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22.01.2007

11:59 Uhr

Handball WM

Die Stimmung ist schon meisterlich

VonHans Weymar

Zwei Spiele, zwei Siege - der WM-Auftakt für die deutsche Mannschaft ist nach Maß verlaufen. Aber letztlich beginnt das Turnier für das DHB-Team so richtig erst am heutigen Montag. Dass die WM tatsächlich "die beste aller Zeiten" werden kann, wie es DHB-Präsident Ulrich Strombach, versprochen hat, das hat sich bereits am ersten Turnier-Wochenende angedeutet.

Riesenstimmung in Berlin beim Auftaktspiel zur Handball-WM zwischen Deutschland und Brasilien. Foto: ap ap

Riesenstimmung in Berlin beim Auftaktspiel zur Handball-WM zwischen Deutschland und Brasilien. Foto: ap

BERLIN/KIEL. Dominik Klein wirkte wie von Drogen berauscht. Die Augen geweitet, das Gesicht noch verzerrt von der Erschöpfung der letzten 60 Minuten, berichtete der 23-jährige Linksaußen vom Eröffnungsspiel der XX. Handball-Weltmeisterschaft. Entrückt von einem legalen Mittel, das ihn aufgeputscht hatte, geriet er ins Schwärmen. "Die Atmosphäre war einmalig, einfach grandios. Als wir eingelaufen sind wie die Gladiatoren und dann die Hymne hörten, da fehlte nicht viel, und ich hätte die Tränen nicht mehr zurückhalten können."

Die Kulisse in der mit 10 000 Zuschauern ausverkauften Berliner Max-Schmeling-Halle war weltmeisterlich - ein Fahnenmeer aus Schwarz, Rot und Gold hatte die deutsche Mannschaft nach einer kurzen, gelungenen Feier enthusiastisch begrüßt. "Wenn sich das so fortsetzt, dann wird diese Weltmeisterschaft für uns alle ein unvergleichliches Erlebnis", ahnte da schon Handball-Bundestrainer Heiner Brand.

Die sportlichen Leistungen der deutschen Mannschaft hinkten diesem Karneval auf den steilen Rängen indes ein wenig hinterher. Bei dem äußerst mühsamen 27:22 (12:10)-Sieg gegen den Panamerika-Champion aus Brasilien, der freilich niemals in Gefahr geriet, offenbarte die deutsche Handball-Nationalmannschaft noch große Schwächen. "Wir müssen uns sicherlich noch sehr steigern", das zumindest konnte Brand nach dem Spiel nicht kaschieren.

Bereits am Samstag zuvor, bei der 29:30-Niederlage im letzten Testspiel gegen Ägypten, hatte die Mannschaft eine Idee von der Begeisterungsfähigkeit auf den Rängen zu spüren bekommen, "das so erlebt zu haben, das war sehr wichtig für unsere Köpfe", sagte Klein.

In Berlin erlebte die Mannschaft die Atmosphäre noch eine Spur intensiver - und die Folge waren teils unerklärliche technische Fehler. In einigen Situationen, insbesondere nach Ballgewinn, wirkte die Mannschaft übermotiviert, angetrieben von der lauten Kulisse, wollten einige Spieler es besonders gut machen und ließen sich bei den Tempogegenstößen zu riskanten Pässen hinreißen - mit der Folge, dass die Brasilianer zu leichten Toren eingeladen wurden.

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