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12.01.2010

16:16 Uhr

München 2018

Olympia-Gegner organisieren sich

Der Gegenwind für die Bewerbung Münchens um die Olympischen Spiele 2018 wird stärker. Auf Initiative der Landtags-Grünen wurde das Netzwerk "Nolympia 2018" ins Leben gerufen.

Der Widerstand gegen die Bewerbung für Olympia 2018 formiert sich. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Der Widerstand gegen die Bewerbung für Olympia 2018 formiert sich. Foto: Bongarts/Getty Images

Der Widerstand gegen die Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 nimmt konkretere Formen an. Die Gegner und Kritiker des Projekts haben sich auf Initiative der Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag zum Netzwerk "Nolympia 2018" zusammengeschlossen. Ziel der Gegner sei es, die Öffentlichkeit über vermeintliche Schattenseiten der Bewerbung aufzuklären, sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann nach einem Treffen der schärfsten Kritiker am Montagabend.

Neben den bayerischen Grünen beteiligen sich an "Nolympia 2018"ÖDP-Politiker aus dem möglichen Wettkampfort Garmisch und Angehörige des Bundes Naturschutz Bayern. "Der Widerstand gegen das derzeitige Konzept der Spiele ist gewaltig", sagte Hartmann. Seine Initiative soll als offenes Netzwerk aktiv werden und will "nicht nur Nein sagen, sondern auch mit Argumenten aufklären".

Michael Vesper, Aufsichtsratschef der Olympia-Bewerbung, hatte den Kritikern unlängst die Hand gereicht. "Es ist mir ein besonderes Anliegen, mich mit allen Kritikern, mit der gesamten Umweltbewegung intensiv auszutauschen, um mögliche Schwachpunkte zu erkennen und die Bewerbung ökologisch weiter zu optimieren", sagte er.

Hartmann will die Bevölkerung mobilisieren

Hartmann reicht das aber nicht. Er will die Bevölkerung in den Sportstätten in den Alpen gegen Olympia mobilisieren. Der Protest könnte dann in ein Bürgerbegehren gegen die Bewerbung münden. "Es kam deutlich rüber, dass es das Ziel sein muss, die Bewerbung wie sie derzeit geplant ist, zu verhindern", sagte Hartmann über das Treffen der Gegner.

Die bayerischen Grünen stellen sich damit erneut gegen die Münchner Stadtratsfraktion ihrer Partei, die für die Bewerbung ist. Heftige Kritik an der Initiative gab es deshalb von der SPD, dem Koalitionspartner der Grünen in München. "Dass die Parteispitze der Grünen im krassen Gegensatz zur eigenen Rathausfraktion und zur Parteibasis die Bewerbung torpediert, sprengt alle Maßstäbe", sagte Oberbürgermeister Christian Ude.

Die sportpolitische Sprecherin Diana Stachowitz (SPD) warf Hartmann vor, "abgehoben und eigensinnig" zu handeln. Hartmann lehnt "München 2018" besonders wegen ökologischer Bedenken ab, kritisiert aber auch die "Knebelverträge", die München mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingehen müsste, sollte es den Zuschlag für die Spiele bekommen.

© SID

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