Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.02.2017

08:30 Uhr

Live beim Super Bowl

Wie ich die irre Aufholjagd der Patriots erlebte

VonThomas Jahn

Live dabei im Finale der US-Meisterschaft im American Football: Zuerst war es langweilig und dann ein unfassbarer Thriller. Eindrücke unseres Korrespondenten, der erstmals ein Football-Spiel im Stadion beobachtete.

HoustonMeine Freunde in Amerika konnten es kaum glauben. Ich fahre zum Super Bowl nach Houston! Karten für das Endspiel um die US-Meisterschaft im Football sind auf normale Weise nicht zu bekommen. Beim Broker kosten sie je nach Sitzplatz mindestens 2000 Dollar. Super Bowl, das schaut man sich im Fernsehen an.

Nun, ich gehe als Reporter dorthin. Ich schreibe über das Spiel sowie wirtschaftliche Aspekte vom Super Bowl – es werden unglaubliche 14 Milliarden Dollar damit umgesetzt. Mit dem Sport kenne ich mich ein wenig aus, ich habe mir das Finale oft im Fernsehen angesehen. Dass mein erstes Live-Spiel gleich der Saisonhöhepunkt New England Patriots gegen Atlanta Falcons ist – das finden amerikanische Freunde höchst amüsant.

Was für eine Bedeutung das Spiel in den USA hat, merke ich in Houston. Die Stadt ist voll mit Menschen in Trikots. Die Patriots mit einem stilisierten Kopf von Captain America, die Falcons mit einem entsprechenden Greifvogel. Im George Brown Convention Center stehen die Menschen Schlange, um sich andächtig die Siegerringe der früheren Super-Bowl-Sieger anzusehen. Davon gab es bereits 50, in Houston findet Nummer LI statt – die 51 in römischen Ziffern.

American Football: Zahlen zum 51. Super Bowl

Super Bowl

Groß, größer, Super Bowl: Kaum ein Sportereignis erzeugt so viel Aufmerksamkeit wie das Endspiel in der amerikanischen Football-Liga NFL. Jahr um Jahr überbietet sich das Event vor Millionenpublikum in Superlativen. Ein Überblick in Zahlen:

8 Teilnahmen

8 Teilnahmen am Super Bowl sind in der gesamten Liga der Rekord. Das gelang bisher drei Mannschaften: den Dallas Cowboys, den Pittsburgh Steelers den den New England Patriots. Mit deren Partie am Sonntag kommen die Patriots in ihrem 57-jährigen Bestehen auf 9 Teilnahmen.

14 Punkte

14 Punkte und damit so wenig wie bei keinem anderen Super Bowl erzielte die Gewinner-Mannschaft der Miami Dolphins im Jahr 1973 gegen die Washington Redskins in Los Angeles.

21 Jahre

21 Jahre ist der jüngste Spieler im diesjährigen Super Bowl alt. Der Safety Keanu Neal von den Atlanta Falcons ist damit 20 Jahre jünger als sein 41-jähriger Teamkollege Matt Bryant, der als Kicker spielt.

55 Punkte

55 Punkte erzielten die San Francisco 49ers im Endspiel gegen die Denver Broncos. Mit der Partie in New Orleans brachten die 49ers es auf die bisher höchste Super Bowl-Punktzahl. Die Atlanta Falcons als auch die New England Patriots waren diese Saison unter den Teams mit den meisten Punkten und könnten diesen Rekord aber noch knacken.

Das Jahr 1969

1969 war das Jahr, als die 1920 gegründete NFL-Liga erstmals die römischen Ziffern benutzte und das Endspiel als „Super Bowl“ bewarb. Der Begriff war schon einige Jahre vorher im Gebrauch, offiziell vermarktete die Liga das Match mit diesem Titel aber erst 1969.

4400 Footballfelder

4400 Footballfelder groß ist die Fläche, die alle Pizzen zusammen abdecken würden, die der Pizza-Hersteller Domino's 2016 zum Super Bowl auslieferte. Dieses Jahr rechnet das Unternehmen landesweit mit 24 Prozent mehr Bestellungen als an einem gewöhnlichen Sonntag.

5000 Dollar

5000 Dollar (4600 Euro) zahlt die NFL der Siegermannschaft für jeden der bis zu 150 Ringe. Die Teams lassen sich das tragbare Andenken an den heiß begehrten Titel aber oft deutlich mehr kosten: 2015 gaben die New England Patriots dem Sport-Sender ESPN zufolge insgesamt 36 500 Dollar (33 900 Euro) für jeden der 150 Gewinner-Ringe aus.

