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04.02.2006

16:36 Uhr

Leichtathletik Meeting

Bergqvist knackt Henkels Hallen-Weltrekord

Weltmeisterin Kajsa Bergqvist hat beim Hochsprung-Sportfest im thüringischen Arnstadt mit 2,08m einen neuen Hallen-Weltrekord aufgestellt. Die Schwedin überbot damit die 16 Jahre alte Bestmarke von Heike Henkel (2,07m).

Beim Hochsprung-Sportfest im thüringischen Arnstadt konnte die schwedische Weltmeisterin Kajsa Bergqvist am Samstag mit 2,08m einen neuen Hallen-Weltrekord verbuchen und damit Heike Henkel (Leverkusen) als Rekordhalterin ablösen.

Die 28-Jährige, die schon zweimal Weltmeisterin in der Halle war, überbot im ersten Versuch die 14 Jahre alte Marke, die die Leverkusenerin 1992 ein halbes Jahr vor ihrem Olympiasieg von Barcelona 1992 erzielt hatte. Höher sprang bisher in der Welt nur die bulgarische Olympiasiegerin Stefka Kostadinowa, die 1987 beim WM-Titel in Rom mit 2,09m den noch aktuellen Freiluft-Weltrekord aufgestellt hatte.

Zuschauerin Henkel Bergqvists Motivationshilfe

"Dass Heike hier als Zuschauerin war, hat mich sehr stimuliert und sicher ein oder zwei Zentimeter gebracht", meinte Kaysa Bergqvist, die 2004 Olympia wegen einer Achillessehnen-Operation verpasst hatte. Zu den Klängen der schwedischen Band Abba hatte Bergqvist zuvor 1,85m, 1,93m, 1,96m, 1,99m, 2,01m und 2,03m im ersten Anlauf, nahm dann 2,05m im zweiten Versuch und dann die Weltrekordhöhe erneut auf Anhieb.

1 300 Zuschauer beim "Hochsprung mit Musik" feierten die mit 10 000 Euro Prämie bedachte Schwedin, die sich am Morgen gar nicht gut gefühlt hatte. "Aber dann bin ich gut in den Wettkampf reingekommen, und plötzlich lief es wie aus einem Guss", meinte die 28-Jährige. Zwei Tage zuvor war sie in Stockholm nur 1,98m gesprungen, "da habe ich mir zu viel Druck gemacht." Mit 2,01m (Glasgow) stand sie bereits an der Spitze der Weltrangliste 2006.

Für Bergqvist ist Deuschland ein gutes Pflaster. Die blonde Schwedin, die bisher in der Halle mit 2,03m verzeichnet war, hatte im Juli 2003 ihre persönliche Bestleistung mit 2,06m in Eberstadt bei Heilbronn erzielt. Höher als sie sind unter freiem Himmel bisher nur zwei gesprungen: Kostadinowa neben den 2,09m von Rom auch ein Jahr zuvor bei ihrem ersten Weltrekord 1986 in Sofia (2,08m) sowie deren bulgarische Landsfrau Ludmilla Andonowa, die 1984 bei ihrem Berliner Weltrekord 2,07m gemeistert hatte.

Meetingchef Triebel aus dem Häuschen

"Dass Weltrekord aufgelegt werden würde, darauf hatte ich gehofft, aber dass er dann auch noch gesprungen wurde, das ist Wahnsinn. Unglaublich, dass das ausgerechnet zum 30. Geburtstag unseres Springens passiert", meinte der Arnstädter Meetingchef Hubertus Triebel.

© SID

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