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10.01.2005

08:52 Uhr

Mit dem neuen Auto war Schumacher aber zufrieden

Ein Shinkansen für Ralf Schumacher

VonKarin Sturm (Handelsblatt)

Als erstes Formel-1-Team stellt Toyota seinen neuen Rennwagen vor, er soll den Japanern endlich Erfolg bringen.

BARCELONA. Die Fahrgäste, die am Samstagmittag in der traditionsreichen "Estacíon de Franca" in Barcelona aus dem Zug stiegen, wunderten sich schon ein bisschen: Stand doch da auf einem Bahnsteig, inmitten einer Menschen- und Kameratraube, ein merkwürdiges Gefährt, das so gar nicht in diese Umgebung zu passen schien: ein rot-weißer Formel-1-Rennwagen, der Toyota TF105, der neue Dienstwagen von Ralf Schumacher und seinem italienischen Teamkollegen Jarno Trulli.

Die Japaner hatten sich diesen ungewöhnlichen Rahmen für ihren offiziellen Start in die neue Saison ausgesucht, mit dem sie zumindest einmal auf der Poleposition stehen: Der Toyota ist das erste Auto des Formel-1-Jahrgangs 2005, das der Öffentlichkeit vorgestellt wurde - alle anderen Teams sind noch nicht ganz so weit.

"Wir wollten so früh dran sein, um Zeit zu haben, vor Saisonbeginn beim Testen wirklich ausgiebig an der Zuverlässigkeit des Autos arbeiten zu können", sagt der Technikchef von Toyota, Mike Gascoyne. Er führte zuletzt Renault aus einem Tief wieder zurück zum Erfolg.

Der Engländer ist wie seine Chefs Tsutomo Tomita und John Howett und seine Fahrer überzeugt, dass damit ein großer Schritt nach vorne gelungen ist: "Die Probleme am alten Auto lagen ja vor allem an der Aerodynamik, und da haben wir viel verbessert. Ich habe sehr viel Zeit darauf verwendet, fast neun Monate, die Arbeitsweise des Teams im Windkanal zu verändern, so dass wir jetzt exaktere und zuverlässigere Ergebnisse bekommen. Und das wird sich auszahlen."

Allerdings werde das Auto, das dann am 6. März beim Saisonbeginn in Melbourne am Start steht, noch einmal anders aussehen: "Denn gerade was die Entwicklung von Aerodynamikteilen angeht, wird auch bis dahin noch einiges passieren", sagt Gascoyne. Tatsächlich war die Aerodynamik im vergangenen Jahr der große Schwachpunkt bei Toyota. Der neue Wagen wirkt nun nicht mehr so klobig wie sein Vorgänger. Der Motor, der nach dem neuen Reglement zwei Rennen halten muss, soll 900 PS stark sein und wird damit zu den leistungsstärksten in der Formel 1 gehören.

Das neue Auto soll regelmäßig in die Punkteränge fahren, "wir erwarten unser mit Abstand bestes Jahr in der Formel-1-Geschichte", sagt Teamchef Tomita. Der Abstand zu den Top-Teams wie Ferrari, McLaren-Mercedes, BAR-Honda, Williams-BMW oder Renault soll mit dem neuen Auto verringert werden. In der vergangenen Saison gelang Toyota lediglich der achte Platz in der Teamwertung.

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