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13.01.2011

11:46 Uhr

Leichtathletik WM

Leichtathletik-WM nicht live bei ARD und ZDF

ARD und ZDF werden keine Live-Bilder der Leichtathletik-WM 2011 in Daegu/Südkorea senden. Allerdings laufen noch Gespräche mit anderen deutschen TV-Sendern.

Auf solche Live-Bilder müssen die Leichtathletik-Fans in Deutschland wohl verzichten. Foto: SID Images/AFP/Damien Meyer SID

Auf solche Live-Bilder müssen die Leichtathletik-Fans in Deutschland wohl verzichten. Foto: SID Images/AFP/Damien Meyer

ARD und ZDF werden die Leichtathletik-WM 2011 wohl nicht live aus Daegu/Südkorea (27. August bis 04. September) übertragen - womöglich aber ein anderer deutscher TV-Sender. "Die Gespräche mit ARD und ZDF sind beendet. Aber noch laufen Verhandlungen für Deutschland", sagte Jonas Persson, Vorstandsvorsitzender der Vermarktungsagentur IEC dem Sport-Informations-Dienst (SID). Die IEC vermarktet die Rechte im Auftrag des Leichtathletik-Weltverbands (Iaaf).

Zuvor hatte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz dem SID bestätigt, dass die öffentlich-rechtlichen Sender wohl bestenfalls zeitversetzt aus Südkorea berichten werden: "Die Verhandlungen über eine Live-Übertragung sind aus unserer Sicht gescheitert. ARD und ZDF werden sich aber bemühen, die Rechte an einer Highlight-Berichterstattung zu erwerben. Das entsprechende Interesse haben wir bereits signalisiert."

Zusammenfassung des Wettkampftages im Vorabend-Programm

"ARD und ZDF wollten weniger als ein Drittel dessen zahlen, was sie für die letzte WM gezahlt haben", sagte Jonas Persson: "Das war für uns nicht akzeptabel." Rund 15 Mill. Euro hatte IEC angeblich gefordert. Eine Live-Berichterstattung ist für ARD und ZDF wegen der Zeitverschiebung allerdings äußerst unattraktiv. Die Entscheidungen bei der WM fallen ab 12.00 Uhr deutscher Zeit, die Qualifikations-Wettkämpfe finden ab 02.00 Uhr nachts statt. Im Gespräch ist nun eine Zusammenfassung des Wettkampftages im Vorabend-Programm.

Für Clemens Prokop, den Präsidenten des Deutschen Leichathletik-Verbandes (DLV), wäre das nur eine Notlösung. "Eine zeitversetzte Präsentation ist selbst zu einer attraktiven Sendezeit nicht unsere Idealvorstellung - aber besser als nichts", sagte Prokop: "Es ist allerdings ein schlechtes Signal für den Sport. Beim Fußball würde niemand über so etwas nachdenken."

Harting über Entscheidung nicht erfreut

Diskus-Weltmeister Robert Harting zeigte keinerlei Verständnis für die Lage. "Es ist sportkulturell nicht vertretbar, die Leichtathletik-WM der Bevölkerung vorzuenthalten. Die geforderte Summe übertrifft meines Wissens nach nicht einmal die Kosten eines Länderspiels der DFB-Elf gegen Schweden", sagte der Berliner.

Harting glaubt, dass die "fehlende Lobbyarbeit in den Zigarren- und Champagnerkreisen" ausschlaggebend für die unglückliche Entwicklung sei. Medien hätten die Tradition in den Hintergrund gedrängt. Die öffentlich-rechtlichen Sender hätten jedoch gegenüber den Gebührenzahlern die Pflicht, ein breites Sportprogramm anzubieten, dazu zähle auch die Leichtathletik.

Die letzte Hoffnung für Leichtathletik-Fans in Deutschland ist nun wohl Eurosport. Beim Spartensender ist noch keine Entscheidung über eine Live-Übertragung der WM gefallen.

© SID

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