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16.06.2014

10:25 Uhr

Kaymer gewinnt die US Open

„Ich hoffe, dass das ganz Deutschland stolz macht“

Das ist vor ihm noch keinem deutschen Golfer gelungen: Martin Kaymer dominiert die US Open – am Ende liegt er acht Schläge vor seinen Verfolgern. Damit siegt er wie einst Bernhard Langer bei zwei Majors.

Martin Kaymer mit seiner Trophäe: Er feiert den vierthöchsten Sieg in der Geschichte der US Open. AFP

Martin Kaymer mit seiner Trophäe: Er feiert den vierthöchsten Sieg in der Geschichte der US Open.

PinehurstGolf-Profi Martin Kaymer hat als erster Deutscher die US Open gewonnen. Der ehemalige Weltranglisten-Erste aus Mettmann siegte nach der PGA Championship 2010 zum zweiten Mal einem der vier Major-Turniere. Das gelang als einzigem Deutschen vor ihm nur Bernhard Langer mit zwei Masters-Erfolgen. Durch seinen Sieg kletterte er auf Rang 11 der Weltrangliste, nach Rang 28 in der Vorwoche.

„Ich hoffe, dass ich Bernhard stolz mache. Ich hoffe, dass das ganz Deutschland stolz macht“, sagte Kaymer, der von Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski vor dem WM-Auftakt aus Brasilien umgehend per Twitter eine Gratulation für eine „legendäre Vorstellung“ erhielt. Kaymer ist in der Geschichte des Turniers erst der siebte Spieler in der Geschichte des Turniers, der nach allen vier Durchgängen führte.

Kaymer absolvierte am Sonntag den Par-70-Platz in Pinehurst/North Carolina mit 69 Schlägen und kam auf ein Gesamtergebnis von 281. Damit lag der 29 Jahre alte Profi jeweils acht Schläge vor den Amerikanern Erik Compton und Rickie Fowler und gewann ein Preisgeld von 1,44 Millionen Dollar. „Martin hat sein eigenes Turnier gespielt. Niemand ist die ganze Woche lang an ihn herangekommen. Wir haben alle nur um Platz zwei gespielt“, sagte Fowler anerkennend.

Kaymer war mit einer Führung von fünf Schlägen in die letzte Runde gegangen. „Das soll nicht arrogant klingen, aber ich wusste, das würde passieren“, sagte Kaymer nach dem Turnier. Im Jahr 2011 war er zwei Monate lang Weltranglisten-Erster. „Ich wusste, dass ich wieder gut Golf spielen würde. Ich dachte nur nicht, dass es so lange dauern würde, wieder nach oben zu kommen. Ich glaube sogar, ich spiele jetzt besser Golf.“

Martin Kaymers größte Erfolge

20. Januar 2008: Erster Profi-Sieg auf der European Tour

Als 23-Jähriger feiert Kaymer bei der Abu Dhabi Championship seinen ersten Turniersieg auf der Europa-Tour und nährt damit die in ihn gesetzten Hoffnungen als Nachfolger von Routinier Langer. Für seinen Premierensieg bei den Profis erhielt er 225 421 Euro.


15. August 2010: Erster Triumph bei einem Major

Kaymers Sieg bei der PGA Championship in Kohler im US-Bundesstaat Wisconsin ist eine Sensation. Im nervenaufreibenden Stechen setzt sich der damals 25-Jährige gegen den US-Amerikaner Bubba Watson durch. Kaymers Lohn für den ersten Major-Sieg seiner Karriere: 1,35 Million Dollar und die riesige „Wanamaker Trophy“.

4. Oktober 2010: Sieg beim Ryder-Cup-Debüt

Gleich bei seinem Debüt gewinnt Kaymer als zweiter Deutscher nach Langer mit dem Team Europa im walisischen Newport den Ryder Cup. Die Europäer besiegen in der 38. Auflage des prestigeträchtigen Kontinentalvergleichs die US-Stars um Tiger Woods mit 14,5:13,5.

30. September 2012: Zweiter Ryder-Cup-Triumph

Mit einem Putt aus knapp zwei Metern macht Kaymer das „Wunder von Medinah“ perfekt und gewinnt mit dem Team Europa zum zweiten Mal den Ryder Cup. Der damals 27-Jährige holt im Medinah Country Club den entscheidenden Punkt zum 14,5:13,5-Triumph gegen Gastgeber USA.

11. Mai 2014: Galavorstellung beim Players Championship

Start-Ziel-Sieg bei der Players Championship in Ponte Vedra Beach/Florida: Kaymer dominiert das sogenannte fünfte Major-Turnier des Jahres in Florida. Für seine Galavorstellung im TPC Sawgrass kassiert er mit 1,8 Millionen Dollar den bisher größten Scheck seiner Karriere.

15.Juni 2014: Zweiter Major-Sieg

Kaymer gewinnt als erster Deutscher die US Open. In Pinehurst spielt er die Konkurrenz in Grund und Boden. Mit acht Schlägen Vorsprung gewinnt er sein zweites Major-Turnier und 1,6 Millionen Dollar als Bonus dazu.

Der Sieg mit acht Schlägen war der vierthöchste in der Geschichte der US Open. Vor drei Jahren hat Rory McIlroy ebenfalls mit acht Schlägen gewonnen. Tiger Woods stellte im Jahr 2000 den einsamen Rekord mit 15 Schlägen auf.

Spitzenreiter der Weltrangliste ist weiterhin Adam Scott. Der Australier führt im Ranking vor dem Schweden Henrik Stenson und Masterssieger Bubba Watson aus den USA. Der verletzte Superstar Tiger Woods ist weiter Vierter.

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