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12.01.2009

16:36 Uhr

Leichtathletik National

Die Leiche von Rene Herms wird obduziert

Nach dem Tod von Rene Herms gibt es weiter unzählige Beileidsbekundungen. Unterdessen ordnete die Ermittlungsrichterin eine Obduktion seiner Leiche an.

Rene Herms verstarb am Freitag. Foto: AFP SID

Rene Herms verstarb am Freitag. Foto: AFP

Die Schockstarre der Leichtathletik-Szene über den mysteriösen Tod von Rene Herms hielt auch am Montag an. Dagegen kommen die Ermittlungen in Bewegung: Die Ermittlungsrichterin ordnete die Obduktion der Leiche an. Das sagte Oberstaatsanwalt Christian Avenarius dem Sport-Informations-Dienst (sid). Die Untersuchung soll Aufschluss über die Todesursache bringen. Dass sie schon am Dienstag erfolgen werde, wollte er aber nicht bestätigen. "Das Ergebnis wird es erst in ein paar Tagen geben", so Avenarius.

Aus aller Welt kommen derzeit die Beileidsbekundungen für Herms trauernde Ehefrau Steffi, die einen Zusammenbruch erlitt und im Krankenhaus behandelt werden musste. "Ich bin in Gedanken bei seiner Familie und hoffe, dass sie in dieser Situation zusammensteht. Ich werde ihn als Konkurrent auf der Laufbahn sehr vermissen", sagte der Erfurter Nils Schumann, 2000 in Sydney Olympiasieger über 800 Meter.

Doppel-Weltmeister Bernard Lagat kondoliert

Auch Doppel-Weltmeister Bernard Lagat (800 und 1500m), der häufig in Tübingen trainiert, meldete sich zu Wort. "Obwohl du nicht mehr da bist, wirst du immer als talentierter, hart arbeitender Athlet in Erinnerung bleiben. Ruhe in Frieden", schreibt der Amerikaner im Gästebuch auf der Homepage von Rene Herms (www.rene-herms.de), das seit Bekanntwerden der Todesnachricht überquillt.

Am Samstagvormittag hatte Herms Schwiegermutter den leblosen Körper des nur 26 Jahre alt gewordenen zwölfmaligen deutschen Meisters über 800 Meter in dessen Wohnung im sächsischen Lohmen entdeckt. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

Auch beim Leverkusener U20-Europameister Robin Schembera, der Herms 2008 bei der DM in Nürnberg auf Platz zwei verwiesen hatte, sitzt der Schock noch tief: "Mein Gefühl lässt sich kaum in Worte fassen. Wer denkt schon daran, dass ein Athlet, der jahrelang die Nummer eins war, plötzlich stirbt und nicht mehr da ist."

Seit Samstagabend kondolierten über 100 Menschen im Gästebuch der Herms-Homepage, nachdem es zuvor seit 13. November keinen Eintrag mehr gegeben hatte. Neben Lagat meldeten sich weitere ausländische Konkurrenten wie der polnische Olympia-Halbfinalist Marcin Lewandowski: "Ein großer Schock für Mitkämpfer aus Polen auf der Bahn. Unser Beileid gilt seiner Familie."

Herms Ex-Verein LSV Pirna, von dem sich der Läufer im Herbst 2006 zur LG Braunschweig verabschiedete hatte, schrieb in einem bewegenden Nachruf auf seiner ganz in schwarz gehaltenen Homepage (www.lsv-pirna.de). "Sein viel zu früher Tod macht uns alle sprach- und ratlos. Wir, die ihn auf seinem Weg begleitet, mitgefiebert und nahe gestanden haben, werden ihn in ehrendem Gedenken behalten." Eigentlich wollte der ehemalige U20- und U23-Europameister am kommenden Montag mit den Läufern seines Ex-Klubs ins Trainingslager nach Kienbaum aufbrechen.

© SID

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