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26.01.2005

20:10 Uhr

Hoyzer beteuert Unschuld - DFB erstattet Strafanzeige

Schiedsrichter-Affäre wird immer brisanter

In der Affäre um den unter Betrugsverdacht stehenden Schiedsrichter Robert Hoyzer hat der Deutsche Fußball-Bund am Mittwoch Strafanzeige erstattet. Unterdessen wird nicht ausgeschlossen, dass auch Spieler in die Affäre verwickelt sein könnten.

Klaus Toppmöller diskutiert aufgebracht mit Schiedsrichter Robert Hoyzer. Foto dpa

Klaus Toppmöller diskutiert aufgebracht mit Schiedsrichter Robert Hoyzer. Foto dpa

HB DÜSSELDORF. Nach einem Bericht des Hamburger Magazins "Stern" soll der unter Manipulationsverdacht stehende Hoyzer regelmäßige Verbindungen zur kroatischen Mafia gehabt haben. "Ich habe bestätigt, dass dies der Fall sein soll. Es soll Verbindungen nach Berlin gegeben haben. Diese Hinweise lagen uns vor", erklärte Harald Stenger, Pressesprecher des Deutschen Fußball- Bundes (DFB), in Frankfurt. Der DFB kann aber nicht einschätzen, ob es tatsächlich eine Mafia-ähnlicher Struktur um Hoyzer herum gäbe.

Am Mittwochabend teilte der DFB mit, dass er am Nachmittag bei der Staatsanwaltschaft Berlin im Fall Hoyzer Strafanzeige erstattet hat. Die zuvor angefragte Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte auf die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft Berlin verwiesen. Ziel des DFB ist es, zusätzlich zu den weiter andauernden Untersuchungen des DFB-Kontrollausschusses staatsanwaltschaftliche Ermittlungsmaßnahmen zu veranlassen, die ausschließlich staatlichen Organen, nicht aber dem DFB erlaubt sind. Man erhofft sich vor allem die Klärung der Frage, welche Personen hohe Wetteinsätze auf von Hoyzer geleitete Spiele gesetzt haben und ob eine Verbindung von ihnen zu Hoyzer besteht.

Unterdessen kämpft der 25-jährige Hoyzer mit juristischen Mitteln um seinen Ruf. Sein Rechtsanwalt Stephan Holthoff-Pförtner hat die "Rücktrittserklärung" angefochten, die sein Mandant am vergangenen Freitag bei der Anhörung durch den DFB unterschrieben hat. Hoyzer sei dabei mit den Vorwürfen konfrontiert und "zur Vermeidung weiterer Nachteile für ihn" mit Nachdruck zum Unterschreiben der Erklärung veranlasst worden, hieß es in einer Mitteilung der Essener Kanzlei. Außerdem sei Hoyzer bisher aus dem Verein Hertha BSC "nicht wirksam ausgetreten" und werde "dies auch in Zukunft nicht tun". Damit unterliegt der Jung-Referee weiter der Verbandsgerichtsbarkeit.

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