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13.01.2007

08:26 Uhr

Hockey International

Deutsche Hockey-Damen vor schwieriger Aufgabe

Ein harter Kampf erwartet die deutschen Hockey-Damen bei der heute beginnenden Champions Trophy in Argentinien. Das Team des neuen Bundestrainers Michael Behrmann möchte sich so teuer wie möglich verkaufen.

Heute beginnt in Australien die Champions Trophy der Damen. Auf den neuen deutschen Bundestrainer Michael Behrmann wartet dabei eine schwere Aufgabe. Der 40-Jährige soll in Quilmes bei Buenos Aires mit einer völlig neu zusammengesetzten Mannschaft den Absturz in die Zweitklassigkeit vermeiden und gleichzeitig die Weichen für die noch wichtigere Europameisterschaft mit Olympia-Qualifikation im August in Manchester stellen.

Wohl nie hatte ein neuer Bundestrainer einen schwierigeren Start als der 40 Jahre alte Hamburger, der Anfang November Nachfolger des zu den Herren gewechselten "Goldcoaches" Markus Weise wurde. Mitten in der deutschen Hallensaison muss er sein Team auf die Trophy vorbereiten und musste dazu noch zehn Absagen etablierter Spielerinnen aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen hinnehmen. Die vier Testspiele in Südafrika über den Jahreswechsel fielen dann mit zwei Niederlagen gegen Weltmeister Niederlande, einem Sieg und einem Unentschieden gegen Südafrika auch nur "gemischt" aus.

Chancen gegen Spanien und Japan

"Weder die gestandenen Spielerinnen noch die Jungen haben am oberen Limit gespielt", meinte Behrmann: "Dennoch werden wir guter Dinge nach Argentinien reisen. Wir müssen dort sehr diszipliniert spielen." Insbesondere gegen Spanien und Japan rechnet sich Behrmann Chancen aus. Argentinien, der Auftaktgegner der deutschen Mannschaft in der Nacht zum 14. Januar (0.15 Uhr MEZ), die Niederlande und Australien sind wohl zu stark.

Die deutsche Mannschaft darf nur an der Trophy teilnehmen, weil sie das Turnier im Sommer erstmals gewinnen konnte. Die fehlende Konstanz und Unberechenbarkeit war immer typisch für das Team, das 2004 ebenso überraschend Olympiasieger wurde, wie es bei der WM im Oktober mit Platz acht das schlechteste Ergebnis in der deutschen Hockeygeschichte verkraften musste. Weise wirkte deshalb zuletzt zunehmend ratlos angesichts der Launen seiner "Wundertüten."

Generationswechsel einleiten

An Behrmann liegt es nun, einen Generationswechsel einzuleiten. Als Coach hat er die Junioren "U21" im Sommer zum EM-Titel geführt, nun soll er die Toptalente aus der Nachwuchsmannschaft bei den "Großen" integrieren. "Ich weiß, dass Weise gemeint hat, die Nachwuchsspielerinnen wären noch nicht so weit", sagt Behrmann: "Das sehe ich etwas anders." Außerdem erhofft er sich so mehr Druck auf die Etablierten: "Das ist etwas, was die älteren Spielerinnen wollen. Sie fordern die Konkurrenzsituation."

In Quilmes müssen sich die Juniorinnen im Kader erstmals auf einem großen Turnier beweisen. Behrmann sieht die Absagen von Stars wie Natascha Keller, Marion Rodewald, Silke Müller oder Anke Kühn auch als Chance: "Die Nachwuchsspielerinnen brauchen unbedingt die Erfahrungen von Länderspielen auf internationalem Top-Niveau. Diese Möglichkeit wollen wir bei der Trophy nutzen."

© SID

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