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21.06.2016

16:37 Uhr

IOC-Entscheidung

Russische Sportler dürfen doch bei Olympia starten

Saubere russische Leichtathleten dürfen trotz des Doping-Banns bei den Olympischen Spielen unter ihrer Landesflagge starten. Der Sportminister ist erleichtert – und der Chef des Olympia-Komitees wehrt sich trotzdem.

Der IOC-Präsident lässt nachweislich saubere Athleten aus Russland bei Olympia an den Start. AP

Thomas Bach

Der IOC-Präsident lässt nachweislich saubere Athleten aus Russland bei Olympia an den Start.

LausanneIOC-Präsident Thomas Bach will nachweislich saubere russische Leichtathleten bei den Olympischen Spielen in Rio unter ihrer Landesflagge starten lassen. Dies teilte das Internationale Olympische Komitee nach einem Spitzentreffen mit den Mitgliedsorganisationen am Dienstag in Lausanne mit. Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass die Sportler sich außerhalb des maroden Anti-Doping-Systems Russlands aufhalten und testen lassen müssen.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte vorgeschlagen, dass saubere russische Athleten unter neutraler Fahne in Rio dabei sein dürften. Da das Nationale Olympische Komitee Russlands aber nicht suspendiert ist, ist es möglich, dass Athleten des Landes unter ihrem Banner starten dürfen.

Russlands Sportminister Witali Mutko reagierte erleichtert auf die Ankündigung. Russland sei für eine Teilnahme sauberer Athleten bereit, alle Bedingungen des IOC einzuhalten. „Wir werden alles machen, was sie uns sagen“, meinte Mutko der Agentur Tass zufolge in Moskau.

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Am Freitag hatte die IAAF die Sperre gegen Russlands Leichtathleten wegen massiver Dopingvorwürfe verlängert und sie damit von den Spielen in Rio ausgeschlossen. Russland muss fürchten, dass auch Verbände anderer Sportarten ähnlich entscheiden können. Unter dem Titel „Was habe ich damit zu tun?“ wandten sich unterdessen saubere russische Sportler in einem Video gegen eine Sperre für Olympia 2016.

Vor der Aussage Bachs hatte der Chef des russischen Olympia-Komitees, Alexander Schukow, angekündigt, dass Russlands Leichtathleten gegen die Olympia-Sperre juristisch vorgehen und Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einlegen wollen.

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„Russische Athleten, die niemals gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen haben, werden sich wie der Leichtathletikverband an das CAS wenden – um die eigenen Interessen zu schützen und die Interessen von anderen sauberen Athleten“, sagte Schukow. Das russische NOK werde diese Klagen unterstützen und gegen die IAAF-Entscheidung vorgehen, „um russische Athleten vor einer Diskriminierung zu schützen. Wir hoffen, dass das CAS ein unabhängiges Urteil fällen wird.“

Schukow nahm am Dienstag am Spitzentreffen des IOC - dem sogenannten Summit – ebenso teil wie der Chef des Leichtathletik-Weltverbandes, Sebastian Coe. Dabei war über Maßnahmen im Kampf gegen Doping gesprochen. Nach dem Treffen hatte Bach noch einmal betont, dass das IOC hinter der Entscheidung des IAAF stünde.

Von

dpa

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