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14.02.2017

13:22 Uhr

Lance Armstrong

Gericht macht Weg für 100-Millionen-Prozess frei

Der Weg für einen Prozess ist frei: Ein Bundesgericht in Washington hat die Forderung des Ex-Radprofis Lance Armstrong, die Klage fallen zu lassen, abgelehnt. Dem gefallenen Sportidol droht der Existenzverlust.

Seine Tour-de-France-Titel wurden ihm schon aberkannt. Jetzt geht es für den ehemaligen Radprofi um 100 Millionen Dollar. AP

Lance Armstrong

Seine Tour-de-France-Titel wurden ihm schon aberkannt. Jetzt geht es für den ehemaligen Radprofi um 100 Millionen Dollar.

AustinEin Bundesgericht in Washington hat die Einstellung des Prozesses gegen Ex-Radprofi Lance Armstrong abgelehnt. In der anstehenden juristischen Auseinandersetzung, in der das US-Justizministerium und Ex-Profi Floyd Landis gegen Armstrong klagen, geht es um fast 100 Millionen Dollar Regress.

Ein Schuldspruch könnte den 2013 Doping-geständigen Armstrong an den Rand seiner Existenz bringen. Bisher hat der 2012 des Dopings überführte 45-Jährige, dessen sieben Tour-de-France-Siege aberkannt worden waren und der auf Lebenszeit gesperrt ist, in Schadenersatzprozessen bereits über 10 Millionen Dollar verloren.

Meldonium: ein Doping-Renner in Russland

Substanz

Meldonium war zumindest bis 2014 besonders in Russland ein Renner unter den für Doping genutzten Mitteln. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte hohen Missbrauch der Substanz in verschiedenen Sportarten festgestellt.

Verbot seit 2016

Der Wirkstoff wurd seit 1. Januar 2016 auf die gültige Liste der verbotenen Substanzen gesetzt.

Neue Fälle

Dennoch scheint es vor allem in der russischen Doping-Szene weiter beliebt zu sein. Die am Montag öffentlich gewordenen russischen Doping-Fälle mit Meldonium von Tennis-Stars Maria Scharapowa und der ehemaligen Eistanz-Europameisterin Jekaterina Bobrowa könnten Hinweise darauf sein.

Übersehen

Im Dezember habe sie ein Schreiben der WADA und der ITF bekommen, in dem auf die veränderten Doping-Regularien hingewiesen wurde. „Ich habe nicht auf die Liste geschaut“, sagte Scharapowa. Das Mittel habe sie seit 2006 eingenommen.

Weitere Fälle 2016

Eduard Worganow (Russland) Radsport
Olga Abramowa (Ukraine) Biathlon
Zwei Athleten des ASV Nendingen (nicht namentlich genannt) Ringen
Artem Tyschtschenko (Ukraine) Biathlon

Medikament

Meldonium wird unter dem Markennamen Mildronat als Herzmedikament in den baltischen Staaten und in Russland vertrieben; in Deutschland ist es als Arzneimittel nicht zugelassen. Es soll die Durchblutung fördern und somit als Medikament für Angina Pectoris und Herzerkrankungen geeignet sein.

Sport

Athleten versprechen sich durch die Einnahme der Substanz eine verbesserte Durchblutung und damit eine Steigerung der physischen sowie mentalen Belastungsfähigkeit.

Forschung

Bereits bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen stellten Wissenschaftler in einer Studie fest, dass vor allem Sportler aus den ehemaligen Staaten der Sowjetunion bevorzugt auf Meldonium zurückgriffen. Es war damals noch nicht verboten.

Studie

Laut einer russischen Studie von 2015 - kurz vor dem WADA-Verbot - fanden Moskauer Forscher in 724 von 4316 Urinproben Meldonium.

Die Gesellschaft „Tailwind Sports“ hatte als Besitzer des Armstrong-Teams von 2000 bis 2004 über 32 Millionen Dollar vom staatlichen Sponsor US Postal erhalten. Das Gericht könnte eine Schadenersatzzahlung über den dreifachen Betrag, genau 96,801 Millionen, festsetzen. Der tief gefallene ehemalige Superstar habe gegen die Doping-Richtlinien in den Fahrer-Verträgen verstoßen und für einen enormen Imageschaden gesorgt, argumentieren die Kläger.

Armstrongs Ex-Teamkollege Landis, 2006 selbst als Doper überführt, hatte die Klage 2010 eingebracht. Die Regierung hatte sich nach Armstrongs TV-Doping-Geständnis bei Oprah Winfrey angeschlossen. Whistleblower Landis könnte im Fall einer Armstrong-Verurteilung bis zu einem Viertel dieser Summe erhalten.

Von

dpa

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