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03.02.2005

12:12 Uhr

Maier: Silber ist oft zu wenig

Abfahrts-Auswahl bewegt Österreich

Der Höhepunkt der Weltmeisterschaften in Bormio ereignete sich nicht auf der Ski-Piste, sondern im zur Abendstunde vollbesetzten Frühstücksraum des Hotel Miramonti.

HB BORMIO. Eine drohende Demission von Superstar Hermann Maier blieb zwar aus, doch die Nominierung des österreichischen Quintetts für die Abfahrt am Samstag (11.45/ZDF und Eurosport) bewegte nicht nur die Alpenrepublik. Im Blitzlichtgewitter musste Cheftrainer Toni Giger am Mittwoch seine Auswahl rechtfertigen. "Ich hoffe, dass sie richtig war, um für Österreich Medaillen zu holen. Leicht machen wir es uns sicher nicht", sagte Giger, der sich bemühte, den möglichen Vorwurf einer Begünstigung von Maier gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Hermann Maier und Olympiasieger Fritz Strobl wurden wegen ihrer Erfolge bei vergangenen Großereignissen von der ursprünglich geplanten sportlichen Qualifikation für einen Platz im rot-weiß-roten Ski-Dream-Team befreit. Werner Franz und Christoph Gruber müssen hingegen im Abschlusstraining am Freitag um den letzten freien Platz neben Maier, Strobl und den ohnehin gesetzten Michael Walchhofer und Johann Grugger kämpfen. Da Gruber und Franz in diesem Winter bessere Spitzenresultate als Maier aufzuweisen haben, drängte sich auf den ersten Blick der Verdacht einer Bevorzugung des rundum vermarkteten Doppel-Olympiasiegers von 1998 auf.

Schon vor zwei Jahren hatte es bei der WM in St. Moritz Ärger um die Benennung des Abfahrtsteams und dem gerade von seinem schweren Beinbruch genesenen Maier gegeben. Der mittlerweile für Slowenien startende Josef Strobl und Andreas Schifferer hatten nach ihrer Ausbootung mit Abreise und Austritt aus dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) gedroht.

"Es ist keine einfache Situation, aber Hermann Maier und Fritz Strobl stechen für uns aufgrund ihrer Routine heraus", sagte Giger diesmal. Maier-Manager und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel war der erneute Wirbel offenbar nicht unrecht. "Das ist halt Marketing, hier sind mehr Leute als im Zielraum beim Rennen", sagte der Multifunktionär zum Andrang bei der Pressekonferenz.

Hermann Maier wollte um das grüne Licht für seinen vierten WM- Abfahrtsstart hingegen kein großes Aufheben machen. "Das ändert nichts an der Tatsache, dass ich am Samstag eine Medaille holen muss. Wenn man für Österreich an den Start geht, wird es immer schwierig. Da ist Silber oft schon zu wenig", sagte der Doppel-Weltmeister von 1999. Franz und Gruber wirkten hingegen gar nicht erfreut, schafften es, aber ihre Enttäuschung zu verbergen. "Wir müssen das eben wie eine Doppel-Abfahrt betrachten", sagte Franz. Vor der Entscheidung hatte der Sieger von Val d'Isère eine Ausscheidung einen Tag vor dem Rennen noch als "Schwachsinn" bezeichnet.

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