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06.09.2013

16:13 Uhr

IOC-Treffen in Buenos Aires

Ringen um letzte olympische Disziplin und IOC-Chefposten

Neben der Vergabe von Olympia 2020 stehen bei dem IOC-Treffen in Buenos Aires noch zwei weitere Entscheidungen an: Welcher Sport den letzten freien Platz im Programm erhält – und ob ein Deutscher IOC-Präsident wird.

Ringen bei den Olympischen Spielen 2012. Ob die Disziplin auch bei Olympia 2020 dabei ist, ist noch fraglich. dpa

Ringen bei den Olympischen Spielen 2012. Ob die Disziplin auch bei Olympia 2020 dabei ist, ist noch fraglich.

Buenos AiresThomas Bach kann das Ziel seiner langen Reise kaum erwarten. Die Vergabe der Olympischen Spiele 2020 und der Tag der Wahrheit für die Ringer sind für ihn bestenfalls das Vorprogramm für die IOC-Präsidentenwahl am Dienstag. „Ein weiser Freund von mir im IOC hat mir geraten, konzentriere Dich ganz auf Deine eigene Kandidatur“, sagt der IOC-Kronprinz am Freitag in Buenos Aires der Nachrichtenagentur dpa. „Aber man sollte die anderen beiden Entscheidungen nicht vergessen. Auch sie haben große Auswirkungen für die Zukunft.“ Am Samstag hat die 125. IOC-Vollversammlung nicht nur den Dreikampf zwischen Tokio, Madrid und Istanbul um den Milliardenpreis 2020 entschieden, einen Tag später geht es um den Verdrängungswettbewerb um den letzten freien Platz im olympischen Programm für die Spiele in sieben Jahren. Ringen ist im Duell mit Baseball/Softball und Squash klarer Favorit der Abstimmung.

Bach ist in dem hermetisch abgeriegelten IOC-Hotel ein begehrter Gesprächspartner. Der 59 Jahre alte Jurist aus Tauberbischofsheim kann dem Small Talk und Dauer-Händeschütteln kaum entfliehen, selbst wenn ihm manchmal danach ist. Bloß nicht die Contenance verlieren. „Es wird jetzt Zeit, dass der Wahlkampf zu Ende geht. Ich habe lange genug trainiert, genügend Testwettkämpfe absolviert und will nun die Entscheidung“, gibt Bach immerhin zu. Der nervenaufreibende Bewerbungsmarathon hat viel Kraft gekostet. Überall lauern Fallen - im Endkampf um das wichtigste Amt im Weltsport können selbst kleine Fehler große Wirkung haben.

Vor der feierlichen Eröffnung der Session im Teatro Colón weist der fränkische Strippenzieher Spekulationen zurück, bei seinem möglichen Aufstieg zum Ober-Olympier Kollegen für ihre Unterstützung im Wahlkampf zu belohnen: „Es gibt keine Wahlversprechen. Das bezieht sich auf Sachthemen, aber auch auf Personen.“ Einige Medien monieren zudem, er habe kritische Fragen zu seiner Vergangenheit von seinem Anwalt Christian Schertz abwehren lassen. „Ich bin immer offen für sachliche und konstruktive Kritik, aber alles hat seine Grenzen“, sagt Bach. „Wenn es klar unter die Gürtellinie geht, finde ich es legitim, sich zu wehren. Alles muss man sich nicht gefallen lassen.“

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Auch die Ringer haben einen harten Weg vor - und hinter sich. Bedroht vom Olympia-Aus und dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit, hat sich der Traditionssport in Rekordtempo neu erfinden müssen. Unter der kompetenten Führung des neuen Weltverbandspräsidenten Nenad Lalovic (Serbien) haben die Mattenkämpfer die geforderten Reformmaßnahmen durchgesetzt. Nur sieben Monate nach der heftig kritisierten Empfehlung der IOC-Exekutive, Ringen von 2020 an den Olympia-Status abzuerkennen, glauben inzwischen selbst IOC-Granden an eine Revision des eigenen Fehlurteils. „Es war solch ein Fehler, er muss einfach korrigiert werden“, fordert IOC-Präsidentschaftskandidat Denis Oswald (Schweiz). Bei einem Sieg der Ringer würde sich allerdings Rogges groß angekündigte Reformpolitik auf die Aufnahme von Golf und Rugby bei den Spielen 2016 beschränken. Der Nachfolger des gesundheitlich sichtlich angeschlagenen Belgiers hat allein mit der Modernisierung des Premium-Produkts Olympia auf jeden Fall richtig viel zu tun.

Bach scheut sich nicht vor harter Arbeit. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat sich eine solide Führung vor seinen Hauptrivalen Richard Carrion (Puerto Rico) und Ng Ser Miang (Singapur) herausgearbeitet. Das restliche Kandidaten-Trio, Sergej Bubka, Oswald und Wu Ching-Kuo (Taiwan) besetzen die Rollen als chancenlose Mitstreiter.

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dpa

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