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06.02.2012

16:47 Uhr

Kritik der Zuschauer

Sat.1 verpatzt die Super-Bowl-Übertragung

VonDésirée Linde, Alexander Möthe

Nach der Live-Übertragung des Super Bowls erntet Sat.1 Kritik: Werbung lief in eine Spielszene hinein, der Moderator leistete sich einen verbalen Ausrutscher und ein Vorbericht bekam fälschlicherweise das Label „live“.

New England Patriots-Quarterback Tom Brady. Reuters

New England Patriots-Quarterback Tom Brady.

DüsseldorfEs war in der heißen Phase des Spiels beim 46. Super Bowl in Indianapolis. Die New York Giants lagen gegen die New England Patriots vorn, da gelang dem Team um den Deutschen Sebastian Vollmer der erste Touchdown, der das Team wieder heranbrachte an die Führenden. Allein die deutschen TV-Zuschauer, die das Spiel erstmals seit neun Jahren in der Live-Übertragung beim Privatsender Sat.1 verfolgten, sahen ihn nicht. Sie sahen nur die Patriots jubeln. Statt deren Touchdown zum 10:9 hatte der Sender den Zuschauern Eigenwerbung präsentiert und zu spät wieder ins Stadion geschaltet.

Von den Kuchen um das größte amerikanische Sportereignis überhaupt wollte der deutsche Privatsender ein Stück abhaben - und ließ sich dabei offenbar ein wenig zu sehr von der Masse an Werbeblöcken der US-amerikanischen Kollegen inspirieren: Der Sender schaltete munter Werbung in den Spielpausen - leider nur länger als die Kollegen auf der anderen Seite des Atlantik.

Die deutschen Zuschauer vor den TV-Geräten mussten sich mit Wiederholungen des Spielzuges zufrieden geben und sahen in den Spielpausen stets die gleiche Werbung von drei Marken - unter anderem einen Spot für ein Datingportal.

Der Super Bowl in Zahlen

20 Prozent mehr Kopfschmerztabletten...

...werden am Montag nach dem Finale abgesetzt. In den USA spricht man von „Super Bowlitis“. Sechs Prozent mehr Amerikaner melden sich am Tag nach dem Super Bowl krank.

179 Millionen Fans...

...in der Spitze und 111 Millionen Fans im Schnitt sehen das Spektakel in den USA an den heimischen TV-Geräten. Weltweit schauen sogar 800 Millionen Menschen zu. Unter den Top Ten der TV-Übertragungen mit den meisten Zuschauern in den USA sind acht Super-Bowl-Partien.

150 goldene, mit Diamanten...

...besetzte Super-Bowl-Ringe werden jährlich an das Siegerteam verteilt. Der Wert eines Rings beträgt in etwa 5000 Dollar.

263 Millionen Dollar...

...generiert die NFL am Super-Bowl-Sonntag. Ein 30-Sekunden-Spot kostet bis zu 4,5 Millionen Dollar. Doch die Firmen zahlen gerne und produzieren ihre Werbungen eigens für den Super Bowl.

250 Millionen Dollar...

...werden von den Fans in Super-Bowl-Fanartikel gesteckt.

50 Millionen Dollar...

...werden in diesem Tag in Essen investiert. Für die Nahrungsmittelindustrie ist der Super Bowl nach Thanksgiving der zweitwichtigste Tag im Jahr.

4000 Tonnen...

...Popcorn verschlingen die Amerikaner am Super-Bowl-Sonntag. Dazu kommen noch 14.000 Tonnen Chips, die darüber hinaus noch vertilgt werden.

120 Millionen Liter...

...Bier fließen die durstigen Kehlen hinunter, damit die Chips und das Popcorn nicht zu trocken sind.

20.000 Tonnen...

...Guacamole (Avocado-Dip) werden zubereitet, damit die Chips auch ordentlich eingetunkt werden können. Das entspricht im Avocado-Anbau etwa 222.792 Football-Feldern.

Eine Milliarde...

...Hähnchenflügel (Chicken Wings) werden von den Amerikanern verzehrt.

Die Moderatoren Frank Buschmann und Ex-Quarterback Jan Stecker zeigten zwar Fachwissen und überzeugten von einigen kleinen Fehlern abgesehen, doch Stecker leistete sich letztlich doch einen verbalen Schnitzer.

Er betonte, dass Sebastian Vollmer der erste „reinrassige Deutsche“ sei, der den Super Bowl gewinnen könne. Denn Tom Nuetten, der mit den St. Louis Rams im Jahr 1999 erfolgreich war, ist Deutsch-Amerikaner.

Kommentare (14)

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Marrit

06.02.2012, 16:02 Uhr

Der Kommentar kam von Stecker, nicht Buschmann - Buschmann hat eine super Leistung abgeliefert.

AlexanderR

06.02.2012, 16:29 Uhr

Tatsächlich ist es allerdings falsch von Sat.1 zu sagen, sei seien von dem Signal aus den USA abhängig. Sat.1 bekommt lediglich jeweils den Zeitpunkt mitgeteilt, an dem in den USA die Werbung läuft, muss jedoch nicht selbst Werbung schalten. Und dass in den USA während eines Touchdowns Werbung läuft, erscheint eher unwahrscheinlich. Das war einfach ein klarer Fehler.
Auch das in diesem Artikel beschriebene "Fachwissen" der Kommentatoren, mit dem diese "überzeugt" hätten war nicht vorhanden. Als American Football-Liebhaber und Fan muss ich sagen: beide Kommentatoren haben (ganz abgesehen von dem Entgleiser) eine wirklich schlechte Leistung abgelegt.
Ich habe die Diskussion auf Facebook verfolgt und fast jeder dort wünscht sich den Super Bowl wieder in der ARD. Nach der Erfahrung des Super Bowls 2012 würde auch die ARD mit an an Garantie grenzender Sicherheit wieder deutlich bessere Quoten mit dem Super Bowl erzielen.

malte184

06.02.2012, 16:59 Uhr

wie gut, dass es sports-bars gibt, die den original kommentar wiedergeben.
nix gegen buschi, aber dieses ewige "wuaaaaahhhhhh, geiler paß" und "a remember-me hit" und dazu keinerlei wissen was die spieler, außer vllt. den quarterbacks, anbetrifft, reicht leider nicht sat1!
und diese unsägliche "reinrassige" aussage ist doch gar keinem weiteren kommentar wert!

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