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22.07.2016

16:55 Uhr

IOC-Entscheid zu Russland

Neues Doping-Nachbeben mit 45 Fällen

Die Nachrichten über positive Doping-Nachtests reißen auch wenige Wochen vor den Rio-Spielen nicht ab. 45 weitere Sportler sind nach IOC-Angaben auffällig. Offen ist, ob erneut Athleten aus Russland betroffen sind.

Bei Nachtests sind weitere 45 Teilnehmer der Spiele 2008 in Peking und 2012 in London positiv auf Doping getestet worden. dpa

Olympia in London 2012

Bei Nachtests sind weitere 45 Teilnehmer der Spiele 2008 in Peking und 2012 in London positiv auf Doping getestet worden.

LausanneNoch vor der brisanten IOC-Entscheidung zu Russlands Rio-Teilnahme erschüttert das nächste Doping-Nachbeben die olympische Sportwelt. Bei einer zweiten Welle von Nachtests sind insgesamt weitere 45 Teilnehmer der Spiele 2008 in Peking und 2012 in London positiv getestet worden. Das teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Freitag mit.

Damit erhöht sich die Gesamtzahl auffälliger oder sogar bereits überführter Athleten auf insgesamt schon 98. „Die neuen Nachtests zeigen ein weiteres Mal das Engagement des IOC im Kampf gegen Doping“, sagte IOC-Präsident Thomas Bach in der Mitteilung. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) teilte am Freitag mit, dass er vom IOC keine Nachricht aus Lausanne erhalten habe.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann wertete die positiven Nachtests als Ermutigung im Anti-Doping-Kampf. „Für alle Athletinnen und Athleten, die sich konsequent und vorbildlich an die Regeln halten, ist das eine gute und ermutigende Nachricht“, kommentierte er.

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Nach IOC-Angaben wurden wie schon bei der ersten Welle 30 Teilnehmer der Peking-Spiele in der A-Probe positiv getestet, unter ihnen sind 23 Medaillengewinner. Die auffälligen unter den 386 Proben entfallen auf Athleten aus acht Nationen und vier Sportarten. Im Mai hatte das IOC die Ergebnisse der ersten 454 Proben bekanntgegeben, damals waren sechs Sportarten und Sportler aus zwölf Ländern von den positiven Proben betroffen, die inzwischen bestätigt sind.

Bei den nun analysierten 138 Nachtests der London-Spiele wurden 15 Sportler aus neun Nationen und zwei Sportarten sowohl in der A- als auch in der B-Probe positiv getestet. In einer ersten Welle hatte es 23 positive Fälle bei den 265 Proben gegeben, damals waren fünf Sportarten und sechs Nationen betroffen. Alle betroffenen Sportler und Nationalen Olympischen Komitees sind bereits informiert.

Insgesamt wurden in den ersten beiden Wellen bislang 1243 Proben ein weiteres Mal mit verfeinerten Methoden analysiert. Auch während der Spiele in Rio de Janeiro, die am 5. August beginnen, ist mit weiteren Fällen von den beiden vergangenen beiden Olympia-Auflagen zu rechnen. Das IOC kündigte eine dritte und vierte Welle von Nachtests während und nach den Wettbewerben in Rio an.

Offen ist weiterhin, ob nach dem Ausschluss russischer Leichtathleten die komplette russische Mannschaft von den Rio-Spielen verbannt wird. Laut dem NOK des Landes waren 14 Sportler der Peking-Spiele - unter ihnen offenbar zehn Medaillengewinner wie Hochspringerin Anna Tschitscherowa – und acht der London-Spiele von den positiven Tests betroffen. Namen von Sportlern gab das IOC erneut nicht bekannt, einige weitere neben Tschitscherowa sind jedoch schon öffentlich.

Die kasachischen Gewichtheber-Olympiasieger Ilja Iljin, Sülfija Tschinschanlo, Maja Manesa und Swetlana Podobedowa gehören ebenso dazu wie die Olympia-Zweiten Apti Auchadow aus Russland sowie die Bronzemedaillen-Gewinnerinnen Julja Kalina aus der Ukraine und Marina Schkermankowa aus Weißrussland. Insgesamt sind bisher vom Gewichtheber-Weltverband je zehn Fälle von 2008 und 2012 bestätigt.

Der Radsport-Weltverband UCI hat wegen einer positiven Anabolika-Analyse in London die russische Bahnfahrerin Jekaterina Gnidenko, die 2012 keine Medaille gewann, suspendiert. Der türkische Amateurboxers Adem Kilici wurde Anfang Juni vorläufig suspendiert. Schon Ende Mai hatte IOC-Präsident Bach erklärt, er habe bereits eine Disziplinarkommission benannt, die die Befugnis besitze, Entscheidungen im Sinne des IOC herbeizuführen.

Von

dpa

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