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20.08.2013

11:21 Uhr

Medienbericht

Pistorius will Schadensersatz an Steenkamps zahlen

Der Paralympics-Star soll mit der Familie seiner getöteten Freundin Reeva über Schadensersatz verhandeln. Das berichten Medien. So will der Sprinter offenbar eine Zivilklage der Eltern umgehen.

Oscar Pistorius bei einer Anhörung vor Gericht. Der Sprintstar muss sich ab März wegen Mordes verantworten. Nun versucht er offenbar, eine Klage der Eltern seiner Freundin zu umgehen. ap

Oscar Pistorius bei einer Anhörung vor Gericht. Der Sprintstar muss sich ab März wegen Mordes verantworten. Nun versucht er offenbar, eine Klage der Eltern seiner Freundin zu umgehen.

Addis Abeba/PretoriaDer unter Mordverdacht stehende südafrikanische Prothesensprinter Oscar Pistorius will sich offenbar mit der Familie seiner getöteten Freundin außergerichtlich auf die Zahlung von Schadenersatz einigen. Wie die südafrikanische Zeitung „The Times“ am Dienstag berichtete, sollen Verhandlungen zwischen den Anwälten beider Seiten über die Höhe der Summe im Gange sein. Der 26-jährige Pistorius hatte das Model Reeva Steenkamp in der Nacht zum Valentinstag durch eine geschlossene Badezimmertür erschossen.

Während die Staatsanwaltschaft von vorsätzlichem Mord ausgeht, beteuert Pistorius, er habe Einbrecher im Haus vermutet und deshalb geschossen. Neben dem Mordprozess, der im März 2014 stattfindet, wollen die Eltern von Steenkamp gleichzeitig in einer Zivilklage Schadenersatz fordern. Barry and June Steenkamp sagen, sie seien finanziell auf die Unterstützung ihrer prominenten Tochter angewiesen gewesen.

Der Fall Pistorius – eine Chronologie

14./ 15. Februar 2013

Nach tödlichen Schüssen auf seine Freundin Reeva Steenkamp wird Pistorius festgenommen. Wegen Mordverdachts erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage.



19. Februar

Er habe geglaubt, auf Einbrecher zu schießen, beteuert der behinderte Profisportler. „Ich hatte nie die Absicht, meine Freundin zu töten“, heißt es in einer Erklärung.

Der 26-jährige beinamputierte Paralympics-Star erschoss - so viel ist unumstritten - am Valentinstag seine Freundin Reeva Steenkamp durch die geschlossene Badezimmertür. Er selbst gibt an, sie versehentlich getötet zu haben, da er sie für einen Einbrecher gehalten habe. Die Staatsanwaltschaft sieht hingegen einen vorsätzlichen Mord nach einem Streit des Paares.

20. Februar

Die Ermittler hätten das Dopingmittel Testosteron und mehrere Spritzen in Pistorius' Schlafzimmerschrank gefunden, teilt die Polizei mit. Sein Anwalt beteuert, es handele sich um pflanzliche Arzneimittel.

Dem jungen Athleten wird noch ein weiterer Anklagepunkt vorgehalten, nämlich illegaler Besitz von Munition. Vorab waren in südafrikanischen Medien auch noch andere Vorwürfe genannt worden. So soll Pistorius zwei Mal in der Öffentlichkeit eine Waffe benutzt haben. Einmal schoss er demnach aus dem offenen Verdeck eines Autos in die Luft und ein anderes Mal ging eine Waffe versehentlich in einem Restaurant los.

21. Februar

Der leitende Polizeiermittler Hilton Botha steht selbst unter dem Verdacht des versuchten Mordes, wie die Polizei bestätigt. Er wird von seinen Aufgaben entbunden.

22. Februar

Pistorius kommt gegen Kaution und Auflagen überraschend frei. Der Richter kritisiert Staatsanwaltschaft und Polizei: Es gebe keine klaren Beweise für eine vorsätzliche Tat. Aber auch Pistorius' Aussage sei widersprüchlich. Der Prozess soll am 4. Juni beginnen.

14. April

Der mordverdächtige Paralympics-Star vergnügt sich nach Berichten südafrikanischer Medien wieder auf Partys.

4. Juni

Der Prozess wird auf den 19. August vertagt. Weitere Ermittlungen seien notwendig, erklärt das Magistratsgericht in Pretoria. Pistorius bleibt auf freiem Fuß.

