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23.01.2010

11:28 Uhr

Langlauf Weltcup

Sachenbacher-Stehle überrascht in Russland

Beim 15km-Jagdrennen im russischen Rybinsk hat Evi Sachenbacher-Stehle überraschend den zweiten Rang belegt. Bei den Herren lief Rene Sommerfeldt als Vierter am Podest vorbei.

Erster Podest-Platz seit März 2008 für Evi Sachenbacher-Stehle. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Erster Podest-Platz seit März 2008 für Evi Sachenbacher-Stehle. Foto: Bongarts/Getty Images

Strahlefrau Evi Sachenbacher-Stehle ist als Zweite im "Kühlhaus" von Rybinsk nach fast zwei Jahren aufs Podest zurückgekehrt. Mit einer Gesichtsmaske aus Klebestreifen als Schutz gegen die eisigen Temperaturen von minus 20 Grad bescherte die Olympiasiegerin den deutschen Skilangläuferinnen den ersten Platz auf dem Treppchen in diesem Winter. Rene Sommerfeldt fehlten auf Platz vier dagegen 0,1 Sekunden zum Podest.

"Ich bin überglücklich und mir fällt ein Stein vom Herzen, dass es endlich wieder geklappt hat. Das Ergebnis gibt mir Selbstvertrauen für Olympia", sagte Sachenbacher-Stehle. Nach dem 15-km-Jagdrennen hatte sie nur 9,8 Sekunden Rückstand auf die Polin Justyna Kowalczyk, die ihre Führung im Gesamtweltcup ausbaute.

Letzter Podestplatz im März 2008

Zwar hatte der Großteil der Weltelite auf den vorletzten Leistungstest vor Vancouver verzichtet, trotzdem war die Leistung nicht hoch genug einzuschätzen. Auf den letzten zwei Kilometern trat Sachenbacher-Stehle noch einmal richtig an, holte 15 Sekunden auf die überragende Kowalczyk auf, lief glücklich ins Ziel und bemerkte erst dort die Kälte: "Als ich aufgetaut bin, habe ich erst gemerkt, wie kalt es ist. Aber ich komme eigentlich gut bei Kälte zurecht." Sachenbacher-Stehle kassierte eine Prämie von knapp 7 000 Euro und schaffte es erstmals seit dem 1. März 2008 in Lahti aufs Weltcup-Podium. In einem Distanzrennen war die Frau aus Reit im Winkl zuletzt vor fast vier Jahren besser, als sie am 8. März 2006 in Falun ihren bis dato letzten Weltcup-Einzelsieg gefeiert hatte.

Frust und Ärger bei Rene Sommerfeldt

Rene Sommerfeldt war dagegen frustriert, schließlich lag er im Zielsprint nach 30 harten Kilometern nur 1,6 Sekunden hinter dem russischen Überraschungssieger Artem Schmurko: "Ich wollte hier schon aufs Podium." Er konnte die Gunst der Stunde nicht nutzen, schließlich waren in beiden Weltcup-Rennen nur jeweils 24 Läufer am Start.

Insgesamt vier deutsche Frauen schafften nach einem bislang völlig verpatzten Winter den Sprung unter die Top Ten. Besonders groß war die Freude bei Sprint-Spezialistin Nicole Fessel, die mit einem überraschenden neunten Platz auf den letzten Drücker doch noch die Olympia-Norm erfüllte. Damit dürfte sie das 14. und letzte Mitglied im deutschen Langlauf-Team für Vancouver sein.

Stefanie Böhler als Siebte und Claudia Nystad auf Position zehn rundeten die starke deutsche Leistung ab. Chris Hönig (Oberhof) wurde dagegen überrundet und kam deshalb nicht in die Wertung - er ist eigentlich Wachser und hatte auf Befehl von Bundestrainer Jochen Behle sein Weltcup-Debüt gefeiert.

© SID

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