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10.03.2006

10:24 Uhr

Leichtathletik Hallen-WM

Nur Spiegelburg schafft den Sprung ins Finale

Alles andere als erfolgreich verlief der erste Tag der Hallen-WM der Leichtathleten in Moskau aus deutscher Sicht. Ralf Bartels enttäuschte im Kugelstoßen, nur Stabhochspringerin Silke Spiegelburg konnte überzeugen.

Die Erwartungen im deutschen Leichtathletik-Lager waren zum Auftakt der 11. Hallen-Weltmeisterschaften in Moskau ohnehin nicht besonders groß, doch kam es gleich zu bösen Überraschungen. Auch die Olympiasechste Sonja Kesselschläger konnte den Fehlstart der deutschen Leichathleten nicht verhindern: Fünf Punkte fehlten ihr am Ende zu einer Medaille im Fünfkampf. Höhepunkt einer Pleitenserie in Runde eins war das Aus des Neubrandenburger Goldkandidaten Ralf Bartels im Kugelstoßen.

"Es gab richtige Enttäuschungen. Aber das soll nicht so weiter gehen", bilanzierte der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow nach dem ersten von drei Wettkampftagen. Insgesamt mussten vier Athleten gleich die Segel streichen. Als einzige Deutsche kam die erst 19 Jahre alte Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (Leverkusen/4,45m) ins Finale am Samstag. Die 400-m-Läufer Claudia Hoffmann (Potsdam/53,05 Sekunden) und Ruwen Faller (Magdeburg/47,02) zogen in die Vorschlussrunde ein, Letzterer nur wegen der Disqualifikation eines Rivalen.

Aus für Sack, Fricke und Strutz

Eine solide Leistung lieferte Sonja Kesselschläger ab, die zum Abschluss den 800-m-Lauf in 2:14,45 Minuten gewann und mit 4 574 Zählern Vierte wurde. Gold gewann die wegen Dopings für zwei Jahre bis Sommer 2005 gesperrte Russin Ludmila Blonska mit 4 685 Zählern vor Karin Ruckstuhl (Niederlande/4 607), Bronze ging mit 4 579 Zählern weg.

Neben Bartels mussten auch sein Disziplinkollege Peter Sack (Leipzig/19,79m), Hochspringer Roman Fricke (Leverkusen/2,15) und Stabhochspringerin Martina Strutz (Schwerin/4,45m) vorzeitig ihre Sachen packen. Aus dem Kreis der verbliebenen acht deutschen WM-Starter hat der Kölner Stabhochspringer Tim Lobinger, Hallen-Weltmeister von 2003, die besten Medaillenchancen.

Bartels: "Das ist unentschuldbar"

"Ich habe Mist gebaut und nicht gezeigt, was ich kann. Das ist unentschuldbar. Ich habe noch nie einen schlechteren Wettkampf in der Qualifikation gemacht", bekannte der Freiluft-WM-Dritte Bartels, der als Zwölfter mit 19,46m zum vierten Mal in Folge bei Hallen-EM und Hallen-WM in der ersten Runde auf der Strecke blieb. Bartels sah technische Fehler hinter dem Scheitern. Zum Weiterkommen hätte der Weltranglisten-Zweite (21,43) nur 20,04 benötigt.

Auch Titelverteidiger Christian Cantwell (USA) flog mit 19,90m als Zehnter vorzeitig raus. Den Titel sicherte sich der als Favorit angereiste Reese Hoffa, mit einem Stoß auf 22,11m. Auch die 7,01 Sekunden von Sprint-Siegerin Me´Lisa Barber (ebenfalls USA) waren eine Jahres-Weltbestmarke.

Deutsche Hoffnungen ruhen nun auf Tim Lobinger

Rückendeckung vom Leitenden Bundestrainer Jürgen Mallow erhielt der schon bei der WM-Generalprobe mit nur 2,15m negativ aufgefallene Fricke: "Das war keine desolate Leistung von Roman, sondern vom Kampfgericht." Dieses habe mitten im Wettkampf die Reihenfolge der Springer geändert und zudem vergessen, einen Sportler aufzurufen. Ein Protest schien erfolglos.

Bei den letzten Hallen-WM 2004 war das deutsche Team mit nur zwei dritten und zwei fünften Plätzen in der Nationenwertung lediglich 13. geworden. In Moskau, wo 635 Athleten aus 133 Nationen um 2,3 Mill. Dollar Preisgeld kämpfen, ist nun in erster Linie Stabhochspringer Tim Lobinger noch eine Medaillenhoffnung.

© SID

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