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20.01.2015

07:29 Uhr

Katar und Fernsehen

Handball-WM beschert Sky Traumquoten

ARD und ZDF haben sich gegen eine Übertragung der Handball-WM entschieden. Das war ein Fehler. Die Erfolge der Deutschen sorgen beim Abo-Kanal Sky für Traumquoten. Folgt heute ein Sieg gegen die Dänen?

Spektakuläre Aufnahmen, wie hier von Handball-Kapitän Uwe Gensheimer: Dafür lieben Fans diesen Sport. Zu sehen bekommen es allerdings nur Sky-Abonnenten. dpa

Spektakuläre Aufnahmen, wie hier von Handball-Kapitän Uwe Gensheimer: Dafür lieben Fans diesen Sport. Zu sehen bekommen es allerdings nur Sky-Abonnenten.

DohaFür den Pay-TV-Sender Sky erweist sich die Handball-Weltmeisterschaft als Glücksfall. Die Resonanz auf die ersten Live-Übertragungen aus Katar wird als sehr positiv bewertet. 310.000 Fans verfolgten am Sonntag den 27:26-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Russland.

„Das ist ein toller und hervorragender Wert. Wir sind sehr zufrieden. So kann es weitergehen“, kommentierte Dirk Grosse von der Sky-Sport-Kommunikation am Montag die Einschaltquote. Sie entspricht einem Marktanteil von 1,4 Prozent.

Am Freitag hatten 120.000 Zuschauer laut der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) das erste Gruppenspiel der DHB-Auswahl gegen Polen gesehen. Bei den Quoten sind die Fans, die die WM-Spiele in Sport-Bars verfolgen, nicht berücksichtigt.

Grosse verwies auf die besondere Problematik bei der Ermittlung der Zahlen für den Abo-Kanal. Unter den rund 5000 Haushalten, deren Fernsehverhalten registriert wird, würden sich nur 380 Haushalte befinden, die Sky abonniert haben.

Fakten rund um die Handball-WM in Katar (1)

Das Turnier

Die deutschen Handballer haben bescheidene Ziele für die Handball-WM in Katar.

Vom 15. Januar bis 1. Februar wird der Nachfolger von Titelverteidiger Spanien gesucht.

Alle Informationen von dpa.

Qualifikation

Unter Bundestrainer Martin Heuberger verlor das deutsche Team beide Playoff-Spiele gegen Polen (24:25; 28:29). Doch der Weltverband IHF vergab eine Wildcard an die DHB-Auswahl als bestes Team der WM 2013, das sich nicht qualifizierte. Deutschland hatte in Spanien Platz fünf belegt.

Wildcard

Die IHF hat Australien ausgeschlossen. Dies tat sie mit der Begründung, dass Ozeanien keinen anerkannten Kontinentalverband hat. Dies sei den Australiern bereits vor den für ungültig erklärten Qualifikationsspielen mitgeteilt worden. Das Verfahren ist jedoch nicht nur wegen seiner Intransparenz umstritten. Schließlich hatte Australien zuvor an sieben WM teilgenommen (1999; 2001 bis 2013).

Streit

Es ist ein Novum, dass eine Wildcard vergeben wurde. Allerdings war es nicht das letzte Mal.

 

Noch mehr Nachrücker

Auch Island und Saudi-Arabien rückten auf Beschluss des Weltverbandes nach. Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten aus politischen Gründen zunächst zurückgezogen, nach Lösung der Probleme aber wieder teilnehmen wollen. Das ließ die IHF nicht zu.

Kuriosum

Warum aber der Sechste der Asienmeisterschaft und nicht Südkorea als Fünfter sowie Island als Nummer 1 einer Europa-Rangliste statt zum Beispiel Asiens Nummer sieben Kuwait nachrückten, ist unklar.

WM-Plätze

Neben dem Titelträger qualifizieren sich auch der Zweite und Dritte für die kommende WM 2017 in Frankreich. Sollten die Franzosen das Halbfinale erreichen, sind es gar die ersten Vier. Zudem steht Olympia auf dem Spiel. Der Weltmeister ist 2016 in Rio dabei.

Der Pay-TV-Sender mit rund vier Millionen Kunden hatte kurzfristig die Live-Rechte für die WM erworben, nachdem im Dezember die Verhandlungen zwischen ARD/ZDF und dem Rechteinhaber beIN Sports gescheitert waren.

In der Vergangenheit waren die WM-Turniere stets von Free-TV-Sendern wie ARD/ZDF, RTL oder Sport1 übertragen worden. Je nach Bedeutung schwankten die Zuschauerzahlen bei deutschen Spielen zwischen vier und 16,16 Millionen beim WM-Finale 2007 im eigenen Land.

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