Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2007

08:49 Uhr

Handball WM

Trio als heiße WM-Anwärter, DHB-Team Geheimfavorit

Frankreich, Spanien und Kroatien, so beantworten die meisten Experten die Frage, wer wohl die größten Chancen auf den Titel bei der am Freitag beginnenden Handball-WM hat. Gastgeber Deutschland gilt als Geheimfavorit.

Vor der am Freitag beginnenden Handball WM stellt sich wie vor jedem Großereignis die Frage nach den Favoriten. "Frankreich ist vom Spielerpotenzial her super besetzt, dazu Spanien, Kroatien, Dänemark und auch wir", grenzt Bundestrainer Heiner Brand die aussichtsreichsten Kandidaten auf den WM-Titel ein.

Besonders die Franzosen genießen bei den Experten eine hohe Wertschätzung. In Thierry Omeyer vom deutschen Meister THW Kiel haben sie einen Weltklasse-Torhüter zwischen den Pfosten. Zudem zeichnen den WM-Dritten eine aggressive Abwehr und eine starke Offensive aus. "Sie haben überragende Individualisten im Rückraum", meinte Brand.

Kroatien entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum Albtraum des deutschen Teams. Im WM-Finale 2003 in Portugal musste sich das Team des Deutschen Handball-Bundes (DHB) dem WM-Zweiten von 2005 ebenso geschlagen geben, wie im Endspiel bei den Olympischen Spielen in Athen 2004. "Die Kroaten sind immer gefährlich und eine sehr unangenehm zu spielende Mannschaft. Daher sind sie neben Frankreich, Spanien und Dänemark der wirkliche Top-Favorit", meinte Nationalspieler Florian Kehrmann vom TBV Lemgo.

Balic als Dreh- und Angelpunkt der Kroaten

Spielmacher Ivano Balic, der bei den vergangenen Großveranstaltungen fünfmal in Folge zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt wurde, ist der entscheidende Akteur im Team des EM-Vierten. Die Mannschaft könnte ihren Leistungszenit allerdings schon ein wenig überschritten haben.

Einen absoluten Top-Star hat der EM-Zweite Spanien nicht in seinen Reihen. "Die Mannschaft lebt von der Geschlossenheit", sagte Brand. Im EM-Finale 2006 in der Schweiz kassierten die Iberer eine unerwartet deutliche Niederlage gegen die Franzosen (23:31). Dafür wollen sie sich revanchieren.

Neben den drei Top-Teams und Gastgeber Deutschland könnten der EM-Dritte Dänemark, der Olympia-Dritte Russland, der WM-Zwölfte Slowenien und der EM-Siebte Island für Überraschungen sorgen. Als bestes nicht-europäisches Team gilt Tunesien mit WM-Torschützenkönig Wissem Hmam. Der Afrikameister wurde vor zwei Jahren bei der WM-Endrunde im eigenen Land sensationell Vierter.

Exoten machen die Hauptrunde bunter

Während für die Top-Teams die WM erst im Viertelfinale richtig beginnt, dürfte für die Exoten schon der Einzug in die Hauptrunde utopisch sein. Für Grönland, erst seit 1998 Mitglied im Weltverband IHF, ist es die dritte WM-Teilnahme. Das Team besteht fast ausschließlich aus Amateuren, die als Kellner, Lehrer oder Fischer auf der größten Insel der Welt arbeiten.

Auch die Australier werden den Favoriten nur als Trainingspartner dienen. 2003 und 2005 wurden sie jeweils Letzter, zudem gab es in Portugal 2003 eine 15:55-Pleite gegen Island. Angola ist für seine unorthodoxe Spielweise bekannt. Die Afrikaner greifen fast die gesamte Spieldauer mit einer offensiven Manndeckung ihre Gegner schon kurz hinter der Mittellinie an. Was für die Zuschauer interessant ist, wird die Gegner erstmal verwirren.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×