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22.06.2013

12:08 Uhr

Medienbericht

Ullrich gibt erstmals Blutdoping zu

Erstmals hat Jan Ullrich in einem Interview öffentlich erklärt, dass er gedopt hat. Der ehemalige Radprofi gab zu, in Behandlung des verurteilten Dopingarztes Fuentes gewesen zu sein. Betrugsvorwürfe wies er aber zurück.

Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich hat erstmals zugegeben, gedopt zu haben. dpa

Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich hat erstmals zugegeben, gedopt zu haben.

BerlinJetzt also doch: Ex-Radprofi Jan Ullrich hat im Nachrichtenmagazin „Focus“ erstmals Blutdoping beim spanischen Skandalarzt Eufemiano Fuentes zugegeben. „Ja, ich habe Fuentes-Behandlungen in Anspruch genommen“, sagte der umstrittene Tour-de-France-Sieger von 1997 in einem Interview der aktuellen „Focus“-Ausgabe. Er habe aber keine anderen Dopingmittel verwendet als sein eigenes Blut, stellte der gebürtige Rostocker klar und behauptete, damit lediglich für Chancengleichheit gesorgt zu haben. Bisher hatte der 39-Jährige stets mit verklausulierten Aussagen seine Verwicklung in die schwarze Doping-Ära des Radsports zugegeben, aber keine umfassende Beichte abgelegt.

Mit einem Geständnis in Raten und einer Interview-Offensive drängte der Wahl-Schweizer zuletzt an die Öffentlichkeit und scheint damit eine zweite Chance für sich einzufordern. Betrugsvorwürfe wies Ullrich weiter zurück. „Fast jeder hat damals leistungssteigernde Substanzen genommen. Ich habe nichts genommen, was die anderen nicht auch genommen haben“, sagte der Olympiasieger von Sydney 2000 dem „Focus“. „Betrug fängt für mich dann an, wenn ich mir einen Vorteil verschaffe. Dem war nicht so. Ich wollte für Chancengleichheit sorgen.“

Erfolge im Radsport seien am Ende eine Frage von Talent, Teamgeist, Siegeswillen und der Leistungsfähigkeit: „Und geschadet habe ich mir selbst am meisten, was mein Ansehen in der Öffentlichkeit und mögliche gesundheitliche Folgen, die ich nicht habe, angeht.“

Gesundheitliche Schäden hat er durch die verbotene Leistungsmanipulation also offenbar keine davongetragen. Ähnlich wie der überführte Dopingsünder Lance Armstrong muss er sich jetzt aber dem Imageschaden durch seine jahrelange Verschleierungstaktik und eventuellen Regressforderungen stellen. „Beide sind wir nicht davongekommen und schuldig. Ich bin nicht besser als Armstrong, aber auch nicht schlechter“, sagte Ullrich, „Die großen Helden von früher sind heute Menschen mit Brüchen, mit denen sie klarkommen müssen.“ Bereits am Freitag hatte er seinen Unmut über eine vermeintliche Vorzugsbehandlung von Armstrong geäußert. „Ich ärgere mich am meisten, dass Armstrong von Verbänden beschützt wurde“, so Ullrich in der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitag). Ihm sei aber immer klar gewesen, dass Armstrong erwischt werde.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

22.06.2013, 11:37 Uhr

schon krass peinlich; soll der doch einfach die Klappe halten und in eine Höhle ziehen

wolfi

22.06.2013, 14:17 Uhr

„Betrug fängt für mich dann an, wenn ich mir einen Vorteil verschaffe. Dem war nicht so. Ich wollte für Chancengleichheit sorgen.“

da hat er leider recht

TorTorTore

22.06.2013, 16:34 Uhr

Pedal-Athleten wie sie im Buch stehen. Am Berg rumhängen und durch das notwenige Pulver nach oben schießen. Wer hätte das gedacht, daß die Chancen zum Siege so ungleichmäßig verteilt waren.

Seite an Seite durchs Ziel, hätte das am Doping etwas geändert? Kaum zu glauben, sicherlich nicht.

Die Bilder eines Maradona, der fast in die Kamera lief, war natürlich eine außergewöhnliche Befreiung von Ballast. Im Fußball gibt es das leider nicht, weismann oder spricht da nur keiner darüber, weil es die Politiker schwerer hätten sich unters Volk mischen zu können. Gewiß, beim Fußball und allemal bei Meisterschaften im Finale immer nur einen Sieger und mit dem wird gefeiert, gleichwo. So nah haben diese sonst das Ohr nicht am Bürger. Tor, Tor, Tor. Alles nur Tore.

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