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27.01.2007

08:28 Uhr

Handball WM

Frankreich und Island heiß auf die DHB-Auswahl

Die beiden deutschen WM-Spiele am Wochenende haben es in sich: Zunächst wartet heute Frankreich, dann folgt am Sonntag das Kräftemessen mit den isländischen Handballern.

Technische Brillanz, starke Einzelkönner und Tempo-Handball - in Europameister Frankreich und Geheimfavorit Island warten im Kampf um den Einzug ins WM-Viertelfinale zwei dicke Brocken auf die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand. "Das war überragend, Weltklasse", meinte Jochen Fraatz, 187-maliger Nationalspieler und einst bester Linksaußen der Welt, mit Blick auf die zweite Halbzeit der Franzosen im Spiel gegen Polen, das der Europameister nach einem 11:12-Rückstand noch 31:22 gewann. "Scholle" Fraatz fügte allerdings noch einen Satz zu: "Es ist aber auch immer eine Frage, was der Gegner so alles zulässt."

Die indirekte Aufforderung zu bedingungslosem Kampf gegen den kommenden deutschen Gegner (Samstag, 16.30 Uhr, live in der ARD) wird auch bei Brand angekommen sein. Allerdings haben sich die Franzosen von ihrer überraschenden Vorrunden-Niederlage gegen Island (24:32) gut erholt präsentiert. "Das Spiel gegen Island bleibt uns zwar im Gedächtnis, aber die Siege gegen Polen und Slowenien haben uns Selbstvertrauen gegeben. Ein Rädchen greift bei uns ins andere. Sobald unser Zusammenspiel funktioniert, können wir jeder gegnerischen Mannschaft vermitteln, dass Frankreich heute nicht zu schlagen ist", meint Trainer Claude Onesta.

"Weltmeister? Sicher, darum sind wir hier"

Vornehme Zurückhaltung gehört nicht zu den Tugenden der Stars in der Equipe Tricolore. "Weltmeister? Sicher, darum sind wir hier", sagt Bertrand Gille vom HSV Hamburg, und der Gummersbacher Daniel Narcisse ist sich sicher: "Was den Titel angeht, haben wir es selber in der Hand. Wir müssen nur zugreifen."

Kaum eine Mannschaft bei der WM verfügt über einen derart ausgeglichen besetzten Kader wie die Franzosen, die wie Deutschland, Island und Polen in der Hauptrunden-Gruppe I 4:2 Zähler auf dem Konto haben. Onesta leistete sich zuletzt sogar den Luxus, Weltklassespieler wie den Kieler Nikola Karabatic oder Narcisse nur sporadisch einzusetzen. Ob dies auch gegen den WM-Gastgeber der Fall sein wird, ist allerdings zu bezweifeln. Denn Onesta ist heiß: "Diesem Spiel fiebere ich entgegen. Solche Spiele machen die WM zu einem besonderen Ereignis."

Gislason: "Das ist natürlich ein ganz besonderes Spiel.

Auch der isländische Coach Gislason freut sich auf das Duell mit Deutschland am Sonntag (15.30 Uhr/live im ZDF). "Das ist natürlich ein ganz besonderes Spiel. Deutschland hat sich am Anfang selber einen großen Druck aufgebaut, der hat sich inzwischen aufgelöst", erklärte Gislason, der in Personalunion Coach des deutschen Rekordmeisters VfL Gummersbach ist. Trotz der Niederlage gegen Polen (33:35) ist Gislason von den Fähigkeiten seines Teams überzeugt. "Wir haben technisch starke Spieler und können das Tempo hochhalten", meint Gislason, dem in Olafur Stefansson vom spanischen Klub Ciudad Real einer der weltbesten Linkshänder im Rückraum zur Verfügung steht.

Insgesamt stehen acht Bundesliga-Legionäre im isländischen Aufgebot. Dabei ragt besonders Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson heraus, der wie Gislason in Gummersbach sein Geld verdient und in fünf WM-Spielen schon 36 Treffer erzielt hat. Allerdings fehlt den Isländern die Ausgeglichenheit im Kader, was dem 47-Jährigen die größten Kopfschmerzen bereitet: "Wir haben nicht die notwendige Breite. Auf der Bank sitzen zu wenig Alternativen."

© SID

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