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21.01.2015

14:13 Uhr

Handball-WM in Katar

Deutsche Handballer im Hoch

Das Unentschieden gegen Dänemark hat im deutschen Handball-Lager ein WM-Hoch ausgelöst. Die Ziele lauten Einzug ins Achtelfinale und Gruppensieg. Vorher dem nächsten Gegner war aber noch Zeit für Zärtlichkeiten.

Nationaltrainer Dagur Sigurdsson (r.) schwört seine Jungs auf das nächste Spiel gegen Argentinien ein. Gegen die Südamerikaner will der Isländer nachlegen. dpa

Nationaltrainer Dagur Sigurdsson (r.) schwört seine Jungs auf das nächste Spiel gegen Argentinien ein. Gegen die Südamerikaner will der Isländer nachlegen.

DohaNach dem Glanzauftritt gegen Dänemark hätten die deutschen Handballer die ganze Welt umarmen können, ein paar Stunden später mussten am Weltknuddeltag die Teamkollegen reichen. „Ich werde mir mal 'Bambam' zur Brust nehmen“, sagte Torhüter Silvio Heinevetter am Mittwoch und machte sich im Teamhotel auf die Suche nach dem bulligen Kreisläufer Patrick Wiencek. Das 30:30 am Dienstagabend gegen den WM-Zweiten Dänemark hat die Spieler von Bundestrainer Dagur Sigurdsson in Hochstimmung versetzt und ihnen Lust auf das kommende Spiel gegen Argentinien gemacht.

„Das fühlt sich gut an. Aber man hat nach dem Spiel auch realisiert, was das für eine dünne Linie ist. Deswegen muss man am Boden bleiben und den Fokus halten. Deswegen ist die Konzentration erstmal nur auf Argentinien gerichtet“, erklärte Sigurdsson.

Gegen den Panamerikameister reicht der ungeschlagenen Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bereits ein Unentschieden zum vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale. Dem Isländer aber ist das nicht genug. „Es wäre zu früh, Kräfte zu schonen. Wir gehen das mit Vollgas an“, stellte er klar.

Fakten rund um die Handball-WM in Katar (1)

Das Turnier

Die deutschen Handballer haben bescheidene Ziele für die Handball-WM in Katar.

Vom 15. Januar bis 1. Februar wird der Nachfolger von Titelverteidiger Spanien gesucht.

Alle Informationen von dpa.

Qualifikation

Unter Bundestrainer Martin Heuberger verlor das deutsche Team beide Playoff-Spiele gegen Polen (24:25; 28:29). Doch der Weltverband IHF vergab eine Wildcard an die DHB-Auswahl als bestes Team der WM 2013, das sich nicht qualifizierte. Deutschland hatte in Spanien Platz fünf belegt.

Wildcard

Die IHF hat Australien ausgeschlossen. Dies tat sie mit der Begründung, dass Ozeanien keinen anerkannten Kontinentalverband hat. Dies sei den Australiern bereits vor den für ungültig erklärten Qualifikationsspielen mitgeteilt worden. Das Verfahren ist jedoch nicht nur wegen seiner Intransparenz umstritten. Schließlich hatte Australien zuvor an sieben WM teilgenommen (1999; 2001 bis 2013).

Streit

Es ist ein Novum, dass eine Wildcard vergeben wurde. Allerdings war es nicht das letzte Mal.

 

Noch mehr Nachrücker

Auch Island und Saudi-Arabien rückten auf Beschluss des Weltverbandes nach. Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten aus politischen Gründen zunächst zurückgezogen, nach Lösung der Probleme aber wieder teilnehmen wollen. Das ließ die IHF nicht zu.

Kuriosum

Warum aber der Sechste der Asienmeisterschaft und nicht Südkorea als Fünfter sowie Island als Nummer 1 einer Europa-Rangliste statt zum Beispiel Asiens Nummer sieben Kuwait nachrückten, ist unklar.

WM-Plätze

Neben dem Titelträger qualifizieren sich auch der Zweite und Dritte für die kommende WM 2017 in Frankreich. Sollten die Franzosen das Halbfinale erreichen, sind es gar die ersten Vier. Zudem steht Olympia auf dem Spiel. Der Weltmeister ist 2016 in Rio dabei.

„Es gibt keinen Grund für maximale Euphorie, aber ein bisschen zufrieden dürfen wir schon sein“, befand DHB-Leistungssportchef Bob Hanning. Mit zwei Siegen erst gegen Argentinien und zum Vorrundenabschluss am Samstag (jeweils 17.00 Uhr MEZ/Sky) gegen den krassen Außenseiter Saudi-Arabien würde das deutsche Team den im Vorfeld nicht für möglich gehaltenen Gruppensieg perfekt machen. „Jedes Spiel ist hier ein Endspiel“, sagte Sigurdsson.

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