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18.01.2007

06:58 Uhr

Im Gespräch mit: Michael Scheeren

"Formel 1 des Wassers"

VonDie Fragen stellte Peter Steinkirchner
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Michael Scheeren ist Chef des United-Internet-Teams, der ersten deutschen Mannschaft beim America‘s Cup. Im Interview spricht er über die Chancen seines Teams, die Unterstützung aus Deutschland und den Bedarf von Veränderungen im Reglement der Segel-Regatta.

Herr Scheeren, Ihr neues Boot haben Sie Germany I genannt und da es 2007 weder Fußball-WM noch Olympische Spiele gibt, sind Sie eines der sportlichen Aushängeschilder der Republik - sind Sie zufrieden mit der Unterstützung hierzulande?

Im Großen und Ganzen sehen wir uns ganz gut unterstützt - bei der Taufe unseres Cuppers konnten wir beispielsweise die Frau des Bundespräsidenten als Taufpatin gewinnen. Allerdings finden wir noch nicht überall die Unterstützung, die wir uns wünschen. Beispielsweise sind wir bei der Suche nach Sponsoren nicht so weit, wie wir gern sein würden.

Warum halten sich Unternehmen so zurück - beim US-Team BMW Oracle sind mit BMW und der Allianz zwei deutsche Konzerne an Bord, und T-Systems unterstützt das südafrikanische Boot?

Die Konzerne wollen sehen, was wir können - und da haben wir zwar schon einige Siege auf dem Konto. Aber mit dem bisher Erreichten...

...Sie rangieren auf Rang elf von zwölf Teilnehmern...

...ist keiner bei uns zufrieden.

Wie groß ist die Chance, Werbung in eigener Sache zu machen, indem Sie besser platzierte Teams schlagen?

Wir haben eine gute Mannschaft an Land wie auf dem Boot und mit Jesper Bank einen erstklassigen Skipper. Deshalb hoffe ich schon, dass es bei uns für den einen oder anderen Sieg reicht.

Welche Rolle spielen deutsche Zulieferer in Ihrer Kampagne?

Die Kampagne soll der ganzen Welt zeigen, dass es in Deutschland die Möglichkeiten gibt, technologisch anspruchsvolle Projekte zu realisieren. Deshalb legen wir großen Wert darauf, einen Kreis von Unternehmen um uns zu bilden, der uns technologisch weiterhilft. Das Boot ist bei der Knierim-Werft in Kiel gebaut worden, entworfen haben es Fietje Judel und Torsten Conradi in Bremerhaven. Und bei den Materialien vom Stahl bis zum Kunststoff ist Deutschland allemal in der Lage, weltweit vorn dabei zu sein.

Nutzen Sie diese Kontakte auch, um für die nächste Ausrichtung des Cups ein weiteres Boot zu bauen?

Ich gehe schon davon aus, dass wir bei der nächsten Kampagne ein neues Boot brauchen werden. Das kann ganz leicht schon deshalb nötig werden, weil beim America's Cup der Titelverteidiger die Regeln für die nächste Austragung festlegen darf: The winner takes it all - und da kann es gut sein, dass sich die Spezifikationen für die Boote erneut ändern werden.

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