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01.02.2016

10:54 Uhr

Kerber gewinnt Australian Open

Das Spiel ihres Lebens

VonDiana Fröhlich

Noch vor wenigen Jahren wollte Angelique Kerber ihre Karriere beenden. Nun gewinnt sie die Australian Open. Und gehört damit zu den ganz Großen des Tennissports. Selbst Kanzlerin Angela Merkel gratulierte zum Sieg.

Der Pokal soll einen ganz besonderen Platz bei ihr zu Hause bekommen. dpa

Angelique Kerber

Der Pokal soll einen ganz besonderen Platz bei ihr zu Hause bekommen.

DüsseldorfAngelique Kerber ist jetzt "in der Historie drin", wie sie es selbst am Tag nach ihrem furiosen Sieg im Finale der Australian Open formulierte. "In der Historie", damit meint die deutsche Tennisspielerin aus Kiel, dass sie nun ein "Grand-Slam-Champion" ist, dass sie zu den wenigen Sportlerinnen gehört, die es im Laufe ihrer Karriere schaffen, eines der vier wichtigsten Tennisturniere der Welt zu gewinnen.

Und, "in der Historie drin", heißt: Sie ist die erste Deutsche seit Boris Becker und Steffi Graf, der ein solcher Sieg gelungen ist. Becker, der 1999 als Tennisprofi zurücktrat und insgesamt sechs Grand-Slam-Titel gewonnen hat, und auch Graf, die sich im selben Jahr von ihrem Sport mit 22 Major-Titeln verabschiedete, gratulierten Kerber am Wochenende. Beide wissen, wie schwierig es ist, solch ein Turnier zu gewinnen - und wie wichtig das für die Bedeutung ihres Sports in Deutschland ist.

Tennis-Förderung: Nachwuchs braucht Geld

Porsche Team Deutschland

Das „Porsche Team Deutschland“ , zu dem auch Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber gehört, ist die Nationalmannschaft Deutschlands.

Quelle: Diana Fröhlich

Sponsor

Seit 2012 unterstützt der Autobauer die Tennisspielerinnen, die 2014 im Finale des „Fed Cups“ standen, dem wichtigsten Nationenturnier.

Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit geht auf Bundestrainerin Barbara Rittner zurück, die einst einen Sponsor für den Nachwuchs suchte.

Hilfe

Mit der finanziellen Hilfe Porsches gelang es, junge Spielerinnen zu erfolgreichen Profis zu machen.

Kerber und Lisicki

Neben Angelique Kerber erreichte beispielsweise Sabine Lisicki 2013 das Finale von Wimbledon.

Kostenintensiver Sport

Gerade für den talentierten Nachwuchs ist es schwer, vom kostenintensiven Tennis leben zu können. Und das, obwohl bei den Major-Turnieren Millionen US-Dollar ausgeschüttet werden.

Gewinn

Denn erst wer unter die Top 100 der Weltrangliste kommt und an den wichtigen Turnieren überhaupt teilnehmen darf, kann durch die Förderung abzüglich der Trainer- und Reisekosten mit Gewinn rechnen.

"Es musste ein Grand-Slam-Gewinner her, um Tennis wieder populär zu machen", sagte Kerber daher auch in einem ihrer zahlreichen Interviews nach der offiziellen Siegerehrung. "Und das habe ich jetzt geschafft." Die 28-Jährige hatte in einem hart umkämpften, zwei Stunden dauerndem Spiel die große Favoritin Serena Williams, Nummer eins der Weltrangliste, mit 6:4, 3:6, 6:4 niedergerungen. Mit ihrer Weltklasse-Leistung am Samstag begeisterte Kerber sogar Angela Merkel. "Mit diesem Sieg haben Sie nicht nur Ihren großen Traum erfüllt, sondern 17 Jahre nach Steffi Graf auch wieder einmal die Hoffnungen von Millionen von Tennisfans auf den Sieg einer Deutschen bei einem Grand-Slam-Turnier", schrieb die Kanzlerin.

Dabei gehört Kerber, 1,73 Meter groß und 68 Kilogramm schwer, schon seit vier Jahren zu den zehn besten Tennisspielerinnen der Welt. Oft unbemerkt von der breiten deutschen Öffentlichkeit hatte sie sich längst in die Weltspitze gespielt. Mit großen Formschwankungen, aber dennoch immer auf hohem Niveau. Im Jahr 2011 zog sie bei den US Open als Weltranglisten-92. ins Halbfinale ein, ein Jahr später erreichte sie in Wimbledon ihr zweites Grand-Slam-Halbfinale. Und es war ebenfalls im Jahr 2012, als sie zum ersten Mal Serena Williams besiegte. Nur der große Triumph, der Titel bei einem Grand-Slam-Turnier, blieb lange Zeit aus. Zu lange.

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