauchen ihn einfach, um erfolgreich zu sein."

Fritz selbst war vor allem erleichtert. "Die letzte Zeit hat die Kritik überwogen. Da bin ich froh, dass ich der Mannschaft so helfen konnte. Das war schon eine Genugtuung für mich. Die viele Arbeit hat sich ausgezahlt", erklärte Fritz, der zum "Man of the Match" gekürt wurde: "Die Tunesier waren ganz klar beeindruckt von uns und der Kulisse. Das war mit ein Grund, dass wir so klar gewonnen haben."

Ein Punkt aus zwei Spielen nötig

Bereits ein Punkt in den noch ausstehenden beiden Begegnungen gegen Europameister Frankreich am Samstag (16.30 Uhr/live in der ARD) und Island am Sonntag (15.30/live im ZDF) würde dem WM-Gastgeber zum Weiterkommen reichen. Vor 12 000 begeisterten Zuschauern besiegelten Christian Zeitz (7 Tore/Kiel) und Pascal Hens (5/Hamburg) den fünften Sieg im sechsten Duell mit den ebenfalls punktlos in die Hauptrunde eingezogenen Tunesiern, die vom früheren Gummersbacher Coach Sead Hasanefendic trainiert werden.

Von Beginn an übernahmen die Hausherren die Initiative und spielten sich gegen den WM-Vierten von 2005 in einen wahren Rausch. Frenetisch angefeuert von den 12 000 begeisteren Fans, zog die DHB-Auswahl von 3:3 (7.) auf 10:5 (19.) davon. Nicht zuletzt, weil der überragende Fritz in diesem Zeitraum neben zwei Siebenmetern weitere Chancen der Tunesier auf teilweise spektakuläre Art zunichte machte. Selbst dem amtierenden WM-Torschützenkönig Wissem Hmam kaufte der 32 Jahre alte Torhüter den Schneid ab. Mit der Siegerfaust feierte "Fritze", der insgesamt drei Strafwürfe entschärfte, jede gelungene Aktion und betätigte sich immer wieder erfolgreich als Einpeitscher.

Unterstützung erhielt der Kieler von dem erst am Montag nachnominierten Christian Schwarzer. Der Lemgoer wurde diesmal in der 22. Minute eingewechselt und fügte sich nahtlos ins Team ein. Neben der konsequent agierenden Abwehr mit Chef Oliver Roggisch (Magdeburg) überzeugte vor allen Dingen der variable Angriff der Deutschen. Im Rückraum zeigten Zeitz und Hens endlich die erhoffte Torgefährlichkeit, von der auch Linksaußen Torsten Jansen (4/Hamburg) profitierte.

Nach dem Wechsel ließ die Brand-Sieben nicht nach und schraubte die Führung binnen acht Minuten auf neun Tore (23:14). In den letzten zwanzig Minuten gab Coach Brand der "zweiten Garde" eine Chance.

© SID

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