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15.07.2015

16:39 Uhr

Höhere TV-Einnahmen

Formel-1-Einstieg wird teuer für Katar

Es läuft wieder besser für die Rennserie Formel 1. Nachdem der Grand Prix in Silverstone zahlreiche Zuschauer zurückbrachte, bescheren gute TV-Deals der F1 steigende Einnahmen. Das verteuert die mögliche Übernahme.

Lewis Hamilton feiert seinen Sieg in Silverstone vor Fans. Reuters

Britischer Grand Prix 2015

Lewis Hamilton feiert seinen Sieg in Silverstone vor Fans.

DüsseldorfLeere Tribünen und sinkende Einschaltquoten – die Zeiten in denen die Formel 1 zum Zuschauermagneten taugte, liegen weit zurück. In der Vorsaison verzeichnete RTL die schlechtesten Quoten seit 20 Jahren. Doch siehe da: Nun verbucht der TV-Sender bei den Live-Übertragungen der Formel 1 leicht steigende Quoten. Den Großen Preis von Großbritannien sahen Anfang Juli durchschnittlich 4,66 Millionen Zuschauer. Sie sorgten nach RTL-Angaben für einen Marktanteil von 30,2 Prozent. Bereits bei den Übertragungen der Rennen aus Kanada und Österreich hatte RTL verbesserte Werte registriert.

Die Budgets und Mitarbeiter der Formel-1-Teams

Ferrari

Budget: 240 Millionen Euro
Mitarbeiter: 700

Mercedes

Budget: 250 Millionen Euro
Mitarbeiter: 550

Red Bull

Budget: 240 Millionen Euro
Mitarbeiter: 640

Williams

Budget: 140 Millionen Euro
Mitarbeiter: 500

McLaren

Budget: 230 Millionen Euro
Mitarbeiter: 560

Force India

Budget: 95 Millionen Euro
Mitarbeiter: 320

Toro Rosso

Budget: 120 Millionen Euro
Mitarbeiter: 320

Lotus

Budget: 85 Millionen Euro
Mitarbeiter: 500

Sauber

Budget: 100 Millionen Euro
Mitarbeiter: 300

Nach dem Renn-Spektakel von Silverstone hofft die Formel 1 jetzt auf ein Ende ihrer Image-Krise. „Manchmal passieren die Dinge zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Vor der Rekord-Kulisse von 140.000 Zuschauern an der Strecke hatte der neunte Saisonlauf Action wie lange nicht geboten. Zuletzt hatte es immer wieder Diskussionen um fehlende Spannung und überfällige Reformen gegeben.

Unter dem Eindruck der anhaltenden Mercedes-Dominanz und der fehlenden Konkurrenzfähigkeit vieler Teams hatte die Strategiegruppe der Formel 1 schon vor dem Grand Prix von Großbritannien Reformen beschlossen. Elektronische Starthilfen sind schon vom übernächsten Rennen an verboten, der Fahrer soll grundsätzlich wieder mehr in den Mittelpunkt rücken.

Und auch finanziell läuft es gut: Der Gewinn der Formel 1 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen (EBITDA) stieg 2014 um vier Prozent auf rund 1,13 Milliarden Dollar, dank gestiegener TV-Erlöse.

Einstieg in den Rennzirkus: Katars Zauber-Formel

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Der Wüstenstaat will zum Sportzentrum der Welt werden. Deshalb streben die Gas-Milliardäre nun den Einstieg in die Formel 1 an. Doch was ist die Rennserie überhaupt noch wert?

Die Gewinnsteigerung wurde teils durch gestiegene TV-Einnahmen in der Golfregion erzielt, andererseits durch sogenannte Wertsteigerungsverträge, die jährlich einen Zuwachs von 10 Prozent bringen. Die Verkäufe stiegen 2014 auf 1,3 Milliarden US-Dollar. Die Siegesprämie der Teams, inklusive Ferrari, Mercedes und McLaren, legten um acht Prozent auf 863 Millionen Dollar zu.

Die Meldung über steigende Gewinne tangiert auch die Übernahmeverhandlungen: Denn das Scheichtum Katar will einem Insider zufolge die Beteiligung des Finanzinvestors CVC an der weltgrößten Automobil-Rennsportserie kaufen. CVC Capital Partners hält 35,5 Prozent an der Formel 1. Mit dem Emirat verbündet hat sich RSE Ventures um den US-Immobilienmilliardär Stephen Ross, dem die Miami Dolphins gehören. Die Gespräche sollen sich in einem frühen Stadium befinden, die Investmentbank Goldman Sachs betreut auf Verkäuferseite den Deal. Die Bieter wären bereit bis zu 8 Milliarden Dollar für die Anteile der CVC zu zahlen.

Hoffnung macht auch der Blick in die USA, denn hier könnte es in der kommenden Saison die Chance auf ein weiteres US-Team geben: Eine Investorengruppe um James Carney und Tavo Hellmund überprüft laut „Motorsport.com“ gerade die Übernahme eines F1-Teams, Berichten zufolge handelt es sich dabei um das finanziell chronisch angeschlagene Manor-Team. Neben einer möglichen Übernahme durch US-Milliardär Stephen Ross, könnten zwei US-Teams die Formel 1in den Vereinigten Staaten von ihrem Nischendasein befreien.

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