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23.01.2015

14:30 Uhr

Handball-WM in Katar

DHB-Team entfacht Hype

Die deutschen Handballer haben mit dem vorzeitigen Einzug ins WM-Achtelfinale eine neue Begeisterung für ihre Sportart entfacht. Der Traum vom Wüstenmärchen lebt. Sogar Weltmeister schicken erste Glückwünsche.

Michael Kraus und die deutschen Handballer träumen vom Wüstenmärchen. dpa

Michael Kraus und die deutschen Handballer träumen vom Wüstenmärchen.

DohaIhre Handys summten und klingelten im Sekundentakt, als die deutschen Handballer am Freitagmittag zur Jeep-Safari in die Wüste vor den Toren Dohas aufbrachen. „Das ist schon verrückt“, sagte Torhüter Carsten Lichtlein nach seiner Gala-Vorstellung gegen Argentinien: „Wir bekommen nach den Spielen unzählige Nachrichten.“

Die Fußball-Weltmeister Mario Götze und Benedikt Höwedes gehörten ebenso zu den Gratulanten wie Beachvolleyball-Olympiasieger Jonas Reckermann oder der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). 15 Millionen Social-Media-Kontakte zählt die Presseabteilung des Deutschen Handball-Bundes seit Anfang des Turniers, Bezahlsender Sky jubelt über rasant wachsende Quoten - während sich die aus dem dubiosen Rechte-Poker abgesprungenen Öffentlich-Rechtlichen immer mehr ärgern dürften.

Die bemerkenswerten WM-Erfolge der Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson und das vorzeitige Erreichen des Achtelfinals haben in der Heimat eine neue Euphorie für die zuletzt so arg gebeutelte Sportart entfacht. Doch nicht nur bei den Fans erwachen allmählich Erinnerungen an 2007, an das goldene Wintermärchen im eigenen Land. „Wenn wir weiter gewinnen, dann wird die Euphorie immer größer, das haben wir auch 2007 gemerkt. Von Spiel zu Spiel wurde das immer mehr, und zum Schluss war das dann ein Hype. Wir hoffen, dass es noch weit geht“, sagte Lichtlein.

Fakten rund um die Handball-WM in Katar (1)

Das Turnier

Die deutschen Handballer haben bescheidene Ziele für die Handball-WM in Katar.

Vom 15. Januar bis 1. Februar wird der Nachfolger von Titelverteidiger Spanien gesucht.

Alle Informationen von dpa.

Qualifikation

Unter Bundestrainer Martin Heuberger verlor das deutsche Team beide Playoff-Spiele gegen Polen (24:25; 28:29). Doch der Weltverband IHF vergab eine Wildcard an die DHB-Auswahl als bestes Team der WM 2013, das sich nicht qualifizierte. Deutschland hatte in Spanien Platz fünf belegt.

Wildcard

Die IHF hat Australien ausgeschlossen. Dies tat sie mit der Begründung, dass Ozeanien keinen anerkannten Kontinentalverband hat. Dies sei den Australiern bereits vor den für ungültig erklärten Qualifikationsspielen mitgeteilt worden. Das Verfahren ist jedoch nicht nur wegen seiner Intransparenz umstritten. Schließlich hatte Australien zuvor an sieben WM teilgenommen (1999; 2001 bis 2013).

Streit

Es ist ein Novum, dass eine Wildcard vergeben wurde. Allerdings war es nicht das letzte Mal.

 

Noch mehr Nachrücker

Auch Island und Saudi-Arabien rückten auf Beschluss des Weltverbandes nach. Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten aus politischen Gründen zunächst zurückgezogen, nach Lösung der Probleme aber wieder teilnehmen wollen. Das ließ die IHF nicht zu.

Kuriosum

Warum aber der Sechste der Asienmeisterschaft und nicht Südkorea als Fünfter sowie Island als Nummer 1 einer Europa-Rangliste statt zum Beispiel Asiens Nummer sieben Kuwait nachrückten, ist unklar.

WM-Plätze

Neben dem Titelträger qualifizieren sich auch der Zweite und Dritte für die kommende WM 2017 in Frankreich. Sollten die Franzosen das Halbfinale erreichen, sind es gar die ersten Vier. Zudem steht Olympia auf dem Spiel. Der Weltmeister ist 2016 in Rio dabei.

Bei einem Trip in die Wüste durften Deutschlands Handballer am Tag nach dem Einzug ins Achtelfinale der WM ein wenig entspannen. Im letzten Vorrundenspiel am Samstag (17 Uhr live bei Sky) in Doha gegen Saudi-Arabien ist wieder volle Konzentration gefragt, schließlich geht es um den Gruppensieg. „Wir wollen das Spiel mit Vollgas angehen, damit unser Rhythmus aggressiv und gut bleibt“, gab Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Freitag als Marschrichtung vor.

Mit einem Sieg gegen den Außenseiter wird die deutsche Mannschaft Erster der Gruppe D und spielt im Achtelfinale am Montag gegen der Vierten der Staffel C. „Natürlich wollen wir unseren Rhythmus halten und auf Sieg spielen und Gruppensieger werden. Das ist für uns eine Ehrensache“, sagte der Isländer.

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