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02.02.2007

10:03 Uhr

Im Interview: Biathletin Kati Wilhelm

„Die Farbe der Medaille ist mir egal“

VonDie Fragen stellte Ralf Drescher

Kati Wilhelm zählt bei der bevorstehenden Biathlon-Weltmeisterschaft in Antholz zu den Favoritinnen. Im Handelsblatt-Interview spricht sie über ihre eigenen Erwartungen, das Problem mit dem Staffelgold und den Stellenwert ihres Sport bei den Sponsoren.

Kati Wilhelm Foto: ap ap

Kati Wilhelm Foto: ap

Handelsblatt: Nach vier Podestplätzen in Folge starten Sie im gelben Trikot zur Weltmeisterschaft nach Antholz. Hätten Sie sich die Favoritenbürde nicht gerne erspart?

Kati Wilhelm: Mein Ziel war es nicht, dass ich vor der WM ins gelbe Trikot laufe. Aber ich nehme es natürlich gerne. Der Druck ist ja auch nicht ungewohnt für mich. Ich hatte letztes Jahr vor Olympia das gelbe Trikot und auch bei der WM im Jahr davor. Und zu den Favoriten zähle ich nach den Ergebnissen im vergangenen Jahr ohnehin. Den Anspruch habe ich auch selber an mich.

Ist Ihre Form denn schon wieder so gut wie bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr ?

Nein, ganz so weit bin ich noch nicht wieder, vor allem läuferisch. Dafür, dass ich es dieses Jahr in der Vorbereitung etwas ruhiger habe angehen lassen, läuft es aber schon überraschend gut. In den letzten Rennen bin ich immer besser in Schwung gekommen und kann jetzt vielleicht auch mit einem Schießfehler aufs Podest fahren.

In Turin haben Sie gleich drei Medaillen geholt. Was haben Sie sich für die WM vorgenommen?

Mit dem Sprint, der Verfolgung und dem Massenstart habe ich gleich drei Rennen, wo ich mir gute Chancen ausrechne. Wenn ich in einem der drei Wettbewerbe eine Medaille hole, bin ich zufrieden – egal, welche Farbe sie hat.

Und was ist mit dem Einzelrennen über 15 Kilometer?

Es ist ja kein Geheimnis, dass die lange Distanz nicht meine Lieblingsstrecke ist. Das Einzelrennen ist schwer, weil man hier auf der Strecke überhaupt keine Orientierung hat, wie man im Rennen liegt. Vielleicht sträubt sich auch irgendetwas in mir gegen die harte Zeitstrafe von einer Minute für einen Fehlschuss. Aber wer weiß: Vielleicht gelingt mir ja bei dieser WM der Durchbruch auf der Langstrecke.

Auf einen Durchbruch warten die Fans seit einiger Zeit auch in der Staffel. Bei den letzten Großereignissen hat es zu mehr als Platz zwei nie gereicht.

Ja, irgendwie haben wir ein Problem mit der Staffel. Geht man nach den Einzelergebnissen, müssten wir in der Staffel eigentlich immer vorne liegen. Aber während etwa die Russinnen in der Staffel Leistungen aus sich rausholen, die sie im Einzel nicht schaffen, scheint es bei uns genau umgekehrt zu sein. Wir vergeben unsere Chancen am Schießstand, weil wir fast immer mit einer Strafrunde rausgehen. Früher, als die Laufrunde in der Staffel 7,5 Kilometer lang war, konnte man das auf der Strecke schon mal gut machen. Aber auf sechs Kilometern ist das jetzt nahezu unmöglich.

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