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23.01.2005

11:59 Uhr

HSV prüft Schadenersatzforderung

Toppmöller: Schiri hat mich den Job gekostet

Ex-HSV-Trainer Klaus Toppmöller kann es nicht fassen: Dass der der Schiebung von Bundesliga-Spielen verdächtigte Schiedsrichter Hoyzer gegen den Klub pfiff, hatte er schon während des mutmaßlich verschobenen Spiels moniert.

HB BERLIN. Der frühere HSV-Trainer Klaus Toppmöller wirft Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer vor, ihm den Job gekostet zu haben. Hoyzer war am Samstag vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) beschuldigt worden, Spiele manipuliert und sich so Wettvorteile verschafft zu haben.

Dazu soll eine Partie des Bundesliga-Klubs HSV gehört haben - das Erstrunden-Pokalspiel beim SC Paderborn am 21. August 2004, das der Regionalligist mit 4:2 gewonnen hatte, offenbar dank offensichtlicher Fehlentscheidungen Hoyzers. «Der Schiri hat mich den Job gekostet. Wir waren gut drauf bis zur Pleite in Paderborn. Aber dann ging's abwärts», sagte Toppmöller «Bild am Sonntag» (BamS). Der Trainer war im Oktober 2004 wegen anhaltender Erfolglosigkeit entlassen worden.

Toppmöller behauptet, Hoyzer hätte schon während des Pokalspiels in der Kabine gesagt: «Die Hamburger können machen was sie wollen, die haben sowieso keine Chance.» Bereits am 7. August 2004 hatte Toppmöller sich mit dem 25 Jahre alten Berliner Referee während des 0:2 bei Bayern München angelegt. Toppmöllers Aussage nach ist der Trainer in solchen Situationen machtlos. «Wenn Du von Betrug sprichst, wirst Du ja auch gesperrt.»

Der beschuldigte Schiedsrichter war bereits am Freitag aus seinem Verein Hertha BSC sowie als Referee zurückgetreten. Beim 2:4 der Hamburger in Paderborn hatte er einen umstrittenen Elfmeter gegen den HSV gepfiffen und Emile Mpenza wegen Beleidigung mit Rot vom Platz geschickt. Der DFB hegt den Verdacht, dass Hoyzer damals Geld auf einen Sieg des Drittliga-Klubs gewettet hat.

HSV-Chef Bernd Hoffmann kündigte in der «BamS» an: «Wir werden prüfen lassen, ob wir Schadenersatz-Forderungen stellen können und ob es Konsequenzen für den laufenden DFB-Pokalwettbewerb gibt». Am Samstagabend hatte Hoffmann im ZDF -«Sportstudio» gesagt: «Hier ist dem Hamburger SV und dem deutschen Fußball ein großer Schaden zugefügt worden. Wir werden alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen, damit dieses Unrecht wieder gut gemacht wird.»

Der DFB hat indes eine Wiederholung der möglicherweise verschobenen Spiele zunächst ausgeschlossen. «Das ist nach erster Prüfung unserer Juristen nicht möglich», sagte DFB - Pressechef Harald Stenger.

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