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10.12.2013

14:36 Uhr

Kein Sotschi-Boykott

ARD und ZDF zeigen so viel Olympia wie nie

Kritisch und kostengünstig soll die Olympia-Berichterstattung von ARD und ZDF sein. Das versprechen die Sender und zeigen dank des zusätzlichen Online-Angebots deutlich mehr Bilder aus Sotschi als noch vor vier Jahren.

Das ZDF-Olympia-Team: Die Moderatoren Marco Büchel, Norbert König, Katrin Müller-Hohenstein, Sven Fischer, Alexander Ruda und Rudi Cerne (l.-r.). dpa

Das ZDF-Olympia-Team: Die Moderatoren Marco Büchel, Norbert König, Katrin Müller-Hohenstein, Sven Fischer, Alexander Ruda und Rudi Cerne (l.-r.).

MünchenARD und ZDF haben sich für Sotschi viel vorgenommen. Die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sender wollen von Olympia so umfangreich berichten wie noch nie bei Winterspielen und dabei besonders kritisch sein. Zugleich versprachen das Erste und das Zweite am Dienstag bei der Vorstellung des Programms in München, kräftig zu sparen.

Olympia-Fans dürfen sich auf jeden Fall freuen. Sie können aus Sotschi noch mehr bewegte Bilder sehen als vor vier Jahren in Vancouver. ARD und ZDF übertragen fast 740 Stunden aus Russland. 240 Stunden zeigen die beiden öffentlich-rechtlichen Sender im klassischen Fernsehen. Zusätzlich werden im Internet vier Livestreams angeboten. Das Online-Angebot umfasst rund 500 Stunden.

„Oberste Priorität hat wie bei allen Sportgroßereignissen die Live-Berichterstattung“, lautet die Devise der öffentlich-rechtlichen Sender. „Das ist ein Sportereignis, wir wollen den Zuschauern Freude machen“, sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

ARD und ZDF sicherten bei der Vorstellung ihres Programms jedoch zu, „auch die Kehrseiten der olympischen Medaillen“ zu präsentieren: „Die Missachtung der Rechte von Minderheiten, die mögliche Überwachung von Athleten, Umweltskandale, Kostenexplosion und Gigantismus, Korruption, Doping.“ Diese Themen sollen „im Fokus einer kritischen Begleitberichterstattung“ stehen.

„Wir werden Olympia nutzen, mikroskopisch genau hinzuschauen“, kündigte ARD-Programmdirektor Volker Herres an. „Wir wollen die große Aufmerksamkeit nutzen, um auch den Spot auf solche Dinge zu richten.“ Herres betonte allerdings auch: „Wir wollen nicht die Freude am Sport vergällen. Im Zentrum steht der Sport und die Freude am Wettbewerb.“

Kommentare (1)

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Oliver42

10.12.2013, 19:45 Uhr

Es geht auch nicht darum, dass der Sport nicht gezeigt wird oder das die Sportler nicht nach Sotschi sollen.

Es geht darum, das die Winterolympiade in Sotschi nicht von westlichen Politikern und Kulturschaffenden oder Musiktitanen aufgewertet wird.

Übrigens haben nunmehr öffentlich auch die US-amerikanische Sängerin Lady Gaga und der britische Schauspieler IanMcKellen erklärt, dass sie nicht nach Sotschi reisen werden

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