14. August

Die Polizei schließt ihre Ermittlungen ab. Polizeisprecher Generalleutnant Solomon Makgale teilte mit, Ermittler, Experten für Forensik und Ballistik, Psychologen und Techniker seien mit dem Fall betraut gewesen und seien zuversichtlich, genügend Beweise gegen Pistorius gesammelt zu haben.
Zu den wichtigsten Beweismitteln dürften Telefondaten sowie die Ergebnisse einer Untersuchung der Badezimmertür sein, durch die Pistorius seine Freundin mit mehreren Schüssen getötet hatte. Vor allem die Einschusswinkel dürften Aufschluss darüber geben, ob Pistorius auf seinen Beinstümpfen stand, wie er selbst behauptet, oder ob er seine Prothesen trug, wovon die Anklage ausgeht.

19. August

Der Richter gibt bekannt, dass Pistorius sich ab dem 3. März 2014 wegen vorsätzlichen Mordes vor Gericht verantworten muss.

3. März 2014

Prozessauftakt: Der High Court in der Hauptstadt Pretoria befasst sich mit dem Fall. Sollte das Gericht Pistorius schuldig sprechen, droht dem Sportler lebenslang - was in Südafrika eine Mindesthaftstrafe von 25 Jahren bedeutet. Damit dürfte er frühestens mit Anfang 50 aus dem Gefängnis entlassen werden. In Südafrika gibt es keine Todesstrafe.

10. März

10. und 13. März: Pistorius übergibt sich bei der Verlesung des Autopsieberichts und als auf dem Bildschirm im Gerichtssaal eine Aufnahme von Steenkamps Leiche erscheint.

7. bis 15. April

Pistorius beginnt seine Aussage mit einer Entschuldigung bei Steenkamps Familie. Immer wieder bricht er im Kreuzverhör in Tränen aus und verwickelt sich auch in Widersprüche. Er bleibt aber dabei, dass er zwar geschossen hat, jedoch nicht wusste, dass sich Steenkamp in der Toilette aufhielt.

30. Juni

Nach sechswöchiger Unterbrechung, in der sich Pistorius psychiatrischen Untersuchungen unterziehen musste, erklären drei Psychiater und ein Psychologe übereinstimmend, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt voll schuldfähig war.

11. und 12. September

Richterin Thokozile Masipa spricht Pistorius von den Vorwürfen des Mordes und des Totschlags frei. Er wird wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässigen Waffengebrauchs in einem Fall schuldig gesprochen, das Strafmaß wird noch nicht verkündet. Es liegt allein im Ermessen der Richterin.

17. Oktober

Nach viertägigen Anhörungen zum Strafmaß fordert die Staatsanwaltschaft mindestens zehn Jahre Haft. Die Verteidigung plädiert auf Hausarrest sowie gemeinnützige Arbeit.

21. Oktober

Richterin Thokozile Masipa verurteilt Pistorius wegen der tödlichen Schüsse zu fünf Jahren Haft. Für den fahrlässigen Gebrauch einer Waffe in einem anderen Fall verhängt sie außerdem drei Jahre Haft auf Bewährung gegen den 27-Jährigen. Er wird nach der Strafmaßverkündung sofort ins Gefängnis gebracht.

Einzelheiten der Gespräche wurden bisher nicht bekannt, jedoch sprach die Zeitung von einer möglichen Zahlung in Höhe von drei Millionen Rand (220 000 Euro). Pistorius hofft offenbar, so eine zivile Klage abzuwenden und die finanziellen Fragen noch vor Beginn des Mordverfahrens gelöst zu haben.

Der Sportler war erst am Montag erneut vor einem Gericht in Pretoria erschienen. Dabei übergab die Staatsanwaltschaft die Anklageliste offiziell an das Gericht und die Verteidigung. Demnach wurden 107 Zeugen geladen, die gegen Pistorius aussagen sollen. Sollte er schuldig gesprochen werden, droht dem Sportler eine lebenslange Haftstrafe.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

20.08.2013, 12:34 Uhr

Ist das nicht nett, wenn Eltern aus dem Tod der Tochter noch Kapital schlagen wollen.
Das widert mich nur an.

werner

20.08.2013, 14:15 Uhr

wie billig ist ein mord der ein junges leben ausloescht???sind wir jetzt alle vogelfrei???sklaven der Verbrecher??sind die strafgesetze zur disposition gestellt??verbrecher ueber buerger???gefaengnisse erholungsanstalten fuer neue verbrechen??Staatsanwaelte als Strafenhaendller??blut for Money???

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