Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2015

21:05 Uhr

Handball-WM

„Es war eigentlich ein gefühlter Sieg“

Die deutschen Handballer sind dicht am vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale vorbeigeschrammt. Gegen den WM-Zweiten Dänemark gab es ein starkes Unentschieden. Die K.o.-Runde der WM ist jedoch zum Greifen nah.

Mit einem unentschieden gegen Dänemark verteidigt die DHB-Auswahl bei der Handball-WM in Katar die Gruppenführung und steht unmittelbar vor dem Einzug ins Achtelfinale. dpa

Mit einem unentschieden gegen Dänemark verteidigt die DHB-Auswahl bei der Handball-WM in Katar die Gruppenführung und steht unmittelbar vor dem Einzug ins Achtelfinale.

DohaDie deutschen Handballer haben den Coup knapp verpasst, das Achtelfinale bei der Weltmeisterschaft in Katar aber ist zum Greifen nah: In einem packenden Krimi erkämpfte der WM-Nachrücker am Dienstag in Doha gegen den WM-Zweiten Dänemark ein 30:30 (16:16) und bleibt ungeschlagen.

Durch den Punktgewinn verteidigte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die Tabellenführung in der Vorrundengruppe D und braucht nur noch einen Punkt zum vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde. Bester deutscher Torschütze vor rund 3500 Zuschauern war Steffen Weinhold mit acht Treffern.

„Ich bin sehr zufrieden. Es war eigentlich ein gefühlter Sieg. Die Jungs haben super gespielt. Die letzten zwei Minuten in Unterzahl waren schwer. Wir sind glücklich mit dem Punkt gegen eine starke Nation“, bilanzierte Bundestrainer Dagur Sigurdsson im TV-Sender Sky freudestrahlend.

Fakten rund um die Handball-WM in Katar (1)

Das Turnier

Die deutschen Handballer haben bescheidene Ziele für die Handball-WM in Katar.

Vom 15. Januar bis 1. Februar wird der Nachfolger von Titelverteidiger Spanien gesucht.

Alle Informationen von dpa.

Qualifikation

Unter Bundestrainer Martin Heuberger verlor das deutsche Team beide Playoff-Spiele gegen Polen (24:25; 28:29). Doch der Weltverband IHF vergab eine Wildcard an die DHB-Auswahl als bestes Team der WM 2013, das sich nicht qualifizierte. Deutschland hatte in Spanien Platz fünf belegt.

Wildcard

Die IHF hat Australien ausgeschlossen. Dies tat sie mit der Begründung, dass Ozeanien keinen anerkannten Kontinentalverband hat. Dies sei den Australiern bereits vor den für ungültig erklärten Qualifikationsspielen mitgeteilt worden. Das Verfahren ist jedoch nicht nur wegen seiner Intransparenz umstritten. Schließlich hatte Australien zuvor an sieben WM teilgenommen (1999; 2001 bis 2013).

Streit

Es ist ein Novum, dass eine Wildcard vergeben wurde. Allerdings war es nicht das letzte Mal.

 

Noch mehr Nachrücker

Auch Island und Saudi-Arabien rückten auf Beschluss des Weltverbandes nach. Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten aus politischen Gründen zunächst zurückgezogen, nach Lösung der Probleme aber wieder teilnehmen wollen. Das ließ die IHF nicht zu.

Kuriosum

Warum aber der Sechste der Asienmeisterschaft und nicht Südkorea als Fünfter sowie Island als Nummer 1 einer Europa-Rangliste statt zum Beispiel Asiens Nummer sieben Kuwait nachrückten, ist unklar.

WM-Plätze

Neben dem Titelträger qualifizieren sich auch der Zweite und Dritte für die kommende WM 2017 in Frankreich. Sollten die Franzosen das Halbfinale erreichen, sind es gar die ersten Vier. Zudem steht Olympia auf dem Spiel. Der Weltmeister ist 2016 in Rio dabei.

„Der Punkt hilft uns sehr viel, aber natürlich hätten wir lieber gewonnen“, sagte Weinhold. Mit dem Remis sei aber der Grundstein fürs Achtelfinale gelegt worden. Die weiteren Gegner in der Vorrundengruppe D sind am Donnerstag Panamerikameister Argentinien und am Samstag (jeweils 17.00 Uhr MEZ/Sky) Saudi-Arabien.

Die ersten vier Teams der Sechser-Gruppen erreichen das Achtelfinale. „Jetzt muss man aufpassen, dass wir nicht weg vom Gas gehen. Jetzt ist Argentinien, das ist das Allerwichtigste“, betonte Torhüter Silvio Heinevetter. Für zusätzlichen Druck gegen die Dänen sorgte der isländische Bundestrainer, indem er mit einem taktischen Kniff aufwartete.

Überraschend ließ er erstmals eine Abwehrformation mit zwei vorgezogenen Spielern spielen, die die dänischen Rückraumspieler weit weg vom Tor attackierten. So erkämpfte sich die deutsche Mannschaft eine 3:1-Führung (5.), die bis zum 3:3 eine Minute später hielt. Auch einen 7:5-Vorteil (13.) glichen die Dänen beim 7:7 (15.) wieder aus.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×