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31.01.2007

13:52 Uhr

Handball-WM

Spanier wittern Betrug

Spanien hat die Niederlage im Viertelfinale der Handball-WM noch nicht verwunden. Trainer, Spieler und die spanische Presse erhoben dabei schwere Vorwürfe gegen die Schiedsrichter und sprachen von "Diebstahl".

Deutschlands Torsten Jansen attackiert von den Spaniern, Foto: AP ap

Deutschlands Torsten Jansen attackiert von den Spaniern, Foto: AP

"In meinen Augen hatten wir keine Chance, das Spiel zu gewinnen. Die Schiedsrichter haben das Spiel entschieden", meinte der Trainer von Spaniens Handballern, Juan Carlos Pastor, nach der 25:27-Niederlage seines Teams gegen Gastgeber Deutschland.

Die Norweger Kenneth Abrahamsen und Arne Kristiansen seien in der Schlussphase der Partie vor der Kulisse der 19 000 Fans in der Kölnarena regelrecht eingeknickt und zu Heimschiedsrichtern geworden. "Ich hätte ihnen mehr Mut zugetraut, denn in den vorigen Spielen hatten sie gut gepfiffen", meinte der spanische Coach.

Auch seine Spieler präsentierten sich nach der gescheiterten Titelverteidigung als schlechte Verlierer. "Dies war der größte Diebstahl, den ich meiner Karriere erlebt habe", empörte sich Torwart David Barrufet, der immerhin 245 Länderspiele auf dem Buckel hat.

Nach Ansicht der Spanier griffen die Schiedsrichter von der 51. Minute an, als der Weltmeister erstmals zum Stand von 23:23 ausgeglichen hatte, spielentscheidend in die Partie ein. "Gleich nach unserem Ausgleich gaben sie ein Stürmerfoul, einen Siebenmeter und eine Hinausstellung gegen uns", listete Pastor auf. "Damit haben sie uns fertig gemacht."

Der spanische Coach argwöhnte gar, dass die Referees "auf Weisung von oben" gehandelt hätten und sein Team einer Verschwörung zum Opfer gefallen sei. "Die Deutschen mussten als WM- Gastgeber weiterkommen, und man wird sie noch weit bringen."

Bei Heiner Brand stießen die Äußerungen seines Kollegen auf Unverständnis. Der Bundestrainer sprach sogar von einer "groben Unsportlichkeit" und hob hervor: "Die Sache trübt meine Freude nicht im Geringsten. Ich weiß, dass diese Aussagen falsch sind."

Brand wies außerdem darauf hin, dass vielmehr Deutschland im Verlaufe des Turniers von den Referees schon benachteiligt worden sei. "Wer sich einem solchen Unsinn anschließt, sollte sich mal die letzten Minuten unseres Spiels gegen Frankreich anschauen und einmal überlegen, warum wir dort noch in Bedrängnis geraten sind", erklärte Brand mit Blick auf den 29:26-Hauptrundensieg seines Teams am vergangenen Samstag in Halle.

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