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20.12.2011

08:40 Uhr

Michael Vesper

„Eine der größten Aufgaben, die Sport zu bieten hat“

VonThomas Mersch, Stefan Merx

Über die Legalisierung von Sportwetten, mögliche Zusatzeinnahmen für den Sport, Medaillenchancen bei Olympia und künftige Bewerbungen sprach DOSB-Generaldirektor Michael Vesper im Handelsblatt-Interview.

Michael Vesper ist Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds. Frank Beer für Handelsblatt

Michael Vesper ist Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds.

DüsseldorfEs gab gerade zwei große Rücktrittsnachrichten – vom DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und der Biathletin Magdalena Neuner. Wer hat Sie mehr überrascht?

Eindeutig Theo Zwanziger. Er hatte sich ja erst voriges Jahr bis Ende 2013 zur Wahl gestellt. Wir waren total überrascht. Bei Magdalena Neuner ist dagegen schon vorher viel spekuliert worden. Ihren Rücktritt bedauere ich, weil sie eine Garantin für den Erfolg gewesen ist. Aber ich habe größte Hochachtung vor ihrem Schritt.

War der Deutsche Skiverband nach Neuners Ankündigung schon bei Ihnen, um die Zielvereinbarung für Olympia 2014 nach unten zu korrigieren?

Nein. Der DSV ist einer unserer ehrgeizigsten und stärksten Verbände. Deshalb wird er alles tun, um in Sotschi an den Erfolg von Vancouver anzuknüpfen.

Beim Deutschen Fußball-Bund übernimmt nun der Generalsekretär das Präsidentenamt. Gibt es eine ähnliche Nachfolgeregel auch beim Deutschen Olympischen Sportbund, wenn dessen Präsident Thomas Bach im Frühjahr 2013 Chef des Internationalen Olympischen Komitees wird?

Spekulationen mit so vielen Unbekannten mache ich nicht mit. Ob Thomas Bach sich um die Nachfolge von Jacques Rogge bewirbt, wird er zu gegebener Zeit entscheiden. Und ich bin glücklicher Generaldirektor und habe einen Vertrag bis 2016.

So ähnlich klang es beim DFB neulich auch. Ein Zwanziger-Zitat: Sportfunktionäre könnten Kritik schlecht einstecken, weil sie nicht an Opposition gewöhnt seien. Als Ex-Politiker sind Sie im Vorteil – stimmt’s?

Als Politiker steht man öfter im Gegenwind, das ist wahr. Auf beiden Feldern beobachte ich allerdings, dass manche Leute zwar mit festem Punch austeilen können, aber ein Glaskinn haben, wenn man zurückhaut – argumentativ natürlich. Im Sport wie in der Politik gilt: Wer ein öffentliches Amt bekleidet, muss Kritik aushalten können.

Es hat jüngst Kritik gegeben – Ihr Ehrenpräsident Manfred von Richthofen nannte den DOSB-Führungsstil ungewöhnlich.

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, das eigentlich alle großen Führungspersönlichkeiten befolgen: Sie halten sich zurück in der Bewertung der Arbeit ihres Nachfolgers. Unser ganzes Präsidium genießt sehr hohes Vertrauen. Unsere Mitgliederversammlung Anfang Dezember hat das wieder bestätigt.

Von Richthofen äußerte sich auch besorgt über den Trend, dass Vereine ihre Ehrenamtlichen verlieren. Delegieren Sie die Sorge an die Landesverbände?

Wir wissen um die Gefahren des demografischen Wandels und der zunehmenden Individualisierung und beschäftigen uns mit Gegenmaßnahmen. Antworten müssen die Vereine geben durch konkrete Angebote. Dabei helfen wir ihnen. Wir brauchen ein festes Fundament, um die gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu erhalten und die Leistungen an der Spitze zu entwickeln.

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