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28.01.2015

13:55 Uhr

Handball-WM

Die Sport-Söldner aus Katar

VonStefan Kreitewolf

Bei der Handball-WM in Katar spielt das Geld mit. Das Team des Gastgebers wurde gekauft. Viele Fans auch. Und manche zweifeln auch an den Schiedsrichtern. Schlechte Vorzeichen für die Deutschen gegen den Gastgeber.

Die Handballer aus Katar singen die Nationalhymne. Die meisten Spieler des Teams kommen aus Europa und sind eingebürgert worden. AFP

Die Handballer aus Katar singen die Nationalhymne. Die meisten Spieler des Teams kommen aus Europa und sind eingebürgert worden.

DüsseldorfDie kleinen Golfstaaten wollen im Sport aufholen. Besonders aggressiv geht Katar vor. Und das nicht nur im Fußball, sondern auch in vielen anderen Sportarten. Aktuell zeigt sich das besonders gut an der Handball-Weltmeisterschaft, die in Katar gespielt wird.

Für das Ziel, ein erfolgreicher Gastgeber zu sein, investierten die Scheichs allein in die Spielstätten offiziell 220 Millionen Euro. Das ist mehr als das Zehnfache von dem, was der Deutsche Handball Bund (DHB) für die WM 2007 im eigenen Land zur Verfügung hatte.

Die Deutschen schlagen sich in dem Turnier außerordentlich gut, was im Vorfeld nicht zu erwarten war. Doch heute (16.30 Uhr) wartet ein besonders schwerer Brocken: der Gastgeber Katar. Das Land ist bisher zwar keine Größe in diesem Sport. Doch mit Geld lässt sich auch hier viel bewegen, wie die letzten Spiele gezeigt haben.

Katars Handball-Söldner

Rafael Capote

Der gebürtige Kubaner (Jahrgang 1987) spielt für den katarischen Verein al-Jaish und hält seit vergangenem Jahr die Staatsbürgerschaft des Emirats.

Zarko Markovic

Der 2,01 Meter große und 97 Kilogramm schwere rechte Rückraumspieler spielte vor seinem Engagement bei al-Jaish für den HSV in Deutschland. Der gebürtige Montenegriner wurde erst im Oktober 2014 in Katar eingebürgert.

Danijel Saric

Danijel Saric gehört zu den besten Handballtorhütern der Welt. Der 1,94 Meter-Hüne bosnisch-serbischer Herkunft spielt für den FC Barcelona in Spanien. Im vergangenen Oktober wurde bekannt, dass er für Katar bei der WM auflaufen wird.

Goran Stojanovic

Ebenfalls montenegrinischer Herkunft spielt Stojanovic bereits seit einem Jahr für die katarische Nationalmannschaft. Mit Katar nahm er 2014 an der Handball-Asienmeisterschaft und an den Asienspielen teil, bei denen er mit seinem Team jeweils die Goldmedaille gewann.

Bertrand Roiné

Der 1,97 Meter große linke Rückraumspieler französischer Abstammung nahm mit der katarischen Nationalmannschaft ebenfalls 2014 an den Asienspielen teil und gewann die Goldmedaille.

Eldar Mimisevic

Eldar Mimisevic stammt wie Saric aus Bosnien, spielt für Katar und tritt im Viertelfinale gegen Deutschland an. Zu den Gehältern der Spieler sind keine genauen Informationen bekannt. Experten vermuten jedoch, dass die Stars Millionengehälter für ihren Dienst für das Emirat kassieren.

Borja Vidal Fernández

Borja Vidal Fernández, genannt „der Gladiator“ ist Spanier, spielt aber ebenfalls für die Nationalmannschaft Katars. Angeblich gibt es für jede gewonnene WM-Partie 100.000 Euro - pro Spieler.

Traine Valero Rivera

Trainiert wird das Team von Valero Rivera. Der Spanier formte einst den FC Barcelona zum besten Handballvereinsteam der Welt und führte die spanische Nationalmannschaft 2013 zum WM-Titel im eigenen Land.

Immerhin ist das heimische Team überraschend ins Viertelfinale eingezogen. Hier von Kataris zu reden, wäre allerdings übertrieben. Es handelt sich um eine Retortenmannschaft. Deren Star und bester Torschütze heißt Rafael Capote und kommt aus Kuba. Er spielt zusammen mit zwei Handballern aus Montenegro, Zarko Markovic und Goran Stojanovic. Und zwei aus Bosnien-Herzegowina, Danijel Saric und Eldar Memisevic. Und vergessen sollte man auch nicht den Franzosen Bertrand Roiné und den Spanier Borja Vidal Fernández.

Gerade einmal vier Spieler des katarischen Handball-WM-Kaders sind gebürtige Kataris. Als Trainer der internationalen Startruppe sitzt der spanische Weltmeister Valero Rivera auf der Bank. Über sein Gehalt sowie die Entlohnung der Spieler des Emirats ist offiziell nichts bekannt. Dass die Prämien saftig ausfallen, wird allerdings allgemein angenommen.

Kein Wunder also, dass Trainer Rivera zu seinem Engagement in der Wüste sagt: „Nach Katar zu gehen, war die beste Entscheidung meines Lebens. Der größte Fehler wäre es gewesen, es nicht zu tun.“ Experten rechnen damit, dass er dafür eine Millionensumme einsteckt.

Kommentare (3)

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Herr Niccolo Machiavelli

28.01.2015, 18:11 Uhr

Wenn sich Katar mit dieser WM gut fühlt, dann bitte

Herr Niccolo Machiavelli

28.01.2015, 18:12 Uhr

Wenn sich Katar mit dieser WM gut fühlt, dann bitte

Herr Niccolo Machiavelli

28.01.2015, 18:12 Uhr

Wenn sich Katar mit dieser WM gut fühlt, dann bitte

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