Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.08.2015

14:52 Uhr

Mitbesitzer Paul Schockemöhle

„Nicht gut, wenn Totilas zurückkehrt“

Dressur-Hengst Totilas wurde bei der EM in Aachen zurückgezogen. Einen Tag später wurde ein Knochenödem am linken Bein festgestellt. Ein Karriereende des Pferdes von Matthias Rath wird immer wahrscheinlicher.

Schockemöhle hatte den mittlerweile 15 Jahre alten Totilas 2010 für geschätzte zehn Millionen Euro aus den Niederlanden nach Deutschland geholt. dpa

Reiter Rath und Totilas

Schockemöhle hatte den mittlerweile 15 Jahre alten Totilas 2010 für geschätzte zehn Millionen Euro aus den Niederlanden nach Deutschland geholt.

AachenMitbesitzer Paul Schockemöhle hat sich für ein Karriereende des erneut verletzten Dressur-Hengstes Totilas ausgesprochen. „Ich bin derzeit der Meinung, dass es nicht gut wäre, wenn er zurückkehrt. Ein neuer Anlauf wird immer schwieriger. Das Karriereende ist nicht abwegig“, sagte der 70-Jährige der „Bild“-Zeitung (Montag-Ausgabe).

Das Pferd von Reiter Matthias Rath war am Freitag bei der EM in Aachen zurückgezogen worden. Am Samstag wurde ein Knochenödem am linken Bein festgestellt. Beim Ritt in der Team-Wertung am Donnerstag waren beim Hengst Probleme sichtbar geworden. Deutschland musste sich mit Bronze begnügen.

Die Karriere des Millionenpferdes Totilas

August 2010

Der erst zehn Jahre alte Rapphengst Totilas räumt bei der Reit-WM in Kentucky/USA unter seinem niederländischen Reiter Edward Gal alle Titel ab und gilt dank seines Potenzials und seiner Ausstrahlung fortan als „Wunderpferd“.

Oktober 2010

Europas größter Pferdehändler Paul Schockemöhle kauft den Hengst für die geschätzte Rekordsumme von zehn Millionen Euro. Reiter wird Matthias Rath, dessen Familie um Stiefmutter Ann Kathrin Linsenhoff fünf Millionen Euro für die Sportrechte bezahlt haben soll.

Dezember 2010

Die Vermarktung des Millionenhengstes läuft an. Kaffeetassen, Schals und Futternäpfe mit dem Konterfei des Tieres werden produziert. Totilas erhält eine eigene Internetseite, wird zum „Michael Jackson der Dressur“.

August 2011

Ein erster Dämpfer: Rath und Totilas holen bei der EM nur Mannschafts-Silber. Im Einzel bleibt dem Duo die Medaille verwehrt. Erste Kritik kommt auf.

Juni 2012

Rath erkrankt am Pfeifferschen Drüsenfieber, muss seinen Olympiastart in London absagen.

Dezember 2012

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main nimmt Ermittlungen auf, nachdem die Tierschutz-Organisation PETA Anzeige gegen Rath erstattet hat. Im Training soll der Reiter die verbotene Rollkur angewandt haben. Später werden die Ermittlungen eingestellt.

März 2013

Totilas verletzt sich beim Deckeinsatz. Das Jahr ist gelaufen.

Mai 2014

Rath und Totilas feiern beim CHIO ein glänzendes Comeback, bringen der britischen Olympiasiegerin Charlotte Dujardin mit Valegro die bis heute letzte Niederlage bei.

August 2014

Totilas verletzt sich am Überbein, das Paar kann nicht zur WM nach Caen/Frankreich. Das Jahr ist wieder gelaufen.

Juni 2015

Das Paar feiert beim Nationenpreis-Turnier in Hagen a.T.W. ein beeindruckendes Comeback und wird für die Heim-EM in Aachen (12. bis 16. August) nominiert.

August 2015

Totilas wird beim Mannschaftswettbewerb der EM in Aachen relativ schlecht benotet. Anschließend ist die EM für das Pferd beendet. Wegen einer Verletzung kann der 15 Jahre alte Hengst die Prüfungen in der Einzelwertung danach nicht mehr absolvieren. Wenige Tage später wird sein Karriereende bekannt gegeben.

Schockemöhle hatte den mittlerweile 15 Jahre alten Totilas 2010 für geschätzte zehn Millionen Euro aus den Niederlanden nach Deutschland geholt. Seitdem ritt Rath das teuerste Dressur-Pferd der Welt. Seine Stiefmutter Ann-Kathrin Linsenhoff ist die zweite Besitzerin. Die Zeit war durch etliche Verletzungen und Ausfälle geprägt. Der erhoffte sportliche Erfolg mit dem einst als Wunderpferd bezeichneten Rappen blieb aus.

„Grundsätzlich ist die Familie Rath/Linsenhoff für den Sport zuständig“, betonte Schockemöhle. „Ich wehre mich aber nicht, wenn sie sagen, dass sie Totilas nicht mehr in den Sport bringen.“ Es sei nicht sinnvoll, „zurückzukommen, um dann nur Fünfter zu werden. Damit ist niemanden geholfen.“

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×