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20.02.2006

07:01 Uhr

Interview mit Kati Wilhelm

„Jetzt kann ich endlich wieder ruhig schlafen“

VonDie Fragen stellte Ralf Drescher

Kati Wilhelm wirkt nach ihrer Goldmedaille in der Biathlon-Verfolgung richtig gelöst. Im Handelsblatt-Interview spricht sie über ihr Rennen, ihre Motivation, den Druck, und darüber, welche Chancen sie sich in Turin noch ausrechnet.

Kati Wilhelm, nach Ihrer Goldmedaille hatten Sie ein Mammutprogramm zu absolvieren. Sind Sie überhaupt zum Feiern gekommen?

Es hat schon sehr lange gedauert, ehe ich im Deutschen Haus angekommen bin, wo ich direkt ins Sportstudio gegangen bin. Erst dann bin ich zu meinen Eltern und meinem Freund gekommen, die bereits auf mich gewartet haben. Da ist es dann etwas länger geworden, ja.

Andere Wintersportler bestreiten einen oder zwei Wettkämpfe, bei den Biathleten sind es fünf. Bekommen Sie da überhaupt etwas mit vom olympischen Leben mit?

Viel wird das nicht. Da war es in Salt Lake City schon schöner, da wir schon ein paar Tage vor Schluss fertig waren, Olympia genießen und uns ein paar Wettbewerbe anschauen konnten. Wir versuchen jetzt, in den vier Tagen bis zur Staffel uns mal ein paar Wettbewerbe anzuschauen, waren heute beim Langlauf. Es wäre natürlich noch schöner, wenn man wüsste: ich bin fertig und Olympia ist gelaufen. Andererseits haben wir die Chance, mehr Medaillen zu holen. Das ist ja auch nicht schlecht.

Sind sie jemals so entspannt ins Ziel gelaufen wie in der Verfolgung?

Ich glaube, das war schon der größte Vorsprung, den ich je hatte und ich wusste auch, dass mir den keiner mehr wegnehmen kann. Ich bin jetzt aber auch nicht deutlich langsamer gelaufen. Na klar, eineinhalb Minuten sind eigentlich Welten, aber irgendwie mag man dann das Ganze dann doch nicht ganz so leger angehen. Ich habe es trotzdem genossen.

Wie erklären Sie sich, dass sie das Rennen derart dominieren konnten?

Ich habe schon vom ersten Moment an gemerkt, dass ich einen sehr guten Ski für die Bedingungen habe. en. Als ich dann losgelaufen bin, habe ich direkt gemerkt, dass es richtig gut läuft und habe sehr schnell das Loch zu den Ersten zugemacht. Da war ich schon ein wenig erschrocken und habe Angst gehabt, dass ich wieder zu schnell anlaufe. Aber mit dem Nuller beim ersten Liegendschießen habe ich dann so viel Selbstbewusstsein gesammelt, dass es anschließend fast von alleine lief.

Liegen Ihnen die Wettbewerbe, in denen man direkt gegeneinander läuft mehr als der Kampf gegen die Uhr?

Das Einzelrennen über die 15 Kilometer ist sicher nicht meine Lieblingsdisziplin. Der Sprint liegt mir schon eher, da stört es mich nicht, dass man gegen die Uhr läuft und ich kann mich genauso gut motivieren wie beim Kampf Frau gegen Frau. Aber natürlich ist es schön, wenn man sieht, wo man liegt und welche Position möglich ist. Außerdem hat man die Chance, auch ein wenig taktisch zu laufen, den Gegner ein bisschen zu beeindrucken. Es ist sicher vom Kopf her deutlich schwerer, da zu bestehen.

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