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03.09.2016

14:35 Uhr

Kampfspektakel UFC

„Männer und Frauen sind bei uns gleichgestellt“

VonAlexander Möthe

In den USA ist das Kampfspektakel Ultimate Fighting beliebter als Boxen. Nächster Wachstumsmarkt: Deutschland. Ein Interview mit UFC-Vizepräsident James Elliott über Gleichberechtigung, Doping und Milliardendeals.

Der Vizepräsident der UFC für den EMEA-Raum spricht über Wachstumspläne, Gleichberechtigung und Regeländerungen. PR

James Elliott

Der Vizepräsident der UFC für den EMEA-Raum spricht über Wachstumspläne, Gleichberechtigung und Regeländerungen.

Wer Ultimate Fighting hört, denkt an Blut, Gewalt, brutale Käfigkämpfe. Ganz falsch liegt man mit diesem Gedanken nicht. Die Kampfsportliga Ultimate Fighting Championship (UFC) hat in den USA die Mixed Martial Arts (MMA) bekannt gemacht – eine Sportart, die von Karate bis Ringen alle möglichen Kampfstile erlaubt.

Das ist inzwischen so erfolgreich, dass die UFC für vier Milliarden Dollar an eine Investorengruppe verkauft wurde. Am Samstag findet zum vierten Mal eine Show des Kampfsportunternehmens in Deutschland statt. Und die Barclaycard Arena in Hamburg ist ausverkauft. James Elliott, Vizepräsident für den Bereich Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA), erklärt im Interview, mit welchen Problemen die UFC hierzulande zu kämpfen hat, warum Deutschland wichtiger Wachstumsmarkt ist, wie wichtig der Kampf gegen Doping ist – und dass im Ring nicht zwischen den Leistungen von Männern und Frauen unterschieden wird.

Mr. Elliott, die UFC ist in Deutschland eher einem kleinen Publikum bekannt, während sie in den USA große Erfolge feiert. Ist Deutschland ein spezieller Markt, wo liegen die Gründe für diese Diskrepanz?
MMA ist ein recht junger Kampfsport, gerade einmal 20 Jahre alt. Da ist es ganz natürlich, dass der Bekanntheitsgrad geringer ist als bei seit Jahrhunderten etablierten Sportarten. Unser Job im EMEA-Büro ist es, das Verständnis dafür, was Mixed Martial Arts ausmacht, zu steigern. Und zu vermitteln, dass es ein aufregender und unterhaltsamer Sport ist. Wir müssen weiterhin viel Zeit darin investieren, sichtbarer zu werden.

Was verbirgt sich hinter der UFC und MMA, den Mixed Martial Arts?
Mixed Martial Arts ist genau das, wonach es klingt: Eine Kombination aus verschiedenen Kampfsportarten. Kämpfen liegt den Menschen im Blut, deshalb verstehen wir Boxen, Karate oder Judo. MMA vereint die Eigenheiten vieler Kampfstile, sogar olympischer Disziplinen. Es ist eine Vorführung dessen, was der menschliche Körper alles leisten kann. Die Fähigkeiten unserer Athleten sind herausragend. Wenn man ihnen zusieht, sieht man viel von dem auf einen Abend komprimiert, was in Rio über Wochen verteilt zu sehen war.

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Der König der Kampfsportarten nach Publikumsinteresse war immer das Boxen. Ist MMA aufregender als die Kämpfe der Klitschkos?
Man kann durchaus Fan von beidem sein, das schließt sich nicht aus. Ich habe selbst viel fürs Boxen übrig und kann mich für die Kämpfe genauso begeistern. Das Spannendste an MMA ist, dass es viele verschiedene Wege gibt, zu gewinnen und zu verlieren. Als Zuschauer weiß man nie, was in einem Kampf passieren wird. Dadurch ist es ein bedeutender Teil der Sportlandschaft geworden.

Ist das ein entscheidender Unterschied?
Auf jeden Fall. Man muss MMA und UFC live sehen, weil die Kämpfe meist zu überraschen wissen. Ein weiterer Unterschied: Bei uns kämpft die Elite gegeneinander. Alle sind auf einem ähnlichen Level.

Ein gehöriger Unterschied ist auch das Oktagon, der achteckige Ring, von einem Käfig umschlossen. Ist die ungewöhnliche Form rein zufällig?
Einerseits ist es ein Alleinstellungsmerkmal, andererseits dient es der Sicherheit der Athleten. Bei den Griffen und Techniken könnten Kämpfer in einem traditionellen Ring etwa durch die Seile nach draußen fallen.

MMA ist keine Familienunterhaltung. Der US-Senator John McCain bezeichnete die Kämpfe der UFC einmal als „menschliche Hahnenkämpfe“…
Es ist spannend, dass Sie dieses Zitat aufgreifen. McCains Haltung zu MMA hat sich inzwischen um 180 Grad gedreht. Er ist inzwischen ein großer Unterstützer unserer Organisation und unseres Ziels, den Sport durch strenge Regeln so sicher wie nur irgend möglich zu machen.

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