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10.09.2013

18:05 Uhr

Internationales Olympisches Komitee

Thomas Bach zum IOC-Präsidenten gewählt

Thomas Bach hat es geschafft. Der Sportfunktionär ist zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gewählt worden – als erster Deutscher. Bach gewann im zweiten Wahlgang.

Thomas Bach ist in Buenos Aires zum neuen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gewählt worden. AFP

Thomas Bach ist in Buenos Aires zum neuen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gewählt worden.

Buenos AiresThomas Bach ist am Dienstag in Buenos Aires als erster Deutscher zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gewählt worden. Der 59-jährige Jurist erhielt bei der 125. IOC-Vollversammlung im zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen. Er tritt die Nachfolge des Belgiers Jacques Rogge an, der nach zwölf Jahren aus dem Amt scheidet. Bach wurde für acht Jahre gewählt mit einer Chance auf weitere vier Jahre.

Bach wurde seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich im zweiten Wahlgang mit der absoluten Mehrheit der Stimmen gegen vier im Wettbewerb verbliebene Konkurrenten durch. Wu Ching-Kuo aus Taiwan war als erster der sechs Kandidaten bereits in der ersten Runde ausgeschieden.

Die Karriere von Thomas Bach

1971

Als Schützling des Tauberbischofsheimer Erfolgstrainers Emil Beck Dritter bei der Junioren-WM im Florett – sein erster großer Erfolg.

1973

Studium der Rechts- und Politikwissenschaften.

1975

Erste Aktivensprecher-Rolle im Deutschen Fechter-Bund.

1976

Olympiasieger in Montreal mit der Mannschaft. Zudem Weltmeister, ebenfalls mit der Mannschaft.

1977

Zum zweiten Mal Weltmeister mit der Mannschaft. Mitgliedschaft in der Athleten-Kommission des Deutschen Sportbundes.

1979

Mit WM-Bronze im Team beendete er seine Athletenkarriere. Vorsitzender der Athleten-Kommission des Deutschen Sportbundes (bis 1981).

1980

Frontmann beim vergeblichen Kampf gegen den bundesdeutschen Olympia-Boykott der Moskau-Spiele 1980.

1981

Von NOK-Präsident Willi Daume nominierter Sprecher der Athleten beim 11. Olympischen Kongress in Baden-Baden. Bis 1988 Mitglied der dort gegründeten Athleten-Kommission des Internationalen Olympischen Komitees.

1982

Persönliches Mitglied des deutschen NOK (bis 1991).

1983

Promotion (summa cum laude). Im selben Jahr Gründung einer eigenen Rechtsanwaltskanzlei.

1985

Zweijährige Tätigkeit beim Sportartikel-Hersteller Adidas als Direktor für Promotion.

1988

Vorsitzender des mittelständischem Beraterkreises des Bundeswirtschaftsministeriums.

1991

Auf Vorschlag des aus dem IOC zurückgetretenen Daume Aufnahme in das IOC als persönliches Mitglied und bis 1995 bereits Mitglied in fünf Kommissionen.

1994

Vorsitzender der Berufungskammer des Internationalen Sportgerichtshofes CAS.

1996

Erste Wahl in das Exekutivkomitee des IOC.

1998

Erstes Aufsichtsrats-Mandat mit Vorsitz bei der Michael Weining AG, dem bis 2009 fünf weitere Mandate in Aufsichtsräten, Beiräten und Verwaltungsräten folgen.

2000

Weitere vier Jahre Mitgliedschaft in der IOC-Exekutive als Vizepräsident.

2001

Vorsitz der juristischen Kommission im IOC sowie Sport und Recht.

2002

Vorsitz der Evaluierungskommission für die Winterspiele 2002. Vorsitzender der Disziplinarkommission bei Olympia.

2004

Vorsitz der Evaluierungskommission für die Sommerspiele 2004. Chefverkäufer für europäische TV- und Medienrechte.

2006

Zweite Vizepräsidentschaft im IOC. Gründungspräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) als Fusion aus DSB und NOK. Von 2006 an Präsident der deutsch-arabischen Industrie- und Handelskammer Ghorfa.

2010

Dritte Vizepräsidentschaft. Damit gehört Bach der IOC-Regierung mehr als 15 Jahre an, mit verantwortlicher Arbeit in insgesamt neun Kommissionen.

Die Wahl ins höchste Amt des Weltsports bedeutet für den Fecht-Olympiasieger von 1976 die Krönung seiner Laufbahn als Sportfunktionär. Zehn Jahre lang war Bach unter Rogge Vizepräsident des IOC. Nach dem gescheiterten Anlauf von Willi Daume 1980 in Moskau war er erst der zweite Deutsche, der den Aufstieg auf den Olymp versuchte.

Der Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim will in seiner Amtszeit das sportliche Weltparlament für Diskussionen mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur öffnen und eine professionellere Entscheidungsfindung fördern. Seit seinem IOC-Eintritt 1991 hat der konservative Jurist dank verschiedener Rollen viele Facetten von Olympia kennengelernt.

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Von

dpa

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