Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.08.2014

08:32 Uhr

Hanse Sail in Rostock

Manager hart am Wind

VonHilal Kalafat

Eine Segelregatta ähnelt der Führung eines Unternehmens: Teamwork ist wichtig, ein Chef mit Übersicht und Kommunikationsstärke auch. Manager entdecken den Segelsport – privat und auch als Instrument für ihre Firmen.

Manager halten den Kurs: Nicht nur sprichwörtlich, sondern auch im Wortsinn. Getty Images

Manager halten den Kurs: Nicht nur sprichwörtlich, sondern auch im Wortsinn.

DüsseldorfOracle-Gründer Larry Ellison tut's, Ex-SAP-Chef Hasso Plattner auch und US-Milliardär Bill Koch ebenfalls: Sie geben den Kurs vor und halten ihn – wenn nötig auch mitten im Sturm. Sie alle segeln hart am Wind – und das nicht nur im übertragenen Sinn als Chefs von großen Unternehmen.

Sie alle sind dem Segeln erlegen – einem Sport, der besonders Führungskräfte, Manager und Unternehmensbosse fasziniert. So kommen auch viele Unternehmer, oft auf Einladung der Wirtschaftsfördergesellschaft Rostock Business, zur Hanse Sail, die noch bis Sonntag läuft. 200 Teilnehmerschiffe und Hunderttausende Besucher machen Rostock derzeit so zum maritimen Mittelpunkt.

Dabei geht es längst nicht nur darum, Schiffe wie die russische Viermast-Barken „Sedov“ mit einer Länge von 117,5 Metern zu bewundern. Es geht auch ums Geschäft. „Die Veranstaltung ,Business meets Hanse Sail' bietet uns die Möglichkeit, mehr als 500 Entscheidern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Standortvorteile Rostocks zu präsentieren“, sagt Christian Weiß, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock mbH Handelsblatt Online.

Segelbegriffe im Alltag und im Job

Seglersprache

Die Segler verwenden für die verschiedensten Dinge Vokabeln und Bezeichnungen, die nicht jedermann bekannt sind. Eine einheitliche Sprache an Bord ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Zusammenspiel der kleinen „Seemannschaft“. Oftmals kommt es bei Manövern darauf an, dass bestimmte Handgriffe schnell und exakt ausgeführt werden, um eine Havarie zu vermeiden.

Quelle für das kleine Lexikon: Joachim Schmidt, ehemaliger Marineoffizier.

Segelbegriffe in Unternehmen

Die Sprache der Segler wird dem Kommunikationswissenschaftler Wulf-Hinnerk Vauk zufolge selten in Unternehmen benutzt. Allerdings kann man die Regeln beim Segeln auf die Firmen übertragen.

Abmustern

Einen Seemann offiziell entlassen, ein Seemann verlässt sein Schiff offiziell. Im übertragenen Sinne: Ein Mitarbeiter verlässt die Firma (Gegenteil: anmustern)

Abwettern

Ein schweres Wetter (einen Sturm) ohne Schaden überstehen. Im übertragenen Sinne: Eine schwierige Situation durchstehen.

Achteraus fallen

Ein Seezeichen, Land oder ein anderes Segelboot bleibt hinter dem eigenen zurück. Im übertragenen Sinne: Einen Konkurrenten hinter sich lassen oder selbst im Vergleich zur Konkurrenz zurückfallen.

Alle Mann Manöver

Die gesamte Besatzung muss mithelfen (Proviantübernahme). Im übertragenen Sinne: Die gesamte Belegschaft muss sich für ein Ziel ins Zeug legen.

Ballast über Bord werfen

Auf Überflüssiges verzichten. Alles über Bord werfen. Im übertragenen Sinne: Nicht notwendige Teile der Firma aufgeben.

Dümpeln

Dümpeln (vor sich hindümpeln): Leicht wackeln, schaukeln. (Schiffe dümpeln im Hafen). Im übertragenen Sinne: Man erzielt keinen Fortschritt, tritt auf der Stelle.

Schmackhaft wird den Unternehmern die Hansestadt auch durch das Mitsegeln auf der Traditionsseglerveranstaltung. Während der vier Tage stehen auf großen und kleinen Seglern 20.000 Plätze zum Mitsegeln zur Verfügung. Bei den Segeltörns auf der Ostsee können Unternehmer traditionelle Windjammer und Großsegler chartern und mit Kunden und Mitarbeitern, zum Beispiel bei maritimen Bordpartys feiern und damit Kontakte knüpfen.

Einer der Manager, den der Segelsport gefesselt hat, ist Bernhard Niemann. „Kein Telefon und pure Entspannung. Auf dem Schiff kann man einfach abschalten und den Stress im Büro vergessen“, sagt der Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Niemann Consulting GmbH.

Der Magdeburger, der bereits seit 25 Jahren segelt, hat den Sport schon als Student für sich entdeckt. „Die Eltern eines Studienfreundes besaßen ein kleines Segelboot, und wir durften damit fahren“, sagt der segelnde Unternehmer. Später hat er sich ein eigenes Boot gekauft. Eine Jolle, ein kleines Boot, mit dem Niemann über Ostsee gesegelt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×