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01.02.2005

18:03 Uhr

Hoyzer hat neun Spieler und drei Schiedsrichter belastet

Wettskandal erreicht Bundesliga

Der Wettskandal erreicht die Fußball-Bundesliga: Erstmals steht mit dem Spiel Kaiserslautern gegen Freiburg vom vergangenen November eine Erstligapartie unter Betrugsverdacht.

HB FRANKFURT/DRESDEN. Der geständige Schiedsrichter Robert Hoyzer habe in seiner Vernehmung behauptet, möglicherweise sei auch das Bundesliga- Spiel Kaiserslautern - SC Freiburg im November 2004 manipuliert worden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekräftigte indes, ihm lägen keine Erkenntnisse über Manipulationen in der Ersten Liga vor. Der Zweitligist Dynamo Dresden räumte am Dienstag ein, vor einer Begegnung gegen Preußen Münster im Juni 2003 habe einer seiner Spieler 15 000 Euro für die Mannschaftskasse von einem Unbekannten erhalten. Es sei aber möglich, dass es sich um eine übliche "Motivationsprämie" eines Sponsors gehandelt habe. Der Verein habe aber nicht bewusst an Betrügereien mitgewirkt.

Hoyzer hat der "Bild"-Zeitung zufolge neun Spieler, drei Schiedsrichter und einen Funktionär belastet. Der 25-jährige hatte bereits vor Tagen zugegeben, mehrere Parteien manipuliert und dafür Geld von einer kroatischen Wettmafia bekommen zu haben. Zudem hatte er erklärt, auch andere Schiedsrichter und Spieler seien an den Manipulationen beteiligt. Dem DFB lagen zuletzt Einsprüche gegen neun Spiele aus der Zweiten Liga, dem Pokal und der Regionalliga vor.

Auch die "Bild"-Zeitung berichtete am Dienstag über den Verdacht der Manipulation des Erstliga-Spiels Kaiserslautern - Freiburg. Die Staatsanwaltschaft ermittle in dem Fall. Zwei der drei Treffer beim 3:0 Sieg von Kaiserslautern seien umstritten gewesen, da ihnen Foul-Spiele vorangegangen seien, die der Schiedsrichter nicht gepfiffen habe. Hoyzer habe in seiner Vernehmung erklärt, dass der Schiedsrichter über einen Mittelsmann von der kroatischen Wettmafia angeworben sein soll. Der Schiedsrichter selbst wies der Zeitung zufolge in einer eidesstattlichen Erklärung Manipulationsvorwürfe zurück.

Der SC Freiburg hat sich zum Verdacht der Manipulation durch Schiedsrichter Jürgen Jansen zurückhaltend geäußert. "Ich kann mich erinnern, dass in dem Spiel zwei umstrittene Entscheidungen zu Gegentoren für uns geführt haben. Wir sollten uns mit direkten Äußerungen aber noch bedeckt halten", sagte SC-Trainer Volker Finke am Dienstag.

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