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06.07.2011

18:05 Uhr

Kommentar

Keine Atempause für das Geschäft mit Olympia

VonAxel Höpner

Eine Überraschung ist es wahrlich nicht, dass die Olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang über die Bühne gehen. Auf der Hatz nach neuen Märkten hat sich das IOC wieder für den eher exotischen Kandidaten entschieden. Doch München sollte nun den Kopf nicht in den Sand stecken.

IOC-Präsident Jacques Rogge präsentiert den Sieger. Quelle: dpa

IOC-Präsident Jacques Rogge präsentiert den Sieger.

Asien ist die Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft, der Wintersportartikelmarkt dort noch ausbaufähig. Aus ähnlichen Motiven fiel die Wahl für 2014 schon auf das russische Sotschi. Noch bizarrerer mutete die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft in den Wüstenstaat Katar an.

Axel Höpner ist Leiter des Korrespondenten-Büros des Handelsblatt in München. Quelle: Pablo Castagnola

Axel Höpner ist Leiter des Korrespondenten-Büros des Handelsblatt in München.

Olympische Winterspiele in München wären nun die Chance für eine Atempause im Weltsport gewesen, eine Rückkehr zu den Wurzeln des Wintersports. Hier gibt es ein wintersportbegeistertes Publikum, eine bereits bestehende Infrastruktur und rassige Abfahrtsstrecken im nahegelegenen Garmisch. Alle Welt redet derzeit von Nachhaltigkeit. Olympia in München hätte sie mit geringem Flächenverbrauch und ökologischen Vorzeigeprojekten geboten.

Der Bewerbergesellschaft Münchens ist kaum ein Vorwurf zu machen, dass es jetzt nicht geklappt hat. Der Start verlief zwar holprig. Die Sponsorensuche verlief mühsam, der Protest der Grundstückseigentümer wurde unterschätzt. Doch das Team um Bewerbungs-Chefin Kati Witt und IOC-Vize Thomas Bach steigerte sich. Am Ende war es eine professionelle Bewerbung mit Charme, keine Pleite wie frühere Olympiabewerbungen von Berlin und Leipzig. Ein neuer Anlauf könnte sich also lohnen - auch Pyeongchang durfte schließlich erst nach dem dritten Versuch jubeln.

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