95 000 Tonnen Avocados

95.000 Tonnen Avocados lieferte Mexiko vergangenes Jahr zum Football-Endspiel in die USA, wo mehr als 80 Prozent der Avocados aus dem südlichen Nachbarland importiert werden. Grund für die hohe Nachfrage ist die zum Finale beliebte Avocado-Creme Guacamole.

5 000 000 Dollar

5.000.000 Dollar (4,6 Mio Euro) kosten 30 Sekunden TV-Werbezeit während des Super Bowl im Durchschnitt, wie die „New York Times“ unter Berufung auf werbende Kunden berichtet. Eine weitere Million Dollar lassen sich Unternehmen die Vermarktung der Spots kosten.

21 500 000 Tweets

21.500.000 Tweets setzten Nutzer dem Marktforschungsunternehmen Nielsen zufolge vergangenes Jahr zum Stichwort „Super Bowl 50“ sowie den dazugehörigen Werbespots ab. 162 000 Tweets wurden allein in der Minute nach Ende der Halbzeitshow um 20:44 Uhr (Ortszeit) verschickt.

114 400 000 Menschen

114.400.000 Menschen schalteten in den USA im Jahr 2015 zum Super Bowl ein - ein Rekord. Vergangenes Jahr waren es Nielsen zufolge immerhin 111,9 Millionen Zuschauer. Das waren 72 Prozent aller US-Haushalte mit einem Fernseher. In Deutschland schalteten vergangenes Jahr 1,8 Millionen Menschen ein.

1 330 000 000 Hühnerflügel

1.330.000.000 Hühnerflügel essen die Amerikaner während des Super Bowl nach Angaben des Branchenverbands National Chicken Council. Dazu kamen dem Verband Snack Food Association zufolge vergangenes Jahr 5080 Tonnen Kartoffelchips, 3700 Tonnen Tortilla-Chips, 1700 Tonnen Popcorn und 1360 Tonnen Nüsse, wie das Magazin „Forbes“ schreibt.

Der Energiepegel ist hoch, überall skandieren und singen Fans. Aber alle sind friedlich, die Anhänger der beiden Vereine stehen einhellig nebeneinander. Auch werden im Stadion die Patriot-Fans nicht von den Anhängern der Falcons getrennt, im europäischen Fußball eine undenkbare Sache. Die Stimmung ist großartig, mit Begeisterung werden die Spieler begrüßt. Knapp 71.000 Zuschauer sind gekommen, um das Spiel zu sehen.

Wer anfängt, entscheidet eine Münze. Die wirft George H. Bush. Der frühere Präsident wird im Rollstuhl auf das Feld gefahren, die Menge applaudiert, darunter auch Vizepräsident Mike Pence, wie auf dem riesigen Bildschirm unter dem Stadiondach zu sehen ist. Eine Zeitlang sah es nicht gut um George Bush Senior aus, jetzt geht es ihm anscheinend besser.

Super Bowl: Anpfiff zum Milliarden-Finale

Super Bowl

Anpfiff zum Milliarden-Finale

Wer nach dem Super Bowl den Pokal bekommt, ist noch nicht klar. Doch beim Finale im American Football steht ein Gewinner schon fest: die Wirtschaft. Der Umsatz geht in die Milliarden – mit Trikots, Bier und Werbespots.

Football im Stadion anzusehen ist meiner Meinung nach viel interessanter als im Fernsehen. Dort werden andauernd Werbespots eingeblendet, wenn das Spiel unterbrochen wird. Live sehe ich die Spieler, Trainer und Schiedsrichter, was sie tun, mit wem sie sprechen. Das Spiel ist für mich mehr im Fluss und nicht so zerhackt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Josef Hirsepp

06.02.2017, 12:40 Uhr

Ich weiss zwar nicht was der so called Deutsche Kommentator zur Habzeit gesehen hat!
Aber der Halbzeitstand war 3:28 !!

Dieserr Bericht ist somit zwar sicherlich keine Luege, oder Faked but INCORRECT NEWS !

Die Aufholjagd und der Sieg der Partiots in der EXTRA-TIME wurde bestimmt nur durch ein ein Quick-Sports-dekret von Donald Trump moeglich gemacht....t!